Warner Bros. Animation Inc. (abgekürzt WBA) ist ein US-amerikanisches Animationsstudio, das zur Warner Bros. Television Group gehört, einer Abteilung von Warner Bros. Entertainment, die wiederum eine Tochtergesellschaft von Warner Bros. Discovery (WBD) ist und als Animationsabteilung und Label von Warner Bros. Entertainment dient.
Als Nachfolger von Warner Bros. Cartoons, das von 1933 bis 1969 aktiv war, ist das Studio eng mit den Figuren der Looney Tunes und Merrie Melodies verbunden. Warner Bros. reaktivierte seine Animationsabteilung 1980, um Werke im Stil der „Looney Tunes“ zu produzieren. Turner Broadcasting System fusionierte 1996 mit dem Vorgänger von WBD, Time Warner. Im März 2001 wurde Hanna-Barbera in das Studio integriert.
In den letzten Jahren hat sich Warner Bros. Animation auf die Produktion von Fernseh und Direct-to-Video-Animationen spezialisiert, in denen Charaktere aus anderen Marken von Warner Bros. Discovery vorkommen, darunter Turner Entertainment (das die Rechte an Marken besitzt, die ursprünglich vom MGM Cartoon Studio geschaffen wurden), Hanna-Barbera, Ruby Spears und DC Entertainment.
Geschichte Das ursprüngliche Warner Bros. Cartoons Studio sowie alle Kurzfilmproduktionsabteilungen von Warner Bros. Entertainment schlossen am 10. Oktober 1969 aufgrund steigender Kosten und sinkender Erträge im Kurzfilmgeschäft ihre Pforten. Externe Animationsstudios wurden beauftragt, in unregelmäßigen Abständen neue Looney-Tunes-Animationen für Fernsehspecials und Werbespots zu produzieren. 1975 begann Chuck Jones, ein ehemaliger Mitarbeiter von Warner Bros. Cartoons, in seinem Animationsstudio Chuck Jones Productions eine Reihe von Looney-Tunes-Specials zu produzieren. Das erste davon war Bugs Bunnys Konzert der Tiere. Diese Specials und der 1975 erschienene „Looney Tunes“-Retrospektivfilm Bugs Bunny: Superstar (vertrieben von United Artists, dem damaligen Besitzer der Warner-Bros.-Filmbibliothek vor 1950) veranlassten Jones 1979 zur Produktion von Bugs Bunnys wilde, verwegene Jagd für Warner Bros. Dieser Film kombinierte klassische Looney Tunes- und Merrie Melodies-Kurzfilme mit neu produzierten Rahmensequenzen, in denen Bugs Bunny die einzelnen Cartoons einleitete. Warner Bros. reagierte auf den Erfolg dieses Films mit der Wiedereröffnung seines eigenen Zeichentrickstudios.
Warner Bros. Animation nahm am 15. März 1980 seinen Betrieb auf, um Kompilationsfilme und Fernsehspecials mit den Looney Tunes-Figuren zu produzieren. Der erste Leiter des Studios war Hal Geer, der in den letzten Tagen des ursprünglichen Studios für die Soundeffekte zuständig gewesen war. Bald darauf stieß Friz Freleng hinzu, der DePatie–Freleng Enterprises (das nach dem Verkauf an Marvel Comics zu Marvel Productions wurde) verließ und als Executive Producer zu Warner zurückkehrte. Die neuen Rahmenhandlungen für Der total verrückte Bugs Bunny Film (1981), Bugs Bunny – Märchen aus 1001 Nacht (1982) und Daffy Ducks fantastische Insel (1983) zeigten Material eines neuen Animationsteams von Warner Bros., das sich hauptsächlich aus Veteranen der goldenen Ära der WB-Cartoons zusammensetzte, darunter die Autoren John W. Dunn und Dave Detiege.
1986 schied Freleng aus, und auch Hal Geer trat im darauffolgenden Jahr zurück. Geer wurde kurzzeitig von Steven S. Greene ersetzt, der wiederum von Frelengs ehemaliger Sekretärin Kathleen Helppie-Shipley abgelöst wurde. Diese sollte in den folgenden Jahren eine bedeutende Wiederbelebung der Marke Looney Tunes einleiten. Das Studio produzierte weiterhin Sonderprojekte mit den Looney Tunes-Figuren und veröffentlichte sporadisch neue Looney Tunes-/Merrie Melodies-Kurzfilme für Kinos, darunter The Duxorcist (1987), Night of the Living Duck (1988), Box-Office Bunny (1990) und Carrotblanca (1995). Viele dieser Kurzfilme sowie das neue Filmmaterial im Kompilationsfilm Daffy Duck’s Quackbusters (der auch The Duxorcist enthält) wurden von Greg Ford und Terry Lennon sowie von Darrell Van Citters inszeniert.
Filmografie Kompilationsfilme 1981: Der total verrückte Bugs Bunny Film (The Looney Looney Looney Bugs Bunny Movie) 1982: Bugs Bunny – Märchen aus 1001 Nacht (Bugs Bunny's 3rd Movie: 1001 Rabbit Tales) 1983: Daffy Ducks fantastische Insel (Daffy Duck's Fantastic Island) 1988: Daffy Duck’s Quackbusters
Originalfilme 1993: Batman und das Phantom (Batman: Mask of the Phantasm) 1996: Space Jam 1997: Danny, der Kater – Vier Pfoten erobern Hollywood (Cats Don't Dance) 1998: Das magische Schwert – Die Legende von Camelot (Quest for Camelot) 1999: Der Gigant aus dem All (The Iron Giant) 2001: Osmosis Jones 2003: Looney Tunes: Back in Action 2018: Teen Titans Go! To the Movies 2024: Ein klebriges Abenteuer: Daffy Duck und Schweinchen Dick retten den Planeten (The Day the Earth Blew Up: A Looney Tunes Movie) 2024: Der Herr der Ringe: Die Schlacht der Rohirrim (The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim)
Siehe auch Cartoon Network Studios Warner Bros. Family Entertainment Warner Bros. Pictures Animation Williams Street Turner Entertainment Co. DC Entertainment
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Animationsstudio (Vereinigte Staaten) Kategorie:Medienunternehmen (Kalifornien) Kategorie:Unternehmensgründung 1980 Kategorie:Warner Bros. Discovery