mini|Sebastian Brandt mit botanischen Brandt-Modellen im Vordergrund (2026)
mini|Sturia brandti , 2019. Oberer Muschelkalk, Trochitenkalk-Formation, Bereich oberhalb Tetractinella-Bank, Anisium, Illyrium, Geilsdorf (Thüringen), Holotypus, Naturkundemuseum Erfurt, Sammlungs-Nr. NME C16;200. mini|Rekonstruktion der Gehäusegröße von Sturia brandti , 2019.
Sebastian Brandt (* 25. Februar 1981 in Erfurt) ist ein deutscher naturhistorischer Modellbauer, Paläontologe und Fossiliensammler.
Leben Sebastian Brandt studierte bis 2007 Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und fertigt seit dieser Zeit im Nesse-Apfelstädter Ortsteil Kornhochheim in Thüringen maßstabsgetreue naturidentische Modelle botanischer, zoologischer und paläontologischer Objekte für Museen sowie wissenschaftliche Sammlungen und Ausstellungen im In- und Ausland. Diese Modelle dienen der wissenschaftlich fundierten Visualisierung biologischer und geologischer Zusammenhänge und werden von Museen weltweit für die Vermittlung von Evolutionsprozessen, ökologischen Beziehungen und ausgestorbenen Lebensräumen genutzt. Brandt-Modelle wurden bei den European Taxidermy Championships mehrfach ausgezeichnet und zählen zum Teil heute bereits zusammen mit den botanischen Brendel-Modellen von Robert Brendel und Reinhold Brendel, den Pilz-Wachsmodellen des österreichischen Botanikers Leopold Trattinnick, den Papiermaché-Modellen zur menschlichen Anatomie des französischen Anatomen und Modelleurs Louis Auzoux sowie den zoologischen und botanischen Glasmodellen des Leopold und Rudolf Blaschka zu den auch international bedeutenden naturwissenschaftlichen Modellen.
Paläontologisch beschäftigt er sich u. a. mit der wissenschaftlichen Untersuchung von Ceratiten des Oberen Muschelkalks von Thüringen, wobei hier die Zusammenarbeit mit dem thüringischen Paläontologen Siegfried Rein einen Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit bildete, mit dem er umfangreiche morphologische und stratigraphische Untersuchungen an diesen Cephalopoden durchführte und zum Erfassen der Variabilität und Evolutionsmuster große Serien von Fossilien aus verschiedenen stratigraphischen Horizonten analysierte.
Gemeinsam mit dem hessischen Paläontologen Manfred Schulz ist er Erstbeschreiber der Dekapoden Antrimpos germanicus & , 2013, und Parapalaemonetes thuringiacus & , 2013.
Er ist Mitglied im Förderverein des Naturkundemuseums Erfurt, dem er 2018 den von ihm präparierten Schädel eines triassischen Nothosaurus jagisteus , 2001, sowie das Körperfossil eines ebenfalls von ihm präparierten Schmelzschupperfisches Colobodus maximus (, 1867), als Sachspende überließ.Geschenke der besonderen Art: Nothosaurus-Schädel und Körperfossil für das Naturkundemuseum Erfurt. Erfurt.de – das offizielle Stadtportal der Landeshauptstadt Thüringens - Pressemitteilung 2018 (online)
Siegfried Rein benannte 2019 ihm zu Ehren den Cephalopoden Sturia brandti 2019.Siegfried Rein: Sturia brandti n. sp. und Sephardonautilus nov. gen. – Immigranten, Migrationswege und Korrelationen im Oberen Muschelkalk (Mittlere Trias). In: Vernate, 38/2019: 77–94 (PDF)
Veröffentlichungen (Auswahl) Schriften mit Manfred Schulz: Zwei neue natante Dekapoden aus dem Oberen Muschelkalk (Mittel-Trias, Ladin) des Germanischen Beckens – Antrimpos germanicus n. sp. und Parapalaemonetes thuringiacus n. gen. n. sp. In: Vernate, 32/2013: 67–95 (PDF) mit Ilja Kogan, Steffen Pacholak, Martin Licht, Jörg W. Schneider und Christoph Brücker: The invisible fish: hydrodynamic constraints for predator-prey interaction in fossil fish Saurichthys compared to recent actinopterygians. In: Biol Open, 2015, 4 (12): 1715–1726. https://doi.org/10.1242/bio.014720 mit Siegfried Rein: Die Chronospezies Ceratites flexuosus von Geilsdorf – Ein evolutionsbiologischer Modellfall der evolutionären Art Ceratites nodosus. In: Vernate, 38/2019: 53–76 (PDF) mit Frank Siegel: Frühe Placodontia und Saurosphargidae aus der Trias von Rüdersdorf und neue Überlegungen zur Lebensweise von Placodus. In: Der Steinkern, 38, 2019: 38–54 () mit Matthias Hartmann: „Ich bin dann ein Ceratit!“ – In Gedenken an Siegfried Rein (1. August 1936 bis 2. Dezember 2020). In: Vernate, 40/2021: 5–16 (PDF) Steinkern.de Fossilien-Community 2020: Rückblick: Einmalige Einblicke in die flexuosus-Zone von Geilsdorf (Online-Bericht).
Brandt-Modelle (Auswahl) Wissenschaftliche Modelle und Exponate botanischer und zoologischer Rekonstruktionen sowie paläontologische Dioramen von Sebastian Brandt sind in zahlreichen Museen und Sammlungen weltweit dauerhaft oder in Sonderausstellungen vertreten.
• National Museum of Qatar
• Natural History Museum Abu Dhabi
• Naturhistorisches Museum Basel
• Naturmuseum St. Gallen
• Naturhistorisches Museum der Universität Zürich
• Nationalmuseum für Naturgeschichte (Luxemburg)
• Schlossmuseum Linz
• Naturhistorisches Museum Wien
• Naturkundemuseum Erfurt
• Museum Terra Triassica Euerdorf
• Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
• Loki Schmidt Stiftung Hamburg
• Naturkundemuseum Kassel
• LWL-Museum für Naturkunde Münster
• Schloss Ehrenstein Ohrdruf
• Museum Wiesbaden
Auszeichnungen
2025: European Taxidermy Championships Best of Europe (Habitats), mit Zsombor Pünkösti, für Arabischer Frühling Habitat Diorama 1. Platz, Collective Artists Division, mit Zsombor Pünkösti, für Arabischer Frühling Habitat Diorama Best of Europe Reconstruction Scientific Models für Eudibamus cursoris Habitat Diorama
Weblinks
Reco-Brandt-Atelier für Gestaltung und Präparation European Taxidermy Championships Zobodat: Sebastian Brandt
Anmerkungen
Kategorie:Modellbauer Kategorie:Paläontologe Kategorie:Fossiliensammler Kategorie:Autor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann