Paul Karge (* 16. Dezember 1862 in Stettin; † 16. Juli 1928 ebenda) war ein deutscher Archivar.
Leben Karges Vater war der Lehrer August Karge. Paul Karge legte 1882 in Stettin das Abitur ab und studierte anschließend Geschichte und slawische Sprachen an den Universitäten Berlin und Göttingen und wurde 1886 promoviert. Ab 1887 arbeitete er im preußischen Archivdienst, zunächst in Breslau unter Colmar Grünhagen und ab 1888 in Koblenz. 1891 wurde er an das Staatsarchiv Königsberg versetzt. 1906 wurde er dort zum Archivar befördertBonner Zeitung, 21. Juli 1928, S. 2 (Digitalisat).. Von 1921 bis 1927 leitete er das Archiv als Direktor.
Karge heiratete 1894 Lili von Schlemmer, beide hatten zwei Söhne. 1912 kandidierte er erfolglos bei den Reichstagswahlen für die Freikonservative Partei.
Veröffentlichungen
Die russisch-österreichische Allianz von 1746 und ihre Vorgeschichte: Nach russischen und österreichischen Quellen. Peppmüller, Göttingen 1887 (Teilw. zugl.: Berlin, Univ., Diss., 1886). Slavische Denkmäler aus älterer Zeit in Breslau. In: Archiv für slavische Philologie. Bd. 12 (1889), S. 121–139. Die Beziehungen der Habsburger zu Moskau. In: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Bd. 9 (1893). Die Reise der russischen Konzilsgesandten durch die Ordenslande. 1438, Januar–Mai. In: Altpreußische Monatsschrift. Bd. 32 (1895), S. 488–504 (Digitalisat). Die pommerschen Herzöge als Reichskommissare während der livländischen Katastrophe in den Jahren 1559 und 1560. In: Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte und Alterthumskunde Pommerns: Festschrift zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Herrn Gymnasialdirector Professor H. Lemcke als Vorsitzenden der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde. Herrcke & Lebeling, Stettin 1898, S. 74–101. Kurbrandenburg und Polen (die polnische Nachfolge und preußische Mitbelehnung) 1548–1563. In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. Bd. 11 (1898), S. 103–173. Ein Plan zur Versorgung des Markgrafen Sigmund in den Jahren 1541–1542. In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. Bd. 11 (1898), S. 527–530. 100 Jahre Friedrich Reinhold Haebler: ein Gedenkblatt zum 100jährigen Bestehen der Firma. Leupold, Königsberg 1901. Herzog Albrecht von Preußen und der Deutsche Orden. In: Altpreußische Monatsschrift. Bd. 39 (1902), S. 371–485 (Digitalisat). Die Weichselfischerei der Gnojauer Wachbude: Historisch-kritische Studie zum preußisch-polnischen Verwaltungsrecht des 16.–18. Jahrhunderts. In: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins. Bd. 46 (1904), S. 121–139. Die handschriftlichen Quellen der Kaiserlichen Öffentlichen Bibliothek zu St. Petersburg zur Geschichte Polens im 16. und 17. Jahrhundert. In: Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen. Bd. 22 (1907), S. 1–57. Im Kampf um Deutschlands Zukunft. „Politik“ Verlags-Anstalt, Berlin 1912. Russland, ein Nationalitätenstaat. In: Axel Ripke (Hrsg.): Der Koloß auf tönernen Füßen: gesammelte Aufsätze über Rußland. Lehmann, München 1916, S. 40–54. Zur Geschichte des Deutschtums in Wilna und Kauen (Kowno). In: Altpreußische Monatsschrift. Bd. 54 (1917), S. 35–95 (Digitalisat). Der Wilnaer Schloßbaumeister Peter Naunhart, 1595–1622. In: Der Beobachter. Beilage zur Armeezeitung. Nr. 127, 9. Juni 1918, S. 2f. (Digitalisat). Der deutsch-litauische Handelsverkehr und die Deutsche Straße in Wilna vom 13.–16. Jahrhundert. In: Der Beobachter. Beilage zur Armeezeitung. Nr. 158, 15. September 1918, S. 1f. (Digitalisat). Herzog Albecht von Preußen und der Koppesche Hof auf der Deutschen Straße in Wina 1565. In: Zeitung der 10. Armee. Bd. 3 (1918), Nr. 677, 17. September 1918, S. 3f. (Digitalisat). Der Gesandtschaftsbericht des Ordensspittlers Grafen Konrad von Kyburg vom Jahre 1397 – eine polnische Fälschung. In: Altpreußische Monatsschrift. Bd. 55 (1918), S. 50–60 (Digitalisat). Erich Joachim. Ein Lebensbild zu seinem siebzigjährigen Geburtstage. In: Altpreußische Monatsschrift. Bd. 58 (1921), Heft 4, S. 143–152 (Digitalisat). Die Auswanderung west- und ostpreussischer Mennoniten nach Südrussland (nach Chortiza und Molotschna) 1787–1820. In: Elbinger Jahrbuch. Bd. 3 (1923), S. 65–98. Die religiösen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strömungen in Riga 1530–1535. In: Mitteilungen aus der livländischen Geschichte. Bd. 23 (1924–1926), S. 296–371. Die Litauerfrage in Altpreussen in geschichtlicher Beleuchtung. Meyer, Königsberg 1925.
Literatur
Christian Krollmann: Paul Karge †. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte von Ost- und Westpreußen. Bd. 3 (1928/29), Heft 2, S. 17–22 (Digitalisat). Hein: Dr. Paul Karge. In: Archivalische Zeitschrift. Bd. 38 (1929), S. 310. Marie-Luise Heckmann: Karge, Paul. In: Dies.: Die erste und zweite Generation der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung – am Beispiel ausgewählter Mitglieder. In: Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): 100 Jahre Forschung über Ost- und Westpreußen. Die Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung. Geschichte, Forschungsthemen, Quellen. fibre, Osnabrück 2025 (Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung; 35), ISBN 978-3-944870-94-6, S. 1–77, hier: S. 29f.
Einzelnachweise
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