Peter Bauer (* 27. Februar 1936 in Wuppertal) ist ein deutscher Journalist. Von 1964 bis 1997 war er Fernsehjournalist und Auslandskorrespondent beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) und veröffentlichte bei verschiedenen Rundfunkanstalten und Printmedien.
Leben und Werk Nach dem Abitur 1956 in Düren nahm Peter Bauer für ein Jahr zunächst eine Arbeit als Bauhilfsarbeiter zur Finanzierung seines Studiums auf. Anschließend studierte er an den Universitäten Bonn, Wien und Berlin die Fächer Publizistik (bei Emil Dovifat), Politische Wissenschaften (bei Ernst Fraenkel) und Geschichte (bei Hans Herzfeld). An der Freien Universität Berlin promovierte er 1962 zum Dr. phil (cum laude) bei Emil Dovifat (Publizistik) und Ernst Fraenkel (Politikwissenschaften) mit der Dissertation Die Organisation der amtlichen Pressepolitik in der Weimarer Republik.
Der ersten Anstellung bei der Pressestelle der Maschinenfabrik Demag AG in Duisburg unter der Leitung von Friedrich von Friedeburg folgte 1964 der Wechsel zur Tagesschau (ARD) in Hamburg als Redakteur. 1968 setzte Peter Bauer dann seine journalistische Laufbahn beim WDR in Köln fort, zunächst in der Redaktion des 1964 neu geschaffenen Dritten Fernsehprogramms des WDR unter Leitung von Werner Höfer mit einer täglichen 15-Minuten News-Sendung. 1970 übernahm Peter Bauer die Nachfolge bei der WDR-Tagesschau von Fritz Pleitgen, der zu der Zeit in das ARD-Studio Moskau wechselte. Als Korrespondent für Nordrhein-Westfalen war Peter Bauer auch häufig mit Auslandseinsätzen in Frankreich, Italien, Türkei, Nordafrika/Sahelzone und den Philippinen betraut. Während des Majdanek-Prozesses in Düsseldorf (1975–1981) drehte Peter Bauer zusammen mit Johannes Kaul eine „48-Stunden-Reportage“ aus dem KZ Lublin-Majdanek. 1978 berichtete er für die WDR-Europaredaktion aus Straßburg, Brüssel, Luxemburg. Er übernahm für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Vertretungen in Nairobi (Kenia) unter anderem mit Berichten von der OAU-Konferenz in Khartum (Sudan); weitere Einsätze für den WDR führten ihn zudem nach Moskau (Sowjetunion) und Warschau (Polen).
Im Rahmen seines Einsatzes für den WDR, 1980, in Warschau ermöglichte er mit seinen journalistischen TV-Beiträgen für die ARD dem deutschen Fernsehpublikum, sich über die damals entstehende oppositionelle Bewegung in Polen, insbesondere die Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność sowie die Aktivitäten des damaligen Streikführers Lech Wałęsa, den er interviewte, zu informieren. Der Spiegel lobte seinerzeit Peter Bauers zeitnahe und authentische ARD-Berichterstattung vom großen Streik in Danzig.
