James Leslie Jacobs, meist nur Jimmy Jacobs oder Jim Jacobs genannt (* 18. Februar 1930 in St. Louis, Missouri; † 23. März 1988 in New York City, New York), war ein US-amerikanischer American-Handball-Spieler, Boxmanager, Dokumentarfilmer, Filmproduzent sowie Sammler von Boxkampf-Filmen und Comics.

Jacobs war Begründer der weltgrößten Sammlung von Boxkampf-Filmen und gründete mit William „Bill“ Cayton zwei Produktionsgesellschaften für Box-Produktionen. Für seinen Dokumentarfilm Jack Johnson war er 1971 für einen Oscar nominiert. Von 1985 bis zu seinem Tod war Jacobs einer der Manager des Schwergewichtsboxers Mike Tyson.

Leben Jimmy Jacobs wurde 1930 in St. Louis geboren, wuchs aber seit seinem fünften Lebensjahr in Los Angeles auf.Robert H. Boyle: Really The Greatest. In: Sports Illustrated vom 7. März 1966.Jimmy Jacobs. In: reemusboxing.com, abgerufen am 8. März 2026. Seine Eltern trennten sich kurz darauf und Jacobs wurde von seiner Mutter aufgezogen. Jacobs interessierte sich früh für Comics und begann mit dem Sammeln von Comicheften, von denen er bis an sein Lebensende über 500.000 Stück zusammentragen sollte.Tim Layden: Tyson's Co-Manager Jacobs Dead at 58. In: Times Union vom 24. März 1988. Er zeigte auch in seiner Jugend bereits außergewöhnliche Leistungen in vielen verschiedenen Sportarten, darunter Basketball, Baseball, Tennis, Tischtennis und Leichtathletik.Richard Hoffer: Fight Manager, Collector Jimmy Jacobs Dies at 58. In: Los Angeles Times vom 24. März 1988. Wegen eines Schulverweises beendete er die Schule nicht.

Mit 17 Jahren wandte er sich dann dem American Handball zu, wo er bald als „Wunderkind“ galt. Später wurde er zur Armee eingezogen und diente im Koreakrieg. Nach dem Kriegsdienst spielte er weiter American Handball, zunächst für den L.A. Athletic Club und später für den New York Athletic Club. Insgesamt gewann Jacobs zwischen 1955 und 1969 zwölf nationale Meisterschaften im American Handball. Neben den Erfolgen als Einzelspieler gewann er auch sechs Doppelwettbewerbe der United States Handball Association, einmal mit Dick Weisman und fünfmal mit Marty Decatur.Jim Jacobs. In: ushandball.org vom 27. September 2016. 1970 verlieh die United States Handball Association Jacobs in Anerkennung seiner Leistungen als Spieler den Sonderpreis des „Greatest Handball Player of the Generation“.

Seit Mitte der 1940er Jahre interessierte sich Jacobs außerdem wieder verstärkt für den Boxsport. Seine Neugier über die umstrittene Entscheidung im Kampf Joe Louis vs. Jersey Joe Walcott 1947 brachte ihn dazu eine Filmkopie des Kampfes zu kaufen. Damit begann eine jahrelange Sammelleidenschaft, die zu einer Sammlung mit über 17.000 Boxfilmen führte, die Kämpfe bis zurück in die 1890er Jahre enthielt. Seit 1959 arbeitete Jacobs mit dem ebenfalls als Sammler von Boxfilmen aktiven William „Bill“ Cayton zusammen. Beide erwarben zusammen das Boxkampf-Archiv des Madison Square Garden und gründeten die Filmproduktionsfirmen The Greatest Fights of the Century und Big Fights Inc. Jacobs und Cayton retteten und restaurierten unter anderem seltene Boxkampf-Filme von Sportlern wie Bob Fitzsimmons, Jack Johnson und Jack Dempsey. Als Regisseur und Filmproduzent inszenierte er diverse Dokumentarfilme über das Boxen. Jacobs trat auch in über 1000 Box-Dokumentationen und -Produktionen auf und kommentierte außerdem alte Kampf-Filme. Mit ihren Aktivitäten im Box-Sport wurden Jacobs und Cayton beide zu Millionären. 1998 verkaufte Bill Cayton die gemeinsam mit Jacobs aufgebaute Sammlung für die kolportierte Summe von 100 Mio. US-Dollar an ESPN.

Die Produktion des Dokumentarfilms Jack Johnson, die das Leben des gleichnamigen schwarzen Schwergewichtsboxers behandelte, brachte Jacobs bei der Oscarverleihung 1971 eine Nominierung für den Oscar für den Besten Dokumentarfilm ein.Jim Jacobs. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 8. März 2026.

Ab Ende der 1970er Jahre war Jacobs auch als Boxmanager tätig. Zuerst war er Manager von Wilfred Benitez. Später managte er Edwin Rosario. Der mit Jacobs viele Jahre befreundete Boxtrainer Cus D’Amato machte ihn Anfang der 1980er Jahre mit seinem Schützling Mike Tyson bekannt. Jacobs und Cayton unterstützten Tysons Karriere und nach Cus D’Amatos Tod 1985 übernahm Jacobs das Management von dessen Boxern, darunter Tyson. Jacobs und Cayton förderten Tysons frühe Karriere, verhandelten millionenschwere Verträge mit TV-Anbietern und brachten ihn bald in Meisterschaftskämpfe.

Ende der 1970er Jahre war bei Jacobs Leukämie diagnostiziert worden. Jimmy Jacobs starb am 23. März 1988 in New York City im Alter von 58 Jahren. Er hinterließ seine Frau Lorraine und eine Schwester. Jacobs wurde auf dem Hillside Memorial Park Cemetery im kalifornischen Culver City beigesetzt.

Filmografie Filmschnitt 1968: Legendary Champions (Dokumentarfilm)

Regisseur 1970: a.k.a. Cassius Clay (Dokumentarfilm) 1970: Jack Johnson 1970: Sugar Ray Robinson: Pound for Pound (Dokumentarfilm) 1977: Knockout (Dokumentarfilm)

Produzent 1970: Jack Johnson

Autor 1970: Sugar Ray Robinson: Pound for Pound (Dokumentarfilm)

Berater 1973: The Fighters (Dokumentarfilm) 1979: Marciano (Fernsehfilm)

Weblinks Jim Jacobs bei ushandball.org Jimmy Jacobs in der International Boxing Hall of Fame

Einzelnachweise

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