Diebersdorf war eine mittelalterliche Siedlung südlich von Dahme/Mark, die im Laufe der Frühen Neuzeit zur Wüstung wurde.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 113. Die Gemarkung befindet sich heute auf dem Gebiet südöstlich von Bollensdorf, einem Ortsteil der Gemeinde Ihlow im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.
Geografische Lage Die ehemalige Dorfstelle lag etwa fünf Kilometer südlich von Dahme, rechts der Straße nach Herzberg (Elster). In der Nähe eines früheren Teiches befand sich eine frühdeutsche Siedlungsstelle, deren Lage durch Fundpunkte belegt ist. Archäologische Funde aus diesem Bereich wurden durch Günter Mangelsdorf gesichert und in das Bezirksmuseum Cottbus gebracht.
Etymologie Die urkundliche Überlieferung setzte 1376 mit der Nennung Diuestorff ein. Im Jahr 1388 erscheint der Ort als Dybestorff, Dobstorff sowie Dybersdorff und Dybestorff. Im Jahr 1579 wird die Form Diebersdorff/Debrikocze überliefert, während 1715 von der so genanten wüsten Marck Giebersdorff die Rede ist. Im Jahr 1734 erscheint die Schreibweise Dieberßdorff und im Jahr 1791 schließlich Biebersdorf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 114. Der Name leitet sich von einem Mann mit dem deutschen Personennamen Dietbert ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 44 ISBN 3-937233-17-2.
Geschichte Der Ort war vor 1376 bis 1388 im Besitz der Herrschaft Dahme, von 1388 bis 1390 im unmittelbaren Besitz des Erzbischofs, von 1390 bis 1405 erneut bei der Herrschaft Dahme und von 1405 bis 1872 beim Amt Dahme, das das Dorf bzw. die wüste Feldmark mit allen Rechten innehatte.
In den Jahren 1376 und 1388 wurde Diebersdorf noch als Dorf erwähnt, möglicherweise war es zu dieser Zeit noch bewohnt. Im Jahr 1658 erschien es als wüste Feldmark der Stadt Dahme mit einer Größe von 16 Hufen. Im Jahr 1715 wurde berichtet, dass der Gans Edle Herr zu Putlitz in Bollensdorf bereits vor etlichen Jahren versucht hatte, die wüste Feldmark zu erwerben, um dort einen Rittersitz zu errichten. Zu dieser Zeit war im Rat der Stadt Dahme unklar, wem die Feldmark gehörte. Im Jahr 1734 besaß der Rat der Stadt Dahme auf der wüsten Feldmark einige Ackerflächen, die er verpachte. Der dort befindliche sogenannte Körbaer Teich war zu Zeiten des Amtshauptmanns von Schlomach vom Amt für 400 Taler an die Familie von Löser aus Lebusa verkauft worden. Ein weiterer wüster Teich auf der Mark gehörte dem Amt einschließlich der Jurisdiktion. Die Hütung auf dem hinteren Teil der Feldmark lag bei Bollensdorf, während die Koppelhut gegen eine Haferpacht an den Rat zu Dahme ging.
Im Jahr 1754 befand sich die wüste Feldmark im eigentümlichen Besitz der Stadt Dahme, die sich diesen Besitz angemaßt hatte. 1791 wurde die Stelle als wüste Dorfstätte bezeichnet. Im Jahr 1802 bestand die wüste Feldmark aus 16 Hufen, grenzte an Körba und Bollensdorf und wurde als mittelmäßig beschrieben. Sie war teils mit Holz bewachsen, teils als Weide genutzt. Kurz darauf ging die Fläche im Kämmereiforst Dahme auf und wurde nicht wieder besiedelt.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 113 und 114.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Teltow-Fläming Kategorie:Ersterwähnung 1376 Kategorie:Ihlow (Fläming)