mini|hochkant|Foto Arnold Overbeck, Gebr. G. & A. Overbeck in Düsseldorf Albert Flamm (* 9. April 1823 in Köln; † 28. März 1906 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler der Düsseldorfer Schule.
Leben Flamm studierte von 1836 bis 1838 das Baufach (Architektur) an der Kunstakademie Düsseldorf und in Antwerpen. 1841 wandte er sich der Malerei zu und wurde in Düsseldorf Schüler von Andreas Achenbach, mit dessen Bruder Oswald er innige Freundschaft schloss und mehrere Studienreisen unternahm, anfangs an Rhein, Ahr und Mosel, 1845 eine erste,Bettina Baumgärtel: Chronik der Düsseldorfer Malerschule 1815–2011. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 361 1850 bis 1853 eine weitere, längere Reise nach Italien, wo sie, zusammen mit Arnold Böcklin,Bettina Baumgärtel: Chronik der Düsseldorfer Malerschule 1815–2011. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 363 in Rom einen Wohnsitz nahmen und von dort aus Abstecher in die römische Campagna, in die Pontinischen Sümpfe und in den Süden der Italienischen Halbinsel starteten, etwa nach Neapel. In späterer Zeit wiederholten sich die Reisen nach Italien. Oswald Achenbach und Albert Flamm wurden so zu „Italienmalern“. Der amerikanische Maler Sanford Robinson Gifford schrieb 1868 aus Rom, dass Achenbach der einzige Maler sei, der die italienische Landschaft auf eine Leinwand bannen könne. Hierbei machte er eine ausdrückliche Ausnahme bei Flamm, dessen Campagna-Landschaft beispielhaft und „wahr“ sei.David B. Dearinger: Paintings and Sculpture in the Collection of the National Academy of Design. Hudson Hills Press, Manchester/Vermont 2004, ISBN 1-55595-029-9, S. 195 (, abgerufen am 28. Juni 2017).
1848 gehörte Flamm zu den Gründern des Künstlervereins Malkasten.Sabine Herder: Anz & Comp. Eine lithographische Anstalt zwischen Theater und Künstlerschaft. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 286 1861 wurden der Norweger Ludvig Munthe und der US-Amerikaner Alfred Cornelius Howland Privatschüler von Flamm,Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 366, 432 später auch die Schwedin Jeanna BauckBettina Baumgärtel: Chronik der Düsseldorfer Malerschule 1815–2011. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 367Jochen Schmidt-Liebich: Lexikon der Künstlerinnen 1700–1900. K. G. Saur Verlag, München 2005, ISBN 3-598-11694-2. S. 38 (, abgerufen am 28. Juni 2017). und der US-Amerikaner William Keith.Bettina Baumgärtel, Sabine Schroyen, Lydia Immerheiser, Sabine Teichgröb: Verzeichnis der ausländischen Künstler und Künstlerinnen. Nationalität, Aufenthalt und Studium in Düsseldorf. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 433 1870 begann Flamm, den Lehrer Oswald Achenbach an der Kunstakademie Düsseldorf zu vertreten.Bettina Baumgärtel: Chronik der Düsseldorfer Malerschule 1815–2011. In: Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819-1918. Band 1, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, S. 368 Einer seiner dortigen Schüler war Gregor von Bochmann.Julia Hümme: Gregor von Bochmann (1850–1930). Leben und Werk eines deutschbaltischen Malers in Düsseldorf. Verlag Ludwig, Kiel 2007, ISBN 978-3-937719-31-3, S. 101, Anmerkungen: S. 208 ff. 1898 erhielten Albert Flamm, Otto Erdmann und Georg Oeder aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Malkastens den Roten Adlerorden 4. Klasse.Personalnachrichten. In: Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, N.F. 9, 1898, Heft 32, S. 521 (Digitalisat).
Flamm heiratete am 19. Oktober 1860 Anna Arnz, eine Tochter des Verlegers Heinrich Arnz (Arnz & Comp.). Sie war die Schwester des Malers Albert Arnz und der Julie Arnz (1827–1896), die den Maler Oswald Achenbach geheiratet hatte. Flamm und Achenbach waren somit Schwager. Flamm hatte eine Schwester Charlotte, die sich als Stilllebenmalerin betätigte, und einen Sohn Carl, der Porträtmaler war. Ein weiterer Sohn, Oswald Flamm, studierte Schiffs- und Schiffsmaschinenbau in Charlottenburg und wurde ein führender Forscher und Konstrukteur im Schiffs- und U-Bootbau des deutschen Kaiserreichs.Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2. Ausgabe, K. G. Saur Verlag, München 2006, ISBN 978-3-598-25030-9, S. 370 (, abgerufen am 28. Juni 2017).
Werk mini|Römische Campagna mini|hochkant|Golf von Neapel mini|hochkant|Abendstimmung am Rhein Flamm malte überwiegend italienische Landschaften, die sich durch Naturwahrheit, leuchtendes Kolorit und virtuose Behandlung Anerkennung erworben haben. In Italien bevorzugte er die Landschaften bei Rom und Neapel, die er in warmem, hellem Sonnenlicht und mit fein gemalten Details zeigte, oft Szenen vom Leben der Landbevölkerung, was den Erwartungen der Italien-Touristen entsprach. Häufig wählte er einen erhöhten Betrachterstandpunkt, um weite, panoramahafte Blickwinkel erzeugen zu können. Innerhalb der Düsseldorfer Landschaftsmalerei zählte Flamm neben Oswald Achenbach und Eugen Dücker ab den 1860er Jahren zu den „Schul- und Publikumsgrößen ersten Ranges“.Ekkehard Mai: Die Düsseldorfer Malerschule und die Malerei des 19. Jahrhunderts. In: Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 29
Gemälde (Auswahl) Der Marktplatz von Colonna im Albanergebirge, 1861, Münster, Westfälische Kunsthalle Herannahendes Gewitter in der römischen Campagna, 1862 Motiv auf Capri, 1864 Ansicht des Pilatus von der Rigiseite, 1871 Blick auf den Golf von Neapel vom Posilippo Die Via Appia bei Rom, 1872, Kunsthalle Hamburg Der Golf von Sorrent, Kassel, Staatliche Museen Im Park der Villa d’Este in Tivoli, 1874 Villa Aldobrandini, 1874 Parkszene in Frascati, 1879 Motiv auf Ischia, 1880 Ansicht des Siebengebirges, 1880 Herbstmorgen am Starnberger See, 1880 Herbstabend am Starnberger See, 1880 Blick auf Cumae, 1881, Berliner Nationalgalerie Westfälische Landschaft, 1888
Illustrationen (Auswahl) In: Weihnachts-Album. – Düsseldorf: Arnz, 1853. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Literatur
Hans Paffrath (Hrsg.): Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 1: Abbema–Gurlitt. Herausgegeben vom Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof und von der Galerie Paffrath. Bruckmann, München 1997, ISBN 3-7654-3009-9.
Weblinks
Flamm, Albert, Kurzbiografie im Portal kettererkunst.de Albert Flamm, Kurzbiografie im Portal gdk-galerie.de Albert Flamm, Datenblatt im Portal rkd.nl (Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie) Inventarnummer 149 (1901): Albert Flamm: Italienische Landschaft, Biografie im Portal reiff-museum.rwth-aachen.de Albert Flamm, Auktionsresultate im Portal artnet.de
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (Düsseldorfer Malerschule) Kategorie:Landschaftsmaler Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher