Kaltenhausen bei Petkus war ein Dorf im heutigen südlichen Brandenburg, das im Laufe des 19. Jahrhunderts vollständig in der Gemeinde Petkus aufging. Der Ort lag westsüdwestlich von Baruth/Mark und gehörte bis zu seiner Verschmelzung zu den kleineren ländlichen Siedlungen des Jüterboger und Luckenwalder Raumes.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 263.

Geschichte und Etymologie Etymologie Der Ortsname ist seit dem 14. Jahrhundert mehrfach belegt und erschien erstmals 1368 als Kaldenhusen. Der Name änderte sich zu Kaldinhusin im Jahr 1388, zu Kaldenhusen im Jahr 1516 und Kaldershusen im Jahr 1599. Im Jahr 1821 erschien das Dorf als Kaltenhausen, als Teil von Petkus auch das „Brandenburger Ende“ genannt. Nach Fischer sind damit kalte, d. h. verlassene Häuser gemeint. Es ist denkbar, dass ein solches Dorf an Stelle einer Wüstung errichtet wurde.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-17-2, S. 85.

14. bis 16. Jahrhundert Grundherrlich lag der Ort vor 1368 bis 1388 in der Herrschaft Dahme, war 1388 bis 1390 unmittelbarer Besitz des Erzbischofs, gehörte 1390 bis 1405 erneut zur Herrschaft Dahme und befand sich vor 1446 bis 1615 im Besitz der Familie von Schlieben zu Baruth, seit 1612 verpfändet an die Löser. Von 1615 bis 1709 folgte die Familie von Hacke, 1709 bis 1712 Magister Christian Krackow, 1712 bis 1770 erneut die von Hacke, 1770 die von Rohdich, 1770 bis 1816 die von Thümen und schließlich von 1816 bis 1872 die von Lochow, die das Dorf mit allen Rechten innehatten. Im Jahr 1368 wurde Kaltenhausen erstmals als Dorf der Herrschaft Dahme bezeichnet, 1388 erneut als Dorf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 254.

Um 1500 wurden zwei Schock zur Anlage erhoben, 1516 fünf Gulden Steuer, 1534 vier Gulden und ein Groschen zum 50. Pfennig. 1555 wurde ein Krug erwähnt, 1562 sieben Bauern, die „magdeburgisch“ sein sollen. Der Pfarrer bekam lediglich Geld, während der Küster 17 Scheffel Roggen sowie von jedem Hauswirt jährlich ein Brot und zwei Eier bezog. Im Jahr 1584 wurde von sieben Hauswirten berichtet. Die Abgaben betrugen im Jahr 1586 insgesamt zwei Taler, zehn Groschen und sechs Denar zum 70. Pfennig.

17. bis 19. Jahrhundert Um 1600 bestanden ein Schulzengut, drei Dreihufenhöfe, zwei Zweihufenhöfe, ein Einhufenhof sowie vier Kossätenstellen, darunter eine Schankwirtschaft. Im Jahr 1642 wurden im Frieden sechs Hufner und zwei Kossäten gezählt. Im Jahr 1686 gab es drei Bauern, darunter den Schulzen, einen Halbhufner, zwei Zweihufner und einen weiteren Halbhufner mit 13 Scheffel Aussaat; wüst lagen ein Bauerngut und drei Kossätenstellen, insgesamt bestanden acht Hufen, darunter zwei wüste.

Kaltenhausen bestand im Jahr 1715 aus sieben Wohnhäusern. Im Jahr 1791 lebten fünf Bauern, drei Kossäten und zwei Büdner im Dorf, die zusammen zehn Feuerstellen (= Haushaltungen) betrieben. Im Jahr 1801 lebten im Dorf fünf Ganzbauern, zwei Ganzkossäten, ein Büdner und zwei Einliegern, die zusammen zwölf Bauernhufen bewirtschafteten und zehn Feuerstellen betrieben. Im Jahr 1837 wurden zehn Wohnhäuser gezählt, 1840 ein Schneider mit seinem Sohn als Gehilfen erwähnt. Im Jahr 1858 standen in Kaltenhausen ein öffentliches Gebäude, zehn Wohn- und vierzehn Wirtschaftsgebäude einschließlich einer Ziegelei sowie ein Abbau derselben.

Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Kaltenhausen von 1791 bis 1885 Jahr 1791 1801 1817 1837 1858 1871 1885 Einwohner 65 53 61 63 85 83 73

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 253–254.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Teltow-Fläming Kategorie:Ersterwähnung 1480 Kategorie:Geographie (Baruth/Mark)