Die Camelsfoot Range ist eine Teilkette der Chilcotin Ranges, die wiederum zu den Pacific Ranges der Coast Mountains in der kanadischen Provinz British Columbia gehört. Der Fraser River bildet ihre Ostgrenze. Die Kette hat eine maximale Länge von 57 km.

Lage und Gelände Das äußerste südöstliche Ende der Camelsfoot Range ist extrem zerklüftet und fällt aus mehr als 2.100 m Höhe bis zu ihrem südlichsten Punkt ab, bevor sie bei Fountain nahe Lillooet in die Schlucht des Fraser Canyon eintaucht. Über 45 km nordwestwärts von dieser Stelle ist die Kette felsig und schwach mit Küsten-Kiefern bewaldet, bevor sie in von Bänken gesäumte große Flusstäler übergeht, die das Gebiet über kleine Canyons entwässert.

Jenseits dessen ist das Gelände der Kette eher sanft, mit hochgelegenen grasbestandenen Graten, die dem Fraser Canyon inmitten baumbestandener Hochflächen und kleiner Canyons entgegenstreben, sowie blanker Felsdome, die den Fraser nordwärts begleiten. Die Kette wird im Norden und Westen von einem großen, eindrucksvollen, von Bänken und Pfeilern geprägten Canyon begrenzt, der denen an der Ostflanke der Kette ähnelt ‒ dem des Churn Creek, der ein Schutzgebiet der Provinz darstellt. Die historische Empire Valley Ranch liegt nahe der Mündung des Churn Creek und ist durch die Provinz wegen ihrer Bedeutung für die Umwelt das kulturelle Erbe geschützt. Sie liegt in einem hohen Seitental des Fraser Canyon; nördlich davon jenseits des Churn Creek liegt die historisch bedeutende Gang Ranch.

Kamele im Cariboo Der Camelsfoot Peak und die Camelsfoot Range selbst sind nach einer alten Geschichte im Kontext des Fraser-Canyon-Goldrausches und des Cariboo-Goldrausches benannt. Frank Laumeister, ein Veteran des Camel Corps der Vereinigten Staaten, kaufte dem US-Militär 23 Kamele ab, die ausgemustert worden waren. Er nutzte die Tiere zum Frachttransport auf der Douglas Road und der Old Cariboo Road von Lillooet nach Fort Alexandria, und später auf der neuen Cariboo Wagon Road von Yale. Nach dieser Zeit setzte er die Verwendung der Kamele nicht fort. Pferde konnten ihren Geruch nicht ertragen, die weichen Füße der Kamele wurden von den steinigen Böden des British Columbia Interior und der Pfade in den Canyons in Mitleidenschaft gezogen und Händler fanden ihre Handhabung einfach schwierig. Viele Tiere flohen vor der Pensionierung in die Wildnis.

Die letzten bestätigten Sichtungen erfolgten 1905 im Gebiet von Ashcroft, möglicherweise 1910. Bis in die 1930er Jahre gab es Kneipengeschichten über weitere Sichtungen im südlichen Interior Plateau, aber diese hatten dieselbe Vertrauenswürdigkeit wie die Sichtungen des Sasquatch oder des Cariboo Alligator.

Das originale Log Cabin Theatre in Lillooet, das auch heute noch existiert, wurde ursprünglich von Laumeister als Kamelstall genutzt. Niemand weiß, ob die Kamele die Camelsfoot durchstreiften. Die neue Highway-Brücke in Lillooet wird Bridge of the Twenty-Three Camels („Brücke der 23 Kamele“) genannt, um an die örtliche historische Bedeutung der Kamele zu erinnern.

Gipfel

Am hohen Red Mountain (), dem höchsten Gipfel der Camelsfoot Range, und am Poison Mountain (, ), unmittelbar südlich des Red Mountain gelegen, fanden Prospektionen nach Kupfer statt. Der Poison Mountain liegt dort, wo sich der Hauptgrat der Shulaps Range mit dem der Camelsfoot Range schneidet, an der Spitze des Yalakom River Valley, welches von diesem Punkt aus südostwärts nach Lillooet verläuft. Der Poison Mountain bezieht seinen Namen von giftigen Auswaschungen (engl. poison = Gift) seiner Erze in lokale Fließgewässer (und Gerüchten über Quecksilbergehalte im Kupfererz), wogegen der Red Mountain seinen Namen aufgrund der Farbe seines kupferhaltigen Gesteins hat. Die Flanken des Red Mountain zeigen Zikkurat-artige Schrammen, welche das Ausmaß der Erz-Erkundungen zu jener Zeit zeigen.

