mini|hochkant|Selbstporträt Bernhard Fiedler (* 23. November 1816 in Berlin; † 28. März 1904 in Triest, Österreich-Ungarn) war ein deutscher Architektur-, Bildnis-, Landschafts- und Orientmaler.
Leben Fiedler entstammte einen böhmischen Adelsgeschlecht. Er studierte an der Kunstakademie in Berlin und war unter anderem Schüler des Dekorationsmalers Johann Karl Jakob Gerst und des Marinemalers Wilhelm Krause. Nach Beendigung seines Studiums unternahm Fiedler 1843 eine ausgedehnte Studienreise durch die Alpen bis nach Venedig und Triest. Dort fertigte er im Auftrag des österreichischen Staates Vedutenbilder an und wandte sich auch der Aquarellmalerei zu.
1847 bereiste er während einer zweiten Studienreise Oberitalien und Dalmatien. Dabei schuf er für König Friedrich Wilhelm IV. Gemälde der Schlösser der Grafen Coll’Alto (Collalto) in Friaul an und brachte viele Skizzen und Zeichnungen mit nach Hause, welche dann die Basis seiner Ölbilder bildeten. In Triest wurden ihm durch die Mitglieder des Österreichische Kaiserhauses zahlreiche Aufträge erteilt und Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko versuchte Fiedler dazu zu bringen, sich dort dauerhaft niederzulassen. 1853 reiste er an den Bosporus nach Konstantinopel und fertigte für Sultan Abdülmecid I. einige Stadtansichten an. Anschließend unternahm er im Auftrag des Preußischen Königs bis 1854 eine Reise durch Ägypten, Palästina, einen Teil von Nubien und Syrien. Bereits im Folgejahr begleitete er den Herzog Leopold II. von Brabant auf seiner Reise in dieselben Länder und nach Griechenland und Italien. Seit etwa 1860 hatte sich Fiedler in Triest niedergelassen und wohnte im selben Haus wie die Familie Rieger. Der junge Albert Rieger ließ sich von Fiedlers Malerei inspirieren. Fiedler hielt sich in den Jahren 1865 bis 1866 zum dritten Mal in Ägypten auf. Nach seinen Reisen veranstaltete er entweder in seinem Atelier oder in örtlichen Galerien Ausstellungen seiner Werke. So entstanden überwiegend Landschafts-, Genre- und Architekturbilder nach seinen Reisestudien und zahlreiche Bleistiftzeichnungen. Er arbeitete zudem als Illustrator für Werke von Georg Ebers. In den Jahren 1839 bis 1880 waren Werke von Fiedler auf deutschen und österreichischen Ausstellungen zu sehen, 1867 war er auch auf der Pariser Weltausstellung vertreten. Er hatte eine Tochter Katharina Fiedler, die Landschaftsmalerin wurde. Fiedler war künstlerischer Berater der Königin Charlotte und beim Bau des Schlosses Miramare.
Auszeichnungen (Auswahl) Fiedler wurde zu Mitglied der Akademie in Venedig gewählt und erwarb in Wien mehrere Kunstmedaillen. Ritter des Belgischen Leopoldsordens Ritter des Griechischen Erlöser-Ordens
Werke (Auswahl) Fiedler schuf überwiegend südliche und orientalische Landschaften mit ihren Bauwerken als Bleistiftzeichnungen, als Aquarelle oder als Ölmalerei. 1841: Fischerfamilie 1844: Klosterhof in Venedig 1844: Gegend von Belluno Eingang zur Moschee des Sultans Hassan in Kairo Mehmed Ali Pascha (Zeichnung) 1846: Das Amphitheater in Pola, Istrien (Nationalgalerie, Berlin, zunächst in kaiserlichem Besitz) 1846: Ansicht von Kairo 1849: Blick auf die Therme „Römerbad“ (Rimske Toplice) 1864: Jerusalem, vom Ölberge gesehen 1872: Ansicht von Alt-Cairo und Ghiza am Nil 1872: Motiv bei Triest 1872: Ruinen von Baalbek oder Sonnentempel von Balbek, am Fuss des Antilibanon 1873: Granitbrüche der alten Ägypter in der nubischen Wüste, bei Assuan, am ersten Nilkatarakte oder Agyptische Granitbrüche (Wallraf-Richartz-Museum) 1882: Kloster in Bethlehem (Kunsthistorisches Museum, Wien)
Aquarelle 1866: Schloss Miramare 1871: Sultan Hassan-Moschee
Illustrationen
Literatur
Weblinks
Bernhard H. Fiedler (deutsch, 1816–1904) artnet.de
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Person (Triest) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Träger des Erlöser-Ordens (Ritter) Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Ritter) Kategorie:Geboren 1816 Kategorie:Gestorben 1904 Kategorie:Mann