Frieda Gottwald (geboren 6. Juli 1913 in Schivelbein als Frieda Balke; gestorben 9. Dezember 1993 in Bremen) war eine deutsche Artistin, die als Sintiza von den Nationalsozialisten verfolgt wurde.

Leben Frieda Balke wurde am 6. Juli 1913 geboren, so ist es auf ihrem Grabstein vermerkt. Ihre Mutter war Therese Blum, sie hatte zwei Brüder Johann Balke und Eduard Blum und eine Schwester Emma Balke, die später einen Bruder ihres Mannes heiratete. Sie wuchs in Tilsit auf und arbeitete als Seiltänzerin im elterlichen Zirkus, der zumeist in Ost- und Westpreußen gastierte.

Leben während der NS-Zeit Die Familie erhielt ab 1936 Spielverbot, und 1937 wurde die Familie, wie auch die anderen Sinti und Roma-Familien in Tilsit in ein Barackenlager gebracht. Es waren etwa 20 Familien, die dann dort lebten, sie durften sich in der Stadt bewegen, diese jedoch nicht verlassen. Auch gab es Beschränkungen, Kinobesuche waren verboten, ebenso wie die Benutzung der Straßenbahn oder des Bürgersteigs. Frieda Balke lernte dort ihren Mann kennen, sie heirateten und sie wurde schwanger.

Der Familie wurde im Januar 1942 erzählt, sie würden auf einen Transport in Richtung Ukraine geschickt, um dort mit aufzubauen, bzw. zu siedeln. Es durfte nur Handgepäck mitgenommen werden, alles andere blieb zurück. Der Transport brachte sie jedoch in die Festung in Białystok. Dort wurden in einem Raum 115 Frauen und Kinder interniert. Die Männer waren von ihnen getrennt worden. Anfänglich mussten sie auf dem blanken Zementboden schlafen, die Aborteimer liefen über und der Inhalt fror auf dem Boden an. Frieda Gottwald blieb dort neun Monate. Sie erhielt nach einigen Monaten täglich eine Freistunde, in der sie sich unter Aufsicht im Hof bewegen durfte. Ihre Eltern und auch ihr Kind, welches 1941 geboren worden war, starben an Unterernährung.

Aus der Festung wurde sie vermutlich im September 1942 ins Ghetto Brest-Litowsk verlegt. Sie musste helfen, Laufgräben auszuheben und große Gräben ausheben, in denen die erschossenen Juden verscharrt wurden. Vom Ghetto Brest-Litowsk wurde sie am 16. April ins „Zigeunerfamilienlager“ Auschwitz-Birkenau deportiert. Ihr wurde die Nummer 10.295 in den Unterarm eintätowiert, und sie traf dort ihren Mann wieder. Durch seinen Einfluss gelang es, sie auf einen Transport in den Westen zu bekommen und sie kam ins KZ Ravensbrück und danach ins KZ Bergen-Belsen.

Weiteres Leben Frieda Gottwald wurde im Frühjahr 1945 im KZ Bergen-Belsen befreit. Ihr Mann überlebte das Konzentrationslager nicht. Frieda Gottwald erreichte im November 1945 Bremen und musste in den Mißler-Baracken leben. 1950 musste sie ins „Landfahrerlager“ Riespott ziehen. Dies „Landfahrerlager“ befand sich auf dem Gelände des KZ-Außenlagers Schützenhof in Bremen-Gröpelingen. Dort lernte sie Rudolf Schmidt kennen. Sie lebten ab 1955 zusammen in Gröpelingen. Frieda Gottwald starb am 9. Dezember 1993 in Bremen und wurde auf dem Friedhof Buntentor beerdigt. Als Rudolf Schmidt ein Jahr später starb, wurde er neben ihr bestattet.

Gedenken Auf dem Friedhof Buntentor, wo Frieda Gottwald bestattet wurde, wurde eine Stele zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma in Bremen errichtet. Frieda Gottwald wurde in Bremen mit einem FrauenOrt geehrt.

Einzelnachweise

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