Es gibt Vorhaben zum Aufschluss eines Tagebaus und einer Aufbereitungsanlage, welche die Erze im Gebiet von Poison Mountain und Red Mountain erschließen sollen. Die erforderliche Energie sollte vom ebenfalls geplanten Aufschluss der Braunkohlevorkommen am Hat Creek, einem Nebenfluss des Bonaparte River, auf der anderen Seite des Fraser Canyon bereitgestellt werden. Diese wurden in öffentlichen Planungsprozessen nie vorangebracht. Auch ist es unwahrscheinlich, dass sie verwirklicht werden, da sie Besitzansprüche der First Nations in der Region berühren würden.

Der Red Mountain bildet mit dem French Mountain (, ) einen Doppelgipfel unmittelbar östlich von ihm, welcher ursprünglich als French Bar Mountain nach einer reichen Goldader am Fraser Canyon bezeichnet wurde. Nördlich dieses Doppelgipfels gibt es einen abgelegenen, sanft geformten Gipfel, den Black Dome Mountain (, ). Der China Head (, ) und die Nine Mile Ridge (, ) liegen südöstlich des Red Mountain und sind große, breite Grate (engl. ridges), die mit Wiesen bedeckt sind; die Nine Mile Ridge ist unter Schutz gestellt. Der Ursprung des Namens des China Head wird von einigen in seiner konischen Form vermutet, wie sie vom Fraser Canyon aus sichtbar ist, aber der Name könnte auch mit dem seit langem in Lillooet ansässigen Unternehmer Cheng Won zu tun haben, der eine Schweinefarm am Leon Creek, in einem südlich gelegenen weiteren Tal, besaß sowie mit dem „Wo Hing General Store“ in Lillooet. Der Namensbestandteil „head“ (dt. „Kopf“) war im Kontext des Grenzerlebens im 19. Jahrhundert ein Synonym für Berge, Berggrate oder Kaps und bezog sich nicht auf Köpfe (von Lebewesen).

Genau südlich davon liegt das isolierte Massiv des Yalakom Mountain (, ), eines der höchsten Gipfel in der Kette, der zum Rückzugsort für Dall-Schafe und andere große Wildtiere wurde; der Yalakom Mountain war in historischer Zeit lange ein Schutzgebiet für die Tiere. Östlich des Yalakom Mountain liegt der Hogback Mountain (, ), dessen Name weniger beschreibend als vielmehr im Zusammenhang mit Cheng Wons Schweineranch an seinen Flanken zu sehen ist, von wo aus sich die Schweine halbwild am Berg bewegten.

Südlich von Hogback und Leon Creek wird die Kette zunehmend schmal und zerklüftet. Der Mount Birch, hoch und südlich des Leon Creek gelegen (), ist nach dem Vizegouverneur benannt, welcher die Kronkolonie British Columbia über den Großteil der Amtszeit von Gouverneur Frederick Seymour führte. Der Mount Birch hat einen Doppelgipfel auf seinem kurzen, scharfen Grat, den Mount Duncan (, ) und eine südlich vorgelagerte Schulter, welche die Mündung des Yalakom River in den Bridge River überragt und als Mount Bishop (, ) bezeichnet wird. Vom Mount Bishop aus südwärts bis zum Fraser River bildet der sehr viel tiefer gelegene Lauf des Bridge River nach der Mündung des Yalakom River die Grenze der Bergkette. Eine ländliche Siedlung von Farmen und Viehzuchtbetrieben namens Moha oder Yalakom liegt um die Mündung herum, welche gleichzeitig das untere Ende des „Big Canyon“ des Bridge River darstellt.

Südöstlich des Mount Duncan liegt der Slok Hill (oder Red Hill; , ), welcher ungeachtet seines Namens doch ein Berg ist. Der obere Canyon des Applespring Creek teilt die Gebirgskette nahezu in zwei Teile. Er erreicht beinahe den oberen Slok Creek, südlich dessen sich der Camelsfoot Peak (, ) befindet. Unterhalb des Applespring Creek entlang des unteren Bridge River liegt die Rancherie der Bridge River First Nation, Xwisten. Die miteinander verbundenen reserves der Indigenen erstrecken sich viel weiter den Bridge River aufwärts, fast bis Moha, und bilden eines der größten Indian reserves in British Columbia.

