mini|Pfarrkirche Atzgersdorf Andreas Fischer (* 17. Februar 1755 in Waldsassen, BayernMatriken Waldsassen, Taufen S. 107. Joannes Andreas.; † 2. Oktober 1819 in WienMatriken St. Stephan Sterbebuch (1819-1824) S. 28. Fischer Andrä, k. k. Rat und Professor der Baukunst und der Architekt der k. k. Civil Baudirektion) war ein deutsch-österreichischer Architekt, Professor der praktischen Baukunst an der Akademie der bildenden Künste, war akademischer Kunstrat und Oberarchitekt bei der k.k. Niederösterreichischen Oberbaudirektion (auch k.k.Zivil-Baudirektion).
Leben Familie Andreas war Sohn des Braumeisters Wolfgang Fischer und Frau Margarethe. Er heiratete am 17. Jänner 1785 in Wien Catharina Artinger.Matriken Maria Treu Trauungsbuch (1774-1787). S. 139. Beider Sohn Christoph Andreas wurde am 4. August 1788 geboren.Matriken Maria Treu Taufbuch (1787-1794). S. 60. In 2. Ehe heiratete Andreas Fischer am 17. Juni 1798 die Klosterneuburger Offizierstochter Franziska von Periss.Pfarre Alservorstadt Ein Trauzeuge war der wirkliche Hofrat Johann Melchior Birkenstock. Sohn Karl Andreas wurde am 5. Februar 1801 im Stephansdom getauft.
Bis 1785 Baudirektor bei Seiner Eminenz Kardinal Migazzi Der ledige Andreas Fischer, 29 Jahre, Baudirektor bei Seiner Eminenz Kardinal, von Kloster Waldsassen aus der bayerischen Pfalz, heiratete am 17. Jänner 1785 Catharina Artinger, 20 Jahre, Tochter des Johann, Schustermeister, und Frau Helena. Andreas Fischer hatte die Position des Baudirektors von Kardinal Christoph Anton von Migazzi, dem Erzbischof von Wien zugleich Administrator im Vác in Ungarn. In den Quellen ist Fischers Ausbildung ungeklärt. Eine Bautätigkeit in Ungarn wird vermutet. Bischof Migazzi ließ die bereits begonnene Kathedrale von Vác von Isidore Canevale bis 1777 fertigstellen. 1781, also mit 26 Jahren, plante Fischer den Neubau, der von Migazzi finanzierten Atzgersdorfer Kirche.
Hier hat sich Fischer die Kenntnisse zur praktischen Architektur erworben, die ihn 1786 befähigte, eine Professur an der Akademie zu erhalten.
Ab 1786 Lehrstuhl für praktische Baukunst an der Akademie der bildenden Künste Wien Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg wirkte 1772 als Direktor der verteinigten Akademie. Er reformierte 1786 den Architekturunterricht, der nun in zwei spezialisierte Lehrstühle unterteilt wurde. Der von Vinzenz Fischer seit 1764 gestaltete für Architekturmalerei und Perspektive. Und der neue Lehrstuhl für praktische Baukunst, wie Modelle der Architekturteile, Baustellen, Materialien, für den Andreas Fischer berufen wurde. Ab 1797 Oberarchitekt der k.k. Niederösterreichischen Oberbaudirektion mini|hochkant|St. Annakloster Hofansicht Historische Aufnahme In dieser Position hatte er Kirchen- und Profanbauten in Niederösterreich zu planen, begutachten oder zu kontrollieren.Wien. Andreas Fischer mini|hochkant|Zahlung von 300,- fl für Umbauarbeiten Annakloster / Akademie der bildenden Künste, 18. Dezember 1795, rechts unten Fischers Bestätigung mit Unterschrift
Studenten Andreas Fischer lehrte die praktische Architektur auch den Söhnen seines Kollegen Vinzenz Fischer, vor allem Georg Fischer ist zu nennen, er brachte den klassizistischen Baustil nach Prag und Böhmen. Studienbestätigung für Johann Georg Barca 1805, den künftigen Hofbaumeister in Ludwigslust am mecklenburgischen Hof des Kurfürsten Friedrich Franz I., Großherzog von Mecklenburg [-Schwerin]
