Johannes von Gardelegen OPraem († 1304) war von 1292 bis 1304 Bischof von Havelberg.

Leben Johannes gehörte einem ritterbürtigen Geschlecht aus Stendal an. Er ist 1275 als Notar der Brandenburger Markgrafen und 1282 als Pfarrer der Wittstocker Stadtkirche belegt. 1282 stifteten die Markgrafen Otto IV. und Konrad I. für Johannes eine Präbende am Kollegiatstift St. Nikolaus in Stendal. Ihm oblag es, die Aufbewahrung des markgräflichen Archivs im Stendaler Dom zu überwachen. Johannes war 1289 Kanzler der Markgrafen der Johanneischen Linie und 1290 Propst von Wittstock. Aus einem päpstlichen Mandat von 1290 geht hervor, dass er zu dieser Zeit noch nicht zum Priester geweiht war. Wir finden Johannes häufig im Gefolge der Markgrafen, beispielsweise 1289/90 beim Reichstag zu Erfurt.

Johannes wurde 1292 zum Bischof von Havelberg bestellt. Er erwarb 1294 das Land Bellin von den Brandenburger Markgrafen. 1296 schlichtete er einen Streit zwischen dem Domkapitel Brandenburg und den Markgrafen. 1298 überließen die Markgrafen Otto V. und Hermann aus der Ottonischen Linie dem Hochstift Havelberg die Anwartschaft auf Stadt und Burg Lenzen.

Als die Johanneischen Markgrafen Otto IV. und Konrad I. 1298 die Untertanen der Bischöfe von Brandenburg und Havelberg besteuerten, kam es zum Streit. 1300 wurden Johannes und der Brandenburger Bischof Volrad von Krempa aus ihren Diözesen vertrieben und gingen nach Magdeburg ins Exil. Johannes ist 1299 und 1302 mit weihbischölichen Handlungen im Bistum Würzburg belegt. Johannes wird zuletzt am 12. März 1304 erwähnt. Er verstarb kurz darauf im Exil.

Literatur Gottfried Wentz: Das Bistum Havelberg. (= Germania sacra. I. Abteilung: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. 2. Band). Berlin und Leipzig 1933. S. 50 f. (Digitalisat) Felix Escher: Johannes von Gardelegen. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-10303-3, S. 234.

Weblinks

Einzelnachweise Gottfried Wentz: Das Bistum Havelberg. (= Germania sacra. I. Abteilung: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. 2. Band). Berlin und Leipzig 1933. S. 113. (Digitalisat)

Gottfried Wentz: Das Bistum Havelberg. (= Germania sacra. I. Abteilung: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. 2. Band). Berlin und Leipzig 1933. S. 87. (Digitalisat)

Christian Popp: Das Bistum Halberstadt 1: Das Stift St. Nikolaus in Stendal. (= Germania sacra. Neue Folge 49). Berlin und New York 2007. S. 276. (Digitalisat)

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