Der Palazzo Felici ist ein Palast aus dem 19. Jahrhundert in Norma in der italienischen Region Latium. Er liegt an der Via del Corso, 2-12.

Geschichte und Beschreibung Das große, allseitig freistehende Gebäude hat vier Stockwerke.

Die vollständig verputzten Fassaden sind horizontal unterteilt: Das Erdgeschoss zeigt Bossenwerk, das erste Obergeschoss zeigt Vorsprünge und Voluten und schließt nach oben mit einem vorspringenden Gesims ab. Weitere charakteristische Elemente der Fassade sind: Das große Eingangstor, gerahmt von Voluten und Pfosten in Stein, noch original aus Holz und mit einem bronzenen Türklopfer in Form einer weiblichen Hand; die symmetrischen Nebeneingänge, jeweils um ein Viertel der Fassadenlänge von den Ecken eingerückt; der Balkon im ersten Obergeschoss in der Symmetrieachse, gestützt durch steinerne Konsolen und begrenzt durch eine schmiedeeiserne Balustrade mit Mäander- und Pfeilerverzierungen; die Gesimse, die Fensterrahmen und die Eckenschützer mit einfachen Stuckmotiven; der Sockel aus zwei Reihen behauener, großer Steinblöcke. Die Gesimse, Rahmen und Voluten aus Stuck setzen sich an den Seitenfassaden fort, um an der Rückfassade in einer kurzen Wendung zu enden, wo das charakterisierende Motiv, das jetzt kaum noch wahrnehmbar ist, stattdessen durch kleine Balkone in der Symmetrieachse gegeben ist, um die Ausdehnung zwischen den Geschossen anzuzeigen.

Weitere einzigartige Details der Rückfassade sind: Ein asymmetrisch gesetztes Stalltor; fünf Wolfsmaulfenster auf der linken Seite, wo das Gelände niedriger ist; mit Steindübeln befestigte Ringe aus Schmiedeeisen, um Haustiere anzubinden. Der Eingang, das Treppenhaus und ein Teil der Räume im ersten und zweiten Geschoss zeigen Verzierungen in Tempera an den Gewölben und einigen Wänden mit bukolischen oder geometrischen Motiven oder Grotesken. Einige Themen kehren wieder, wie das Familienwappen, landwirtschaftliche und Reitaktivitäten und in einigen besonderen Räumen im zweiten Geschoss religiöse und humanistische Themen. Das Konstruktionsprinzip ist das der tragenden Mauern aus Stein und Mörtel mit horizontalen Abschnitten, die teilweise aus Konkretionen und behauenem Schutt bestehen. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein großer Raum in voller Gebäudehöhe, der das Treppenhaus darstellt, in allen Geschossen längs mit Tonnengewölben gestützt und in den Symmetrieachsen begleitet von großen, gedeckten Räumen mit Anbauten in Höhe eines einzelnen Geschosses.

In den außen liegenden Bereichen ist das Gebäude in drei Baukörper unterteilt; im Erdgeschoss gibt es Kreuzgewölbe auf Rundbögen, die tragende Mauern öffnen, im ersten Obergeschoss einfache, komplexe Gewölbe, die zu Korbbögen abgesenkt sind im zweiten Obergeschoss komplexe Gewölbe mit beträchtlicher Betonung; im dritten Obergeschoss gab es eine Holzzwischendecke mit Balken und Kassetten, von der allerdings nur kleinste Spuren erhalten sind. Das Dach ist ein Krüppelwalmdach mit Holzdachstuhl, eine große Unterkonstruktion mit Streben und Pfetten in piemontesischem Stil und ein kleines Fachwerk und kleine Unterkonstruktion aus Dachsparren und Schalung; die Deckung ist in Mönch-und-Nonnen-Ziegeln.

