mini|Vera Laughton Mathews (Mitte in Uniform) führt die First Lady Clementine Churchill durch das Wren-Headquarters in den Queen Anne’s Mansions, Westminster, 1941 Dame Elvira Sibyl Marie Mathews, geborene Laughton, bekannt als Vera Laughton Mathews (* 25. September 1888 in Hammersmith, London Borough of Hammersmith and Fulham, London; † 25. September 1959 in City of Westminster, London), war eine englisch-britische Frauenrechtlerin, Offizierin und Director des Women's Royal Naval Service (Wrens) von 1939 bis 1946.

Leben Mathews war die Tochter des Militärhistorikers John Knox Laughton (1830–1915) und seiner aus Cádiz, Spanien, stammenden Frau María Josefa Laughton, geborene de Alberti (1863–1945). Sie hatte eine jüngere Schwester, Grace Ellen Effingham (1889–1975) und drei jüngere Brüder, Edwin E. M. (1889–), Jeffrey Kerr (1892–1925) und Hubert Henry Schomberg (1897–1918). Mathews wurde an katholischen Schulen erzogen: im Convent of St Andrew in Streatham und in Tournai, Belgien. Später besuchte sie das King’s College London.

Mathews trat als junge Frau der Women’s Social and Political Union bei und schloss sich 1911 der Catholic Women’s Suffrage Society, heute die Nachfolgeorganisation St. Joan's International Alliance; von 1932 bis 1939 war sie Vorsitzende der Alliance. Mathews gehörte zu denen, die auch während des Krieges das Anliegen des Frauenwahlrechts nicht völlig zurückstellen wollten und wurde 1914 zur amtierenden Redakteurin der Zeitschrift The Suffragette. Außerdem arbeitete sie für die Zeitschrift Time and Tide, die 1920 von Margaret Haig Thomas gegründet worden war.

Mathews trat 1918 bei dessen Gründung dem Women's Royal Naval Service (Wrens) mit dem Rang einer Higher Officer (entsprechend einem Lieutenant Commander der Royal Navy) ernannt. Zunächst war sie Unit Officer des Women's Royal Naval Service Training Depot in Crystal Palace im Süden Londons. Das Depot wurde unmittelbar nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands im November 1918 aufgelöst, da die Rekrutierung eingestellt worden war. Mathews diente bis zur Demobilisierung 1919 in verschiedenen Positionen an der Ostküste Großbritanniens. Sie war an der Gründungen einer Organisation für ehemalige Mitglieder beteiligt und war über viele Jahre Redakteurin der Zeitschrift der Organisation, The Wren.

Am 10. Juni 1924 heiratete sie Gordon Mathews (1879–1943) verheiratet; das Paar hatte zwei Söhne und eine Tochter. Das Paar lebte mehrere Jahre in Japan. Mathews engagierte sie sich in der Pfadfinderbewegung bei den Girl Guides. Sie führte das Engagement auch in Japan fort und war als internationale Kommissarin der Organisation für das Land tätig. Nach ihrer Rückkehr nach London amtierte Mathews fast ein Jahrzehnt lang als Girl‑Guide‑Divisionskommissarin für eines der ärmsten Stadtgebiete.

Als 1939 der Krieg ausbrach, wurden die Wrens neu gegründet. Mathews wurde die neue Direktorin des WRNS, mit Ethel Goodenough als stellvertretender Direktorin. Mathews und Goodenough fiel die Aufgabe zu, die Wrens wieder aufzubauen, da zu der Zeit keinerlei Stab existierte. Es gab noch etwa 1.000 Wrens, die jedoch alle mobilisiert werden mussten. Zunächst standen nur ungeschulte freiwillige Helferinnen zur Verfügung, doch sollten 1.500 Frauen rekrutiert werden. Das dafür konstituierte Auswahlgremium bestand aus Mathews, Goodenough, Myra Curtis und Lucy Nettlefold, einer juristisch ausgebildeten Geschäftsfrau, die zusammen mit Mathews an der Universität gewesen war.

Noch mitten im Krieg, 1942 wurde Mathews Commander of the British Empire ernannt. Für ihre Unterstützung bei der Ausbildung des Personals für Marine Vrouwenafdeling (Marva), das niederländische Gegenstück zu den Wrens, erhielt sie vom niederländischen Exil‑Regierung den Orden von Oranien-Nassau. Nachdem sie den ganzen Krieg hindurch im Amt geblieben war, wurde sie 1945 zur Dame Commander of the British Empire ernannt.

Mathews trat 1947 in den Ruhestand. 1948 veröffentlichte sie eine Autobiografie unter dem Titel Blue Tapestry.

Nach ihrem Ausscheiden bei den Wrens wurde Mathews von der Nachkriegs‑Labour‑Regierung gebeten, in einer Reihe von Industrieausschüssen mitzuwirken. Sie war von 1947 bis 1950 Vorsitzende des Domestic Coal Consumers’ Council. Sie war die erste Frau, die im Management der Gasindustrie tätig war, als Mitglied des South‑Eastern Gas Board von 1949 bis 1959. Zudem fungierte sie als Beraterin für Frauenangelegenheiten beim National Gas Council. 1958 wurde sie zur Präsidentin der British Federation of Business and Professional Women ernannt.

Mathews starb 1959 in London.

Von 1969 bis 2012 existierte die Vera Laughton Mathews' Award-Wohltätigkeitsorganisation, die die Ausbildung und Schulung der Töchter ehemaliger Wrens unterstützte.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Militärperson (Royal Navy) Kategorie:Wrens Kategorie:Dame Commander des Order of the British Empire Kategorie:Brite Kategorie:Engländer Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1959 Kategorie:Frau