Für die Zeit von 1982 bis 1987, während der Amtszeit der Generalsekretäre der KPdSU Breschnew, Andropow, Tschernenko und Gorbatschow, wurde Peter Bauer mit festem Sitz als ARD-Korrespondent ins ARD-Studio Moskau versetzt. Seine Berichte, Reportagen und Features über die Stahlarbeiter in Donezk, über Schriftsteller in Ufa, namentlich Mustai Karim, das kulturelle Zentrum in der Republik Baschkortostan, über die Erinnerungskultur zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Kiew, über Kolchosen in Weißrussland, über Karam – ein Dorf in Sibirien –, „Heimat in der Fremde“, über den Abzug der Roten Armee aus Afghanistan, über das Leben von Juden („Sich anpassen oder auswandern“) sowie über das Parteiorgan Prawda vermitteln Eindrücke vom gesellschaftlichen Leben der Menschen in der Sowjetunion der achtziger Jahre und dokumentieren, kommentieren und analysieren das politische Geschehen in der Sowjetunion. Im Jahre 1987 produzierte Peter Bauer zusammen mit Rüdiger Lentz zwei viel beachtete Berichte in der Moskauer sowjetischen Frunse-Militärakademie über das Verteidigungsministerium der Sowjetunion in Moskau.Spiegelbericht: Schulung in Moskau Ein deutsches TV-Team durfte erstmals die Sowjetarmee filmen - Wörner zog eine Drehgenehmigung fürs sowjetische Fernsehen zurück. In: Der Spiegel. 19. Juli 1987 in: 30/1987 Darüber hinaus drehte Peter Bauer fünf Berichte für das deutsche Schulfernsehen Ferner Nachbar Sowjetunion und richtete sich damit an Bildungseinrichtungen und ein jugendliches Publikum in der BRD."Ferner Nachbar Sowjetunion" (U.a. gezeigt im WDR Schulfernsehen bzw. im Telekolleg); es wurden fünf Berichte gezeigt. U.a. "Ein weites Land und viele Völker", "Dreimal Sibirien".
Aus der Sowjetunion kehrte Peter Bauer 1987 an den Sitz des WDR in Köln zurück, um als Redaktionsmitglied des Politimagazins ZAK (Infotainment) des WDR zu arbeiten, an dessen Konzeptionalisierung er zusammen mit den WDR-Redakteuren Gerd Berger und Ulrich Deppendorf seit Mitte 1987 beteiligt war."Das Konzept der Sendung hatten die WDR-Redakteure Gerd Berger und Ulrich Deppendorf seit Mitte 1987 entwickelt – unter Mitwirkung von Peter Bauer, Ernst-Ludwig Freisewinkel und Klaus Werner, gemeinsam mit einer Gruppe junger freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." ZAK (Politmagazin) / vgl. https://www.fernsehserien.de/zak 1989 drehte er für ZAK unter anderem drei längere Berichte aus der Volksrepublik China unmittelbar nach Beendigung der gewaltsamen Niederschlagung der Protestbewegung auf dem Tian’anmen-Platz; er war damals der erste westliche Journalist nach diesen Ereignissen in Peking und berichtete von der Situation nach der Niederschlagung des Aufstands. Ein Jahr später, 1990, kehrte er erneut ins ARD-Studio Moskau zurück und berichtete vom deutsch-sowjetischen Treffen zwischen Michael Gorbatschow und Helmut KohlFebruar 1990: Treffen in Moskau. Gorbatschow stimmt zu, dass die Entscheidung über die Einheit allein beim deutschen Volk liegt.. Sein letzter Fernsehbericht in der Sowjetunion über die Versorgungsengpässe in Wolgograd endete auf der Heimfahrt nach Moskau mit einem Autounfall in Wolgograd: Der Fahrer starb an seinen Verletzungen und Peter Bauer wurde lebensgefährlich mit einem offenen Schädelhirntrauma verletzt; dem folgten ein gravierendes posttraumatisches Psychosyndrom und eine einjährige Arbeitsunfähigkeit.
Peter Bauer übernahm 1991 die Leitung der Redaktion für Features der WDR-Auslandskorrespondenten (Paris, Vancouver, Warschau, Moskau, Nairobi, Brüssel, Washington) in Köln. Seine letzte größere Fernsehproduktion führte ihn nach Chile. 1995/96 verfasste er dort die eigenen TV-Produktionen Arica – la Paz: Mit dem Schienenbus in vier Stunden 4000 Meter hochhttps://www.ardmediathek.de/video/eisenbahn-romantik/in-vier-stunden-4-000-meter-hoch/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyMDAxNjA und Heute auf einem Frachtschiff durch die Magellan-Straße bevor er 1997 in den Ruhestand ging.
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Fernsehjournalist Kategorie:Auslandskorrespondent Kategorie:Person (Westdeutscher Rundfunk) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Mann