Die südöstlichen Schultern des Camelsfoot Peak überragen die Kleinstadt Lillooet. Die Mündung des Bridge River in den Fraser River liegt am südlichen Fuß der Gebirgskette. Unmittelbar oberhalb der Mündung gibt es eine unbenannte Felsnadel, die zur Kette gehört und dort deren Abschluss bildet, in einem Ort der gelegentlich als North Fountain bezeichnet wird (Fountain selbst liegt von dort aus südlich des Fraser River); dies ist der Ort eines alten forstwirtschaftlichen Aussichtspunktes, der über einen nicht mehr unterhaltenen Seitenweg abseits der „Hauptstraße“ von Lillooet aus an der Westseite des Fraser zugänglich ist.

Die Ranches abseits dieser Straße an der Westseite, welche auch als „Slok Creek Forest Service Road“ oder, eher traditionell, als „West Pavilion Road“ bezeichnet wird, werden über hochgelegene Flussbänke erschlossen, die steil als Klippen in eine der tiefsten Schluchten des Fraser abfallen, welche wiederum in eine wüstenartige Gegend zwischen Fountain und Big Bar ausläuft. Auch wenn heute ein Anschluss an Straßen besteht, waren diese Ranches einst nur über eine Seilfähre über den Fluss weit unterhalb von Pavilion oder über gewundene Reitpfade über die südliche Camelsfoot Range erreichbar. Einige dieser Ranches und verstreuten Gehöfte in dem Gebiet, welches Blue Ridge oder auch West Pavilion genannt wird, waren Teil der Holding Diamond S Ranch in Pavilion, die vom US-amerikanischen Siedler Robert Carson gegründet wurde und später (bis heute) der Familie Martley und ihren Nachkommen gehörte.

Tierwelt Die Kette ist Lebensraum von Schwarzbären, Maultierhirschen, Elchen, Dall-Schafen, Schneeziegen, Pumas, Luchsen und kleineren Tieren. Begegnungen mit Grizzlys können vorkommen, aber die sind hier nicht so häufig wie in der Shulaps Range und westlich der Camelsfoot Range. Im Gegensatz zu Sagen in den Medien gibt es weder in der Region Lillooet, noch überhaupt westlich des Fraser Klapperschlangen, mit Ausnahme einiger Vorkommen nahe Lytton und Boston Bar. Es gibt jedoch viele Arten von Eidechsen und nicht-giftigen Schlangen.

Zugang Alle Gipfel und andere hoch gelegene Gebiete der Kette sowie die nahe gelegenen Gebirgszüge sind mit allradgetriebenen Fahrzeugen (vorzugsweise mit Winde), Mountainbike oder Pferden zu erreichen. Die Hauptstraßen umrunden die Kette über die Täler von Yalakom River und Fraser River und vereinigen sich wieder über den China Head und nordöstlich über Watson Bar und die Big Bar Ferry.

Geographische Klassifikation In einigen Klassifikationen wird die Camelsfoot Range eher als parallele Region zu den Pacific Ranges denn als eine ihrer Untereinheiten aufgefasst, in anderen ist sie Teil des Chilcotin Plateau und damit zusammen mit der Marble Range und der Clear Range auf der anderen Seite des Fraser River Teil des Interior Plateau. In einem solchen Klassifikationssystem läge die Grenze der Chilcotin Ranges am Yalakom River, dem Nordarm des Bridge River, welcher die Westgrenze der Camelsfoot bildete.

Wenn diese Gebirgsketten wiederum als Teil des Interior Plateau klassifiziert werden, sind sie doch tatsächlich Teil desselben geologischen Systems wie die Coast Mountains jenseits des Fraser River oder der Kaskadenkette südlich des Thompson River auf der linken Seite des Fraser River, welche von den Schluchten des Thompson Canyon und des Fraser Canyon durchzogen sind, welche die Pazifische Kordillere in unterschiedliche Gebirgszüge teilen.

Die Camelsfoot Range wird als Scheitelpunkt der gewaltigen Fraser- und Yalakom-Verwerfungen betrachtet, welche südlich von Lillooet am Südende der Fountain Ridge zusammenlaufen. Von der Zusammensetzung her ist sie der Marble Range und der Clear Range ähnlicher als der Shulaps Range, welche sich westlich jenseits des Yalakom River erstreckt.

Siehe auch

Geographie von British Columbia

Weblinks

(englisch) (englisch) Yalakom River down in the valley, Moha BC (Foto auf Flickr)

Einzelnachweise