Publius Cornelius Dolabella war ein römischer Senator der späten Republik, der im Jahr 35 v. Chr. als Suffektkonsul amtierte. Er gehörte zur patrizischen Familie der Cornelii Dolabellae. Seine Identität wurde erst durch die Entdeckung der Fasti Tauromenitani eindeutig geklärt;. zuvor war er in der Forschung teilweise irrtümlich als Angehöriger der Scipionen angesehen worden.
Über seine politische Laufbahn ist nur wenig bekannt. Abgesehen von seinem Konsulat tritt er in den literarischen Quellen kaum hervor, und seine politische Stellung während der Bürgerkriege bleibt unklar. Möglicherweise ist er mit jenem Dolabella identisch, den Quintilian in der Institutio oratoria erwähnt und der ein enger Vertrauter Octavians, des späteren Kaisers Augustus, war.Quintilian, Institutio oratoria 6,3,79. Dieser pflegte gute Kontakte zu Kleopatra und war im Jahr 30 v. Chr. als Vermittler zwischen ihr und Augustus tätig. Nach Plutarch erfuhr Kleopatra durch ihn, dass sie von Octavian während seines Triumphzuges in Rom als Beute mitgeführt werden sollte. Daraufhin entschloss sie sich zum Selbstmord.Plutarch, Antonius 84,1.
Nach Patrick Tanseys Neubewertung war Dolabella nicht der Sohn des Suffektkonsuls von 44 v. Chr., Publius Cornelius Dolabella. Vielmehr dürfte er der Stammvater der kaiserzeitlichen Dolabellae gewesen sein. Wahrscheinlich war er der Vater des Publius Cornelius Dolabella, Konsul des Jahres 10 n. Chr., und Begründer einer bis ins 2. Jahrhundert n. Chr. bedeutenden patrizischen Senatorenfamilie mit engen Verbindungen zum Kaiserhaus.
Literatur Patrick Tansey: The perils of prosopography: The case of the Cornelii Dolabellae. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik (ZPE). Band 130, 2000, Seiten 265–271.
Prosopographia Imperii Romani (PIR), 2. Auflage, C 1345.
Einzelnachweise
Dolabella, Publius Cornelius Kategorie:Konsul (Römische Republik) Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 1. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann