Nadseja Kanstanzinauna Kandrussewitsch-Schydlouskaja () ist eine belarussische Übersetzerin und Verlegerin. Sie gründete 2018 in Belarus den Kinderbuchverlag Koska. Im Jahr 2025 wurde sie gemeinsam mit Dmitri Strozew mit dem Prix Voltaire der Internationalen Verleger-Union ausgezeichnet.
Leben Kandrussewitsch-Schydlouskaja bezeichnete die Lektüre von Astrid Lindgren in ihrer Kindheit als Ausgangspunkt ihres Interesses an schwedischer Kinderliteratur. Schwedisch lernte sie an der Linguistischen Universität in Minsk, während Englisch ihre Hauptsprache im Studium war. Am 2. April 2019, dem Internationalen Tag des Kinderbuchs, hielt sie sich in Stockholm auf.
Wirken Sie begann 2018 als Initiatorin des Verlags Koska mit der Veröffentlichung schwedischer Kinderliteratur auf Belarussisch. Der Verlag sollte sich auf Bücher für Kinder und Jugendliche konzentrieren und Übersetzungen aus dem Schwedischen bündeln. Zu den von ihr ins Belarussische übertragenen Reihen zählen Mamma Mu sowie Pettson und Findus. Sie gilt als wichtige Akteurin im kulturellen Austausch zwischen Schweden und Belarus. Die ersten Koska-Bücher finanzierte sie vollständig aus eigenen Mitteln und entwickelte weitere Titel aus den Verkaufserlösen. Für die Bewerbung der Bücher arbeitete sie mit der schwedischen Botschaft und dem belarussischen Schriftstellerverband zusammen. Als realistisch verkäufliche durchschnittliche Auflage eines Kinderbuchs in Belarus nannte sie etwa 1000 Exemplare pro Jahr. Sie organisierte während der Proteste in Belarus Lesungen und Gespräche und ermöglichte Kindern einen Austausch mit Jujja Wieslander über das Internet. Der unabhängige belarussische Verlag Knihazbor veröffentlichte neun Bände der Reihe Pettson und Findus in ihrer Übersetzung. Sie ist Trägerin des von der Svenska Barnboksakademin vergebenen Eldsjälspris (2018). Am 26. Oktober 2019 erhielt sie in der Kategorie „Kinderbuchübersetzung“ den Carlos-Sherman-Preis für ihre Übersetzung eines Kinderbuches von Jujja Wieslanders. Koska wurden nach der Präsidentschaftswahl 2020 Publikationen beschlagnahmt und dem Verlag wurde die Schließung angedroht. Seit 2022 setzt sie ihre Verlagsarbeit im Exil fort und erreicht weiterhin belarussische Kinder im Herkunftsland. Am 2. Juni 2025 wurde ihr gemeinsam mit Dmitri Strozew der Prix Voltaire verliehen.
Einzelnachweise
Kategorie:Übersetzer aus dem Schwedischen Kategorie:Übersetzer ins Belarussische Kategorie:Verleger Kategorie:Belarusse Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau