Germinal ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Émile Zola durch Claude Berri aus dem Jahr 1993.

Handlung Die Geschichte spielt in der Bergbaustadt Voreux im Nordfrankreich des mittleren 19. Jahrhunderts. Étienne Lantier, ein arbeitsloser Mechaniker, kommt in die Stadt und findet bei der Familie Maheu eine Bleibe. Er verliebt sich in die älteste Tochter Catherine. In der Kohlengrube von Voreux findet er einen Arbeitsplatz. Dieser ist zwar schlecht bezahlt, doch Étienne ist nicht wählerisch, da er auf das Geld angewiesen ist. Bald jedoch ist er über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen so empört, dass er, ein überzeugter Sozialist, die Bergarbeiter zum Aufstand bewegt.

Der Streik, den Étienne anführt, bringt die gesamte Kohleindustrie der Gegend in große Schwierigkeiten, doch die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien verschlechtern sich noch zusätzlich, da der Lohn ausfällt. Die Unternehmer holen unterdessen belgische Aushilfsarbeiter zu Hilfe. Die Arbeiter sind darüber empört und wollen sich wehren, als das Militär eingreift. Es kommt zu einer Schießerei, bei der mehrere Aufständische, darunter auch der alte Maheu und sein kleiner Sohn, getötet werden. Durch den Hunger und die Verzweiflung müssen die Streikenden schließlich ihre Arbeit fortsetzen und bekommen nun noch weniger Lohn.

Bevor die Arbeiter einfahren, sabotiert der Anarchist Souvarine die Mine, was zu einem Einsturz führt. Bis auf Étienne, Catherine und deren ehemaligen Verlobten werden alle gerettet. Étienne erschlägt in der Enge der Grube Chaval, den Liebhaber Catherines, in einem Kampf und muss zusehen, wie Catherine verhungert. Als die Rettungsmannschaften zu ihnen vordringen ist nur noch Étienne übrig. Der verlässt nach seiner Rettung Voreux und will weiter für den Sieg des Sozialismus kämpfen.

Kritiken Der Filmdienst kritisierte die Wiederverfilmung des Zola-Romans, die der Vorlage in keiner Weise gerecht werde, lobte aber die weibliche Darstellerriege um Miou-Miou. Germinal würde das Interesse des Zuschauers schnell erlahmen, da „die Charakterisierung der gesellschaftlichen Gruppen sich in Schwarz-Weiß-Malerei erschöpft und die Hauptrolle falsch besetzt“ sei.

Auszeichnungen Der Film war 1994 zwölfmal für den französischen Filmpreis César nominiert, konnte sich aber nur in zwei Kategorien, Beste Kamera und Beste Kostüme (Moidele Bickel, Sylvie Gautrelet und Caroline de Vivaise), durchsetzen. Die anderen zehn Nominierungen gab es in den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin (Miou-Miou), Bester Nebendarsteller (Jean-Roger Milo), Beste Nebendarstellerin (Judith Henry), Bestes Drehbuch, Beste Filmmusik, Bester Ton, Bestes Szenenbild und Bester Schnitt.

Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Interopa Film in Berlin. Für das Dialogbuch und die Synchronregie sorgte Theodor Dopheide. RolleDarstellerSynchronsprecherÉtienne LantierRenaudUlrich MatthesMaheudeMiou-MiouAnita LochnerVincent Maheu dit BonnemortJean CarmetDetlev WitteToussaint MaheuGérard DepardieuManfred LehmannRasseneurJean-Pierre BissonFrank-Otto SchenkSouvarineLaurent TerzieffEberhard PrüterVictor DeneulinBernard FressonKlaus SonnenscheinChavalJean-Roger MiloThomas PetruoPhilippe HennebeauJacques DacqmineFriedrich G. BeckhausMadame HennebeauAnny DupereyRita Engelmann

Weblinks

Spiegel-Artikel von 1994

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1993 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Émile-Zola-Verfilmung Kategorie:Arbeit im Film