Heinrich Scherrer (auch Heinrich Scherer; * 18. Juni 1897 in Schaffhausen; † 10. Februar 1970 in Zürich) war ein schweizerischer Architekt, der bis 1945 in der Region Karlsbad wirkte.

Leben und Wirken Der Architekt Heinrich Scherrer war nach seinem Studium an der Technischen Hochschule München ab 1919 im Atelier von Richard Berndl (1875–1955) tätig, wo er u. a. auch bei der Planung und dem Bau von Jagdschloss Kammersgrün in Lužec u Nejdku für den Unternehmer Albrecht Weinkauff beteiligt war. Von 1919 bis 1945 war er in der Region Karlsbad tätig, sein Wirkungsschwerpunkt lag in den Städten Cheb (Eger) und Aš (Asch).

Er lebte und arbeitete in Sokolov (Falkenau an der Eger), wo er am 4. September 1926 die Tochter des Bauherrn, Maria Antonia Weinkauff heiratete. In Karlsbad wurden die beiden Kinder des Ehepaars, Paul Albrecht (* 26. März 1930) und Johanna Irmgard (* 11. September 1933), geboren.

Durch den Wettbewerb zur Gestaltung einer Gedenkhalle im Jahr 1926 in Eger und deren Realisierung mit dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in der ehemaligen Klosterkirche St. Clara im Jahr 1937 erlangte er bei den Bewohnern von Eger grosse Anerkennung. Im Jahr 1946 musste die Familie Scherrer die Tschechoslowakei verlassen und ging in die Schweiz. Er starb 1970 in Zürich. Architekt Heinrich Scherrer ovlivnil tvář celého regionu in denik.cz (tschech.) (abgerufen am 27. Februar 2026) Michael Rund: Heinrich Scherrer (tschech.) (abgerufen am 27. Februar 2026)

Bauten Ausgeführte Bauten in der Region Heinrich Scherrer auf cizidum 1919: Jagdschloss Kammergrün (Lovecký zámeček) in Lužec u Nejdku (Mitarbeit bei Richard Berndl) Jagdschloss Lužec auf cizidum Vila Paula Albrechta Weinkauffa auf slavnevily.cz (tschechisch); abgerufen am 27. Februar 2026. 1925: Villa Frisia in Karlsbad, Krále Jiřího 1261/27 (im Westend-Viertel) Villa Frisia auf cizidum 1926: Villa Zampach in Marienbad - Mariánské Lázně-Úšovice, Zeyerova 240/22, für JUDr. Franz Xaver Zampach vila Franze Xavera Žampacha auf cizidum Vila Franze Žampacha auf slavnevily.cz (tschechisch); abgerufen am 27. Februar 2026. 1926: Gebäude der Krankenversicherung (Zdravotní pojišťovna) in Asch - Aš, Na Vrchu 1778/30 Gebäude der Krankenversicherung auf cizidum 1926: Wettbewerb zur Gestaltung einer Gedenkhalle für die Egerländer Gefallenen des Ersten Weltkriegs in der ehemaligen Klosterkirche St. Clara, gewonnen vom gemeinsamen Projekt des Architekten Heinrich Scherrer und des Malers Franz Gruss. Der Entwurf sah zwei steinerne Sarkophage mit den Namen der gefallenen Soldaten im Kirchenraum und ein monumentales Fresko an der Ostwand der Kirche vor. Edith Bergler: Die Egerländer Gedenkhalle (abgerufen am 27. Februar 2026) Die St.-Clara-Kirche mit dem Klarissinnenkloster auf visitcheb.cz (abgerufen am 27. Februar 2026) 1926: Umbau der Sparkasse in Falkenau – Sokolov, Staré nám. 27 Umbau der Sparkasse auf cizidum 1927/28: Umbau der Sparkasse in Königsberg an der Eger – Kynšperk nad Ohří, Školní 860/23 Umbau der Sparkasse auf cizidum 1927/28: Villa Doberauer in Karlsbad, U Imperiálu 1290/10, ehem. Villa Gustav Doberauer (1874–1943), heute Villa Varna als Teil des Kurhotels Sanssouci Michael Rund: Přednášku pro Muzeum Karlovy Vary 1930: Wohn- und Geschäftshaus - Kaufhaus Franz Gassner in Eger - Cheb, Májová 1576/22 Kaufhaus Gassner auf cizidum Simona Marková: Architektura Chebu v letech 1900-1945, Diplomarbeit, Univerzita Palackého v Olomouci, Olomouc, 2010, 182 S. (tschech.) (abgerufen am 27. Februar 2026) 1931–1937: Bezirkskrankenhaus (Nemocnice okresní Aš), Nemocniční 2271/52 Bezirkskrankenhaus auf cizidum 1932/33: Kindergarten in Kynšperk nad Ohří Kindergarten auf cizidum 1932/33: Jahnhalle (Tělocvična spolku Jahn Aš), jetzt Tyršův dům Aš, Klicperova 2170/3 Jahnhalle auf cizidum 1933: Staatliche Berufsschule für künstlerische Tischlerei (Škola odborná pro umělecké truhlářství státní) in Kynšperk nad Ohří, Školní 3 1934: Jagdhaus für Josef und Emma Frank, jetzt genannt Frankárna, in Falkenau – Sokolov, Hrušková 68, seit 2017 wieder Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeit. 1934: Villa Zartner (Vila Zartnerova) in Eger - Cheb, 17. listopadu 940/24, für den Direktor der Egerer Sparkasse Josef Zartner und Emma Hofmann Villa Zartner auf cizidum Vila Emmy Hofmannové a Josefa Zartnera (tschech.) (abgerufen am 27. Februar 2026) 1937: Ehem. Gedenkhalle für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (Památník padlým v 1. sv. Válce Cheb) in der Klosterkirche St. Clara in Eger, Franziskanerplatz 84/3, gestaltet mit zwei Sarkophagen von Heinrich Scherrer und dem monumentalen Fresko über den Kampf, den Tod und die Auferstehung der Gefallenen an der Ostwand von Franz Gruss, nach 1945 zerstört. Gedenkhalle auf cizidum Zbyněk Černý: Chebská Pamětní Síň aneb kamenná Píseň o Nibelunzích (Egerer Gedenkhalle oder Das steinerne Nibelungenlied). In: Sborník muzea karlovarského kraje 16 (2008), S. 191–219, siehe (tschech.) (abgerufen am 27. Februar 2026) 1938: Villa Kastrup in Eger – Cheb, Hradební 1021/19, Mitinhaber der Fahrradmanufaktur Heinrich Kastrup († 1929), erbaut für seine Tochter Annelies Kastrup Villa Kastrup auf cizidum Villa in Karlsbad, Krále Jiřího Villa in Karlsbad auf cizidum Umbau des Aussichtsturms (Rozhledna Hard – přestavba) in Sokolov, Hornická Aussichtsturm auf cizidum Villa in Falkenau - Sokolov Villa in Sokolov auf cizidum

Bildergalerie

Weblinks

Věra Laštovičková: Architektura českých Němců 1848–1891 – Architektur der Deutschen in Böhmen 1848–1891: Heinrich Scherrer (abgerufen am 27. Februar 2026)

Einzelnachweise

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