Franz Schardinger (* 8. Jänner 1853 in Reutte; † 28. September 1920 in InnsbruckTotenbuch Innsbruck St. Jakob, tom. 16, S. 776 (Digitalisat); zahlreiche Quellen geben irrtümlich die Nacht vom 27. auf den 28. September 1917 als Todesdatum und Wien als Sterbeort an.) war ein österreichischer Chemiker und Bakteriologe. Er ist Erstbeschreiber von Naegleria gruberi und Paenibacillus macerans.
Leben Er war Sohn des Landarztes Georg Schardinger und maturierte am Gymnasium in Hall. In Innsbruck studierte er Naturwissenschaften, besonders Chemie. Dort wirkte er auch als Assistent im Laboratorium Ludwig Barth und Karl Senhofer. Er promovierte 1876 zum Doktor der Philosophie und legte 1877 in Graz die Lehramtsprüfung für Chemie und Physik ab. Danach studierte er in Innsbruck und Graz Medizin. Er wirkte als Militärarzt am Garnisonspital in Graz, später als Regimentsarzt in Sarajevo und am bakteriologischen Laboratorium des Militär-Sanitätsdienstes.
Im Jahr 1897 verließ er das Militär und wirkte an der staatlichen Lebensmitteluntersuchungsstation in Wien, wo er sich insbesondere der Bakteriologie widmete. Im Jahr 1905 beschrieb er als Erster die Aceton-Gärung.Peter Durre, Hubert Bahl & Gerhard Gottschalk: Die Aceton-Butanol-Gärung: Grundlage für einen modernen biotechnologischen Prozess? In: Chemie Ingenieur Technik, Band 64, Nr. 6, 1992, S. 491–498, doi:10.1002/cite.330640603. Schardinger gilt als Gründervater der Beschäftigung mit Cyclodextrinen.
Er war Mitherausgeber des Codex Alimentarius Austriacus.
Literatur
Einzelnachweise
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