Der Bahnhof Bremen-Sebaldsbrück in Bremen, Sebaldsbrücker Heerstraße 35/39, Stadtteil Hemelingen, Ortsteil Sebaldsbrück, wurde im 19. Jahrhundert gebaut. Seit 2010 hält hier die Linie RS 1 (Bremen-Farge – Bremen-Vegesack – Bremen Hbf – Verden) der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen.
Das Gebäude steht seit 2026 unter bremischem Denkmalschutz.
Geschichte Die Bahnstrecke Wunstorf–Bremen wurde als Verknüpfung der Seehandelsstadt Bremen mit dem hannoverschen Binnenland erbaut und eröffnete neue Wege des Gütertransports, da der Transport auf der Weser zunehmend unzuverlässiger wurde. 1845 schlossen Bremen und das Königreich Hannover dazu einen Staatsvertrag. Sebaldsbrück nahm dabei eine Sonderstellung ein, da hier eine Zollgrenze mit Zollstation zwischen Bremen (Zollausland) und Hemelingen (damals hannoversches Gebiet) am Bahnhof verlief.
Der Bahnhof Sebaldsbrück der Königlichen Eisenbahndirektion Hannover wurde 1846/47 gebaut. Die Doppelfunktion als Verkehrs- und Kontrollpunkt prägte seine Organisation und Architektur. Mit dem Ausbau der Strecke auf Zweigleisigkeit (1857) und der Erweiterung der Güterschuppen (ab 1860) entwickelte sich Sebaldsbrück zu einem Knoten für den wachsenden Güterumschlag der industriellen Betriebe Hemelingens. Die baulichen Umgestaltungen von 1912/14 mit dem Tunnelbau und die Errichtung eines neuen Mittelbahnsteigs, waren ein Übergang zur technisch rationalisierten Eisenbahnarchitektur des 20. Jahrhunderts.
Der Bahnhof besteht aus dem verklinkerten, ein- und zweigeschossigen, historisierenden Empfangsgebäude von 1846 in der Architektur der Hannoverschen Architekturschule mit symmetrischer Gliederung auf Sandsteinsockel, mit Satteldächern, gestaltet mit gekuppelten Rundbogenfenstern und umlaufendem Gurtgesims mit Rautenfries; im Inneren getrennte Wartesäle der verschiedenen Klassen sowie eine Wohnung des Stationsvorstehers und die Räume der Verwaltung; den Umbauten von 1889 im Innenraum; Fenster und Eingang an der Westfassade wurden verschlossen, der Erweiterung von 1912/14 nach Plänen von Regierungsbaumeister Willhelm Meilicke (Hannover), dem östlich anschließenden eingeschossigen Güterschuppen mit seinen Erweiterungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dem Personen- und Karrwegtunnel von 1913 nach Plänen von Willhelm Meilicke in Walzträger-/Beton-Bauweise als frühes Beispiel standardisierter Ingenieurtechnik mit einem dekorativen Portal, dem überdachten Mittelbahnsteig von 1914 mit genieteten Stahlstützen und Schmetterlingsdach aus industriell gefertigter Bauteilen, den Neubauten des Abortgebäudes von 1914 (Vorgängerbau von 1889) und des Magazins von 1915, den Stellwerken von 1897 (erweitert 1920 und 1923) und von 1915.
Als ältestes erhaltenes Bahnhofsgebäude Bremens besitzt es einen hohen denkmalpflegerischen Wert. Fassaden, Fensterachsen und Dachformen sind weitgehend im Originalzustand erhalten.
1921 wurde Sebaldsbrück und 1939 das ebenfalls preußische Hemelingen in die Stadt Bremen eingemeindet bzw. eingegliedert.
Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „Das Ensemble Sebaldsbrücker Bahnhof ist ein herausragendes Beispiel früher norddeutscher Bahnhofsarchitektur. Insgesamt bewahrt der Bahnhof einen hohen Grad an Authentizität.“
Bahnverkehr Im Fahrplanjahr 2026 halten im Bahnhof Züge der Linie RS 1 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen, betrieben durch die NordWestBahn. Der Bahnhof ist nicht personalbesetzt.
Weblinks
Einzelnachweise
Sebaldsbruck Kategorie:Kulturdenkmal in Bremen Sebaldsbruck Kategorie:Bahnhof der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen BremenSebaldsbruck Kategorie:Bauwerk des Historismus in Bremen Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Bremen Kategorie:Erbaut 1847