Werke (Auswahl) Pfarrkirche Atzgersdorf Der Erzbischof von Wien Christoph Anton von Migazzi finanzierte den Neubau der Pfarrkirche Atzgersdorf. Es handelt sich um eine klassizistische Wandpfeilerkirche, die von 1781 bis 1782 nach Entwürfen des Architekten Andreas Fischer erbaut wurde. Ehem. St. Anna-Kloster, Akademie der bildenden Künste Graf Johann Philipp von Cobenzl genehmigte am 18. Dezember 1795 eine Zahlungsanweisung von 300,- Gulden an Professor Andreas Fischer für Umbauarbeiten im ehemaligen St.-Anna-Kloster in Wien, das seit 1786 die Akademie und ihre Sammlungen beherbergte. Fischer plante Säle für die Antiken- und Gipsabgusssammlung im St.-Anna-Kloster.Antiquariat Inlibris. Schriftstück Wien, 18. Dezember 1795. Wolfgangskirche, einst Pfarrkirche Alt-Ottakring, Wien 16 1788–1789 nach Fischers Plänen von Hofbaumeister Lorenz Lechner errichtet. 1909 abgebrochen. Schloss Festetics in Keszthely, Ungarn Graf György Festetics lud 1798 Andreas Fischer, Professor der Wiener Akademie ein, für Umbauten am Schloss zwei Pläne anzufertigen. Diese wurden nicht berücksichtigt.Keszthely. Palais Auersperg „1802 wurde die Innenausstattung des Palais unter Fürst Johann Adam von Auersperg maßgeblich durch den Architekten Andreas Fischer umgestaltet, worauf dieser in einem Bewerbungsschreiben von 1817 explizit hinwies.“ÖBL, Fischer Andreas.
Schloss Sachsengang in der Gemeinde Groß-Enzersdorf Umbau von Schloss und Pfarrkirche in Großenzersdorf 1809.Wien. Andreas Fischer Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf Renovierung der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Lanzendorf und des dortigen Franziskanerklosters. mini|hochkant|Pfarrkirche Pottenstein Pfarrkirche Leobendorf 1805-09 waren Napoleons Soldaten einquartiert, auch im Pfarrhof. Sie setzten Leobendorf in Brand. Die Planungen für Kirche und Pfarrhof werden Fischer zugeschrieben.ÖBL, Fischer Andreas. Wallfahrtskirche Pottenstein, Bezirk Baden Unter Wahrung mittelalterlicher Bauteile erfolgten von 1802 bis 1809 Umbauten, ein schlichtes klassizistisches Kirchenschiff, Leitung durch Baudirektor Andreas Fischer. mini|hochkant|Technische Hochschule 1823 K.k. Polytechnisches Institut, Technische Universität Wien Der Oberarchitekt der niederösterreichischen Zivilbaudirektion, Andreas Fischer, hatte ab 1815 den ersten Bau des kurz vorher gegründeten Wiener Polytechnikums gemeinsam mit dem Architekten Josef Schemerl geplant.Julia Rüdiger, Die monumentale Universität. Funktioneller Bau und repräsentative Ausstattung des Hauptgebäudes der Universität Wien. Böhlau-Verlag, Wien 2015. S. 60. mini|hochkant|Grab Andreas Fischer Zeichnung Sankt Marxer Friedhof Das Grabdenkmal von Andreas Fischer befindet sich auf dem Sankt Marxer Friedhof, Nr. 148.Wien. Andreas Fischer
Literatur
Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Fischer Andreas.
Österreichische Kunsttopographie Band XLIV: Géza Hajós und Eckart Vancsa, Die Kunstdenkmäler Wiens: Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirks. Wien: Schroll, 1980. S. 297 Technische Universität Wien. Baugeschichte. Dehio-Handbuch Wien. X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk. Hrsg. v. Bundesdenkmalamt. Anton Schroll, Wien 1996, ISBN 3-7031-0693-X, S. 683.
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Architekt des Klassizismus Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Geboren 1755 Kategorie:Gestorben 1819 Kategorie:Mann