mini|alternativtext=Verbreitung|Kurz nach der Erstbeschreibung bekanntes Verbreitungsgebiet, Text beachten Die Röhrenlippen-Langnasenfledermaus (Anoura fistulata) ist ein im Nordwesten Südamerikas verbreitetes Fledertier in der Unterfamilie der Blütenfledermäuse. Das Typusexemplar stammt aus der Provinz Zamora Chinchipe im Süden von Ecuador.
Merkmale Dieser mittelgroße Vertreter der Gattung Anoura erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 57 bis 67 mm, eine Schwanzlänge von etwa 7 mm und ein Gewicht von 9 bis 17 g. Es kommen 35 bis 40 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 7 bis 12 mm Länge und 12 bis 17 mm lange Ohren vor. Die Fledermaus ist durch dichtes seidenweiches Fell gekennzeichnet, mit Haaren die zwei Farbabschnitte besitzen. Der Bereich an den Haarwurzeln ist cremefarben bis weiß und die Spitzen sind dunkelbraun (Oberseite) oder mittelbraun (Unterseite). Namensgebend sind rohrförmige kleine Auswüchse an der Unterlippe, die an Haare erinnern. Wenn diese nach oben gebogen werden überragen sie die Oberlippe mit 3 bis fast 5 mm. Weitere Merkmale des Kopfes sind eine langgestreckte Schnauze mit langen Vibrissen und eine mit 60 bis 80 mm außergewöhnlich lange Zunge. Im Gegensatz zu Geoffroys Schwanzloser Fledermaus ragt ein winziger Schwanz aus der Schwanzflughaut. Diese Haut ist recht breit mit einer V-förmigen Einkerbung in der Mitte. Sie trägt an der Kante feine Haare. In älteren Werken waren die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale noch nicht festgestellt. In diesen beschriebene Populationen können auch zur Geschwänzten Langnasenfledermaus oder zu Anoura aequatoris zählen.
Verbreitung und Lebensweise Das Tier bewohnt die östlichen Hänge der Anden in Bolivien, Peru, Ecuador und im südlichen Kolumbien. Es wurde zwischen 1175 und 2500 Meter Höhe registriert. Diese Langnasenfledermaus lebt in tropischen Wäldern. Ein Exemplar ruhte zusammen mit vier anderen Fledermäusen in einer Höhle. Vermutlich werden auch Baumhöhlen als Versteck genutzt.
Die Nahrung besteht aus Nektar und Pollen von Pflanzen mit tiefen Blütenkelchen. Dazu zählen Centropogon nigricans (Glockenblumengewächse), Aphelandra acanthus (Akanthusgewächse), Marcgravia coriacea (Familie Marcgraviaceae) und Vertreter der Gattungen Markea, Meriania sowie Pitcairnia. Gelegentlich wird die Nahrung mit Larven von Schmetterlingen oder anderen Insekten komplettiert. Vor allem für Centropogon nigricans scheint die Art der wichtigste Bestäuber zu sein. Zur Fortpflanzung ist nichts bekannt.
Gefährdung Kleine Veränderungen können sich in kurzer Zeit dramatisch auf die besuchten Pflanzen auswirken und damit auf die Fledermaus. Welche Populationen in welchen Regionen verbreitet sind, ist noch recht unklar. Die IUCN listet die Röhrenlippen-Langnasenfledermaus mit unzureichende Datenlage (data deficient).
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Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen