mini|Pieter Cornelis Dommersen: Schiffe in einem niederländischen Flussmündungsgebiet bei Ebbe, 1868. Ex-Sotheby's

Pieter Cornelis Dommersen, auch bekannt als Pieter Cornelis Dommershuijzen (* 6. Dezember 1834 in Utrecht; † 18. November 1918 in Hexham, Northumberland in England), war ein niederländischer Marinemaler, der gelegentlich auch Stadtansichten malte.

Leben Pieter Cornelis Dommersen wurde 1833 in Utrecht geboren. Er war der Bruder des Marinemalers Cornelis Christiaan Dommershuijzen sowie der Vater des Malers William Raymond Dommersen. Über seine künstlerische Ausbildung ist nichts Sicheres überliefert, vermutlich war er Autodidakt. Zwischen 1852 und 1861 war er nachweislich in Amsterdam tätig. Anschließend hielt er sich gemeinsam mit seinem Bruder in England auf, wo er ebenfalls künstlerisch tätig war. Für die Jahre 1877 bis 1883 wird ein Aufenthalt in Brüssel vermutet. Dommershuijzen unternahm gemeinsam mit seinem Sohn ausgedehnte Studienreisen durch Europa. Überliefert ist außerdem, dass beide an einzelnen Gemälden zusammenarbeiteten. Pieter Cornelis Dommersen starb im Jahr 1918 in England.

Werk mini|Pieter Cornelis Dommersen: Küstenfahrt, 1876. Middlebury College Museum of Art, Middlebury, VT Das Werk von Pieter Cornelis Dommersen umfasst vor allem maritime Darstellungen. Auf seinen Gemälden ist das klassische Repertoire der Marinemalerei zu sehen: holländische und englische See-, Fluss-, Strand- und Hafenansichten, Boote und Schiffe auf hoher See oder im Sturm. Auch Schiffbrüche und marinehistorische Szenen gehören zu seinem Themenkreis. Einige Stadt- und Straßenansichten, die ihm früher zugeschrieben wurden, gelten heute jedoch als Verwechslungen mit Werken seines Bruders Cornelis Christiaan Dommelshuizen, dessen Signatur der seinen ähnelt. Dazu zählen unter anderem eine Ansicht von Duisburg sowie das Gemälde Das bayerische Bamberg im Regen. Zwei Werke aus dem Jahr 1876 zeigen Gartenansichten der Wohnhäuser von Charles und Walter Butters. Dommershuijzen stellte außerdem in London aus, unter anderem 1865 in der Royal Academy und in der British Institution, wo Werke wie Rauhe See vor der holländischen Insel Walcheren, Sonnenuntergang in Scheveningen und Ruhige See gezeigt wurden. Weitere Ausstellungen erfolgten 1868 und 1878 in der Society of British Artists.

Seine Malweise orientiert sich an der niederländischen Marinemalerei des 17. Jahrhunderts. Charakteristisch sind dekorativ gestaltete Vordergründe, die häufig mit Figuren belebt sind und im Vergleich zum maritimen Hintergrund oft eine größere Bedeutung einnehmen. Die dargestellten Schiffstypen und Lokalitäten sind in der Regel zeitgenössisch. Offenbar schuf Dommershuijzen zahlreiche kleinformatige Gemälde, deren Motive in variierter Form für ein breites Publikum wiederverwendet wurden. Daneben sind auch mittelformatige Werke sowie Pendants bekannt, etwa Meliskerk und Auf der Sandbank bei Muiderberg aus dem Jahr 1901. Einige großformatige Gemälde entstanden vermutlich im Kundenauftrag und zeigen eine anspruchsvollere Bildkonzeption. Ein Beispiel ist das Gemälde The Total Destruction of the Merchant Ship Kent by Fire, auf dem das Ereignis zentral inszeniert wird und bei dem eine besonders effektvolle Farbwirkung aus den Elementen Wasser, Luft und Feuer entsteht. Seine Werke sind meist signiert und häufig datiert, wobei verschiedene Schreibweisen seines Namens verwendet wurden. Aufgrund der ähnlichen Signaturen kommt es häufig zu Verwechslungen mit Arbeiten seines Bruders.

Literatur

Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.

Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006 Algernon Graves, The British Institution 1806–1867. A Complete Dictionary of Contributors and Their Work, George Bell and Sons, London, 1908. Algernon Graves, The Royal Academy of Arts. A Complete Dictionary of Contributors and Their Work from Its Foundation in 1769 to 1904, Henry Graves and Co., London, 1905. Charles G. Hemming, British Painters of the Coast and Sea, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 1988. Denys Brook-Hart, Twentieth Century Marine Painting, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 1974. Edward H. H. Archibald, Dictionary of Sea Painters of Europe and America, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 1980. Fredrik J. Brewington, Dictionary of Marine Artists, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 1982. John Wilmer, Dictionary of British Marine Artists, Antique Collectors’ Club, Woodbridge, 2002. Pieter A. Scheen, Lexicon Nederlandse beeldende kunstenaars 1750–1950, Kunsthandel Pieter A. Scheen N.V., ’s-Gravenhage, 1969–1970.

Weblinks

Artvee Gallerease

Einzelnachweise

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