Die Recherche in den entsprechenden Archiven haben weder das originale Projekt zutage gefördert, noch klargemacht, wem das Gebäude zuzuschreiben ist. Der Mundpropaganda nach wird das Projekt einem gewissen, nicht näher bezeichneten Architekten Fontana zugeschrieben, einer herausragenden Persönlichkeit, der beim Vatikan in Rom arbeitete; dies ist unbestätigt, wird aber durch die historischen Verhältnisse des Kunden gestützt. Es handelt sich dabei, wie eine Inschrift am Gewölbe des Eingangsbereiches aussagt, um Monsignore Annibale Felici, den Kammerdiener des Pontifex, um Papst Pius IX. bei seinem Erholungsaufenthalt zu beherbergen. Wegen des plötzlichen Todes des Papstes fand dieser Aufenthalt aber nie statt. In dieser Tatsache, sowie in den veränderten historischen Bedingungen nach der Einigung Italiens und im späteren Tod des Monsignore, könnten die Gründe für die Nichtfertigstellung des Werkes und die Veränderungen der baulichen Qualität liegen, sowohl in struktureller als auch in gestalterischer Hinsicht. Was das Datum angeht, gibt es nur einen sicheren Hinweis in der Inschrift, die das Jahr 1860 angibt, ohne auszuführen, ob es sich dabei um den Beginn oder die Fertigstellung der Bauarbeiten handelt.

Tatsächlich stammen die wenigen verfügbaren Dokumente über den Erwerb des Baugrundstücks aus einer Zeit viele Jahrzehnte vorher, mit Ausnahme von einem, das vermutlich ein kleines Gebäude betrifft, das später abgerissen wurde, um den Bau des Palastes zu ermöglichen; das Datum dieses Notarvertrages, wenn es sich tatsächlich um das Bauernhaus handelt, von dem sich sichere Spuren sowohl in den Fundamenten als auch in den Katasterplänen finden lassen, liegt unmittelbar nach 1860, aber angesichts der damaligen Praxis, eine Urkunde erst dann zu verfassen, wenn ein Notar verfügbar war, wäre dies immer noch unzuverlässig. Sicher ist aber, dass sich in den 1890er-Jahren der Palast bereits in seinem heutigen Zustand befand, mit Ausnahme einiger Gestaltungsdetails und Dekorationen, die aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts stammen, und natürlich der späteren Überarbeitungen. Die konstruktiven Vorgehensweisen und die genutzten Materialien sind auch nicht leicht zeitlich einzuordnen, da sie sich oft in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation befinden, ebenso wie in dem zwischen Regionalismus und dem Einfluss ausländischer Meister.

Deutlich klarer erscheint dagegen die Rekonstruktion der Ereignisse nach dem Tod von Monsignore Annibale Felici, der ab 1903 zur Aufteilung des Palastes in verschiedene Wohneinheiten und zur Trennung des Schicksals der Wirtschaftsgebäude im rückwärtigen Hof führte. Was das Gebäude angeht, führte die Aufteilung in Wohnungen nicht zu signifikanten Veränderungen; deutlich war der Einbau einer Wirtschaftstreppe hinter der Haupttreppe, von der Spuren im zweiten und dritten Obergeschoss, sowie im Dachgeschoss, blieben. Ebenso hinterließ die Unterteilung der Räume im Erdgeschoss durch Trennwände ihre Spuren. Die Folge der Aufteilung in einzelne Wohnungen war dagegen der Umbau einiger Räume in diesen Wohnungen zu Küchen und der nachfolgende Einbau von Bädern oder der Ersatz der Außentoiletten auf den Balkonen der Rückfassade, von denen noch originale Spuren im dritten Obergeschoss zu sehen sind, sowie Umbauten im zweiten und ersten Obergeschoss, in letzterem mit Erweiterungen.

Letzte Umbauten sind vor der Einführung des Bebauungsplans der Gemeinde Norma entstanden und führten daher nicht zu irgendeiner durchgängigen Dokumentation: Sie betrafen kleinere Bauarbeiten, wie die Aufteilung einiger Innenräume, die erwähnten Veränderungen an den Balkonen im ersten und zweiten Obergeschoss und die Erweiterung einiger Fenster zu Türen im Erdgeschoss. In die frühen 1980er-Jahren fallen dagegen die Erweiterung des Fensters rechts des Haupteingangs zu einer Tür, der Bau zweier Balkone im ersten Obergeschoss der Rückfassade und der Beginn einer später entfernten Ergänzung des dritten Obergeschosses. Die Entwicklung der Fenster der Geschäfte im Erdgeschoss und der freiliegenden Versorgungsnetze an der Rückfassade (Elektro- und Wasserleitungen) sind dagegen unsicherer.

Weblinks und Quellen

Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Palast im Latium Palazzo Felici