mini|Gebäude Allee 7 in Coburg mini|Eingangsportal

Das Gebäude Allee 7 ist das ehemalige Landkrankenhaus des Herzogtums Coburg. Danach wurde es durch das Landratsamt Coburg genutzt. Der zweigeschossige, denkmalgeschützte Walmdachbau wird seit 2021 in eine Eigentumswohnanlage umgebaut.

Geschichte Gegenüber der Heilig-Kreuz-Kirche entstand im Spätmittelalter in der Heiligkreuzstraße 28 ein Seelhaus, aus dem sich Anfang des 19. Jahrhunderts das Bürgerspital entwickelte. Das städtische Spital war für die zahlenmäßig zunehmende Bevölkerung aber nicht mehr ausreichend. Im Jahr 1858 übernahm der Landtag des Herzogtums Coburg die Trägerschaft eines neuen Krankenhauses für die Stadt und das Land Coburg. Das städtische Spitalgebäude an der Heilig-Kreuz-Kirche erwarb der Staat 1860 und betrieb es danach als Filialanstalt. Als Standort des neuen Krankenhauses wurde die Allee festgelegt. Alte Entwürfe des Hofbaumeisters Carl Friedrich Wilhelm Streib wurden überarbeitet und die Pläne vom Bauconducteur Julius Girtanner sowie vom Obermedizinalrat Schiegnitz erstellt.

Am 21. Juni 1860 war Grundsteinlegung für den Neubau. Am 1. Juli 1862 nahm das Landkrankenhaus den Betrieb auf. Die Baukosten betrugen 82.409 Gulden. Das Krankenhaus hatte anfangs 85 Betten.

Aber schon 1887 wurden die Zustände mit unzureichenden Räumlichkeiten und mangelhafter Einrichtung in einem Gutachten kritisiert. Ende des 19. Jahrhunderts wurde daher ein grundlegender Umbau oder alternativ ein Neubau diskutiert. 1899 stimmte der Coburger Landtag mehrheitlich für einen Neubau. Nach der Eröffnung eines neuen Krankenhauses in Ketschendorf am 1. Mai 1903 wurde der Klinikbetrieb nach dort verlegt. Im September 1904 folgte der Umzug des Landratsamtes Coburg vom Zeughaus in der Herrngasse in das ehemalige Krankenhausgebäude. 1925 wurden in das Dachgeschoss Wohnungen eingebaut. Die ursprünglich ausgedehnte Gartenanlage um das Krankenhaus wurden zu Parkplatzflächen umfunktioniert. Das Landratsamt verließ 1989 das Gebäude und zog in einen Neubau auf der Lauterer Höhe. Nach 1990 diente das Haus als Aussiedlerwohnheim. Im Jahr 2009 erwarb ein Investor das Gebäude. Etwa 2021 begann er mit einem umfassenden Umbau für 16 Eigentumswohnungen.Andreas Wolf: Die Schönheit kommt von innen. In: Neue Presse Coburg, 27. April 2023, S. 10.

Architektur Das Gebäude ist ein dreiflügeliger Sandsteinquaderbau in romanischem und gotischem Stil mit einem Walmdach. Die Fassade gliedern Eckpilaster und Blendbogenfries. Der dominierende, unterkellerte Hauptflügel zur Allee ist dreiteilig und hat neun Fensterachsen. Der leicht vorspringende Mittelabschnitt zu drei Achsen ist mit einem dritten Geschoss überhöht. Spitzbogige Fensterpaare in Formen der Neugotik besitzt der Mittelrisalit im ersten Obergeschoss. In den beiden Seitenabschnitten weisen die Fenster überdachte Segmentbögen auf. Ein analog gestaltetes Portal mit einem mittigen, vierstufigen Treppenaufgang erschließt den Hauptflügel.

Die Seitenflügel sind ebenfalls zweigeschossig, jedoch nach Länge und Einzelausbildung unterschiedlich. Die neuromanische Blendbogenreihe mit einem Zackenfries umzieht auch sie, mit Ausnahme der Stirnseiten. Der Südflügel erstreckt sich über neun Achsen, wobei die drei mittleren als Risalit vortreten. Auf der Hofseite des Südflügels befindet sich ein einachsiger Anbau. Der nördliche Seitenflügel hat nur drei Achsen.

Beim Umbau zu Wohnungen wurden drei dreigeschossige Stahlbalkontürme vor die Fassade des südlichen Seitenflügels gestellt.

Weblinks

, Aktennummer D-6-63-000-24

Einzelnachweise Tilmann Breuer: Liste der schutzwürdigen Bauten in der Stadt Coburg. Coburg 1970, S. 4–5. Helmut Wolter: Das Häuserbuch der Stadt Coburg 1400–1945, Band 2: Alexandrinenstraße, Allee. Verlag Frankenschwelle KG, Hildburghausen 2002, ISBN 3-86180-134-5, S. 133–136.

Allee Allee Kategorie:Erbaut 1862 Kategorie:Bauwerk aus Sandstein Kategorie:Ehemaliges Krankenhaus in Bayern Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Coburg