Stella Dadzie (* 1952 in London) ist eine britische Autorin, Historikerin und Bildungsaktivistin, die als Mitbegründerin der Organisation for Women of Asian and African Descent (OWAAD) und als eine der Autorinnen des feministischen Klassikers The Heart of the Race: Black Women’s Lives in Britain (1985) bekannt wurde. Ihre Arbeiten befassen sich mit der Geschichte schwarzer Frauen im Vereinigten Königreich sowie mit Debatten über Rassismus, soziale Rechte und politische Organisierung. Zu ihren späteren Veröffentlichungen zählt der Sammelband A Whole Heap of Mix Up.

Leben Dadzie wurde 1952 in London als Tochter einer englischen Mutter und eines ghanaischen Vaters geboren. Ihre frühen Jahre verbrachte sie zunächst bei einer walisischen Bergarbeiterfamilie, bevor sie im Alter von vier Jahren nach einem Sorgerechtsstreit zu ihrer Mutter zurückkehrte. Mutter und Tochter waren in den folgenden Jahren von Armut, Wohnungslosigkeit und rassistischen Anfeindungen betroffen. Bis zu ihrem achten Lebensjahr besuchte sie zahlreiche Schulen, bevor sie einen Platz an einem Internat in Ostlondon erhielt, das ihr erstmals Stabilität bot. Als eine der wenigen schwarzen Schülerinnen an ihrer Schule wurde ihr die eigene Herkunft besonders bewusst, und mit zwölf Jahren knüpfte sie wieder Kontakt zu ihrem Vater. Besuche bei ihm führten sie nach Paris, wo er als ghanaischer Diplomat lebte. Während eines Studienjahrs in Deutschland erlebte sie Isolation und Ausgrenzung. Nach ihrer Rückkehr ins Vereinigte Königreich absolvierte sie eine Lehramtsausbildung (PGCE) und arbeitete als Lehrerin in London.

Wirken 1978 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen von OWAAD, die als nationaler Zusammenschluss schwarzer und asiatischer Frauen Räume für Debatten, politische Bildung und Organisierung schuf. OWAAD verstand sich dabei als Reaktion auf staatlichen und alltäglichen Rassismus und organisierte Treffen, Studientage, Konferenzen und eine eigene Publikation (FOWAAD). Aus einem im Umfeld von OWAAD gebildeten Buchkollektiv entstand The Heart of the Race: Black Women’s Lives in Britain, das 1985 bei Virago erschien und historische Analyse und Zeitzeugnisse enthält. Das Buch gewann 1985 den Martin Luther King Memorial Prize und wurde 2018 als feministischer Klassiker neu aufgelegt. Die Beschäftigung mit versklavten Frauen vertiefte Dadzie aus einer Masterarbeit an der SOAS, für die sie eine Auszeit vom Unterrichten nahm. Mit A Kick in the Belly: Women, Slavery and Resistance stellte sie die Handlungsmacht und den Widerstand versklavter Frauen in der Karibik in den Mittelpunkt. Sie hinterfragt die Deutungshoheit über Geschichte und thematisiert blinde Flecken der Geschichtsvermittlung in britischen Schulen. Neben dem Schreiben arbeitete sie als Bildungsaktivistin an antirassistischen und inklusiven Lehrplänen und veröffentlichte Materialien zur Diversifizierung des britischen Unterrichts. Die Black Cultural Archives, 1981 gegründet, bewahrt die Dokumente Dadzies auf. Im Jahr 2025 wurde A Whole Heap of Mix Up vorgestellt.

Einzelnachweise

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