Perfluortripentylamin (FC-70) ist eine organische Verbindung aus der Stoffklasse der PFAS, die als Wärmeträger- und Kühlflüssigkeit in der Elektronik eingesetzt wird.

Eigenschaften Die Verbindung besteht strukturell aus drei n‑Pentylresten, die über ein Stickstoffatom verknüpft sind, wobei sämtliche Wasserstoffatome durch Fluor ersetzt sind. Sie ist eine farblose, geruchlose, nicht brennbare Flüssigkeit mit hoher Dichte, hohem Siedepunkt und sehr geringer Wasserlöslichkeit. Wie andere perfluorierte Amine ist sie nur schwach basisch und zeigt eine ausgeprägte chemische und thermische Stabilität. Der Stockpunkt liegt bei −25 °C.

FC-70 hat ein hohes Treibhauspotential und eine lange Verweildauer in der Atmosphäre.

Perfluortripentylamin ist strukturell eng verwandt mit Perfluamin und Perfluortributylamin, die statt perfluorierten Pentylgruppen perfluorierte Propyl-, bzw. Butylgruppen aufweisen.

Herstellung Industriell wird Perfluortripentylamin durch elektrochemische Fluorierung von Tripentylamin in wasserfreiem Fluorwasserstoff hergestellt. Dabei werden in einem elektrolytischen Prozess alle C–H‑Bindungen der Alkylreste durch C–F‑Bindungen ersetzt, wobei Wasserstoff zu Wasserstoffgas umgesetzt wird.

Verwendung Die Verbindung wird unter der Handelsbezeichnung Fluorinert FC‑70 vor allem als elektrisch nicht leitende Hochtemperatur‑Kühl- und Wärmeträgerflüssigkeit in der Elektronik und in Testbädern verwendet. Aufgrund ihres hohen Siedepunkts und der chemischen Inertheit findet sie unter anderem Einsatz in Tauchkühlungen und als Spezialfluid in wissenschaftlichen und messtechnischen Anwendungen.

Einzelnachweise

Kategorie:Perfluoralkan Kategorie:Amin