mini|Grabmal für Bruno Schottländer auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Breslau Bruno Schottländer (geboren am 9. Juli 1839 in Münsterberg, Kreis Münsterberg, Provinz Schlesien; gestorben am 5. Dezember 1907 in Breslau, Provinz Schlesien) war ein Gutsbesitzer und Unternehmer in Schlesien.
Leben Bruno Schottländer entstammte der Familie Schottländer. Ear der zweite Sohn des wohlhabenden jüdischen Gutsbesitzers Löbel Schottländer und der Henriette, geborene Grossmann, Tochter des Kaufmanns und Ehrenbürgers von Münsterberg Salomon Grossmann.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 28f. Sein älterer Bruder Julius Schottländer wurde der zweitreichste Gutsbesitzer in Niederschlesien, sein jüngerer Bruder Salo Schottländer wurde Verleger.
Bruno Schottländer verwaltete die Güter seines Vaters und besaß die Rittergüter Schützendorf bei Münsterberg, wo er auch eine Brennerei betrieb, und Münchhof.Amalie Reisentheil, Orientalismus als Mittel zur Identitätsfindung. Sepulkralarchitektur auf dem Jüdischen Friedhof in Breslau, Lit, 2014, S. 223, mit kurzen biographischen Angaben, erwähnte auch die Verwaltung der Güter seines Vaters und das korrekte Sterbejahr 1907. Nieder-Kunzendorf wurde 1902 von ihm oder seinem Sohn Felix Schottländer erworben.Schlesisches Güter-Adreßbuch, Fünfte Ausgabe, Breslau 1894, S. 60 (Münchhof); S. 368 (Schützendorf, mit Brennerei, Mühle und Spritfabrik)Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Breslau, 1895, S. 240, mit Statut (Rechtsordnung) für Münchhof von 1894 1870/1871 war er am Deutsch-Französischen Krieg beteiligt und belieferte die Preußische Armee mit Spirituosen aus dem großen Versorgungsunternehmen seines Bruders Julius. 1879 beantragte er die Aufhebung der Exportprämien (Einfuhrzölle) für Spirituosen aus Österreich-Ungarn beim Deutschen Reichstag, zusammen mit den Brüdern Guttmann.Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Reichstags, Dritter Band, 1880, S. 52 (letzter Abschnitt), wurde an den Reichskanzler zur Entscheidung weitergeleitet (der Inhalt ist etwas unverständlich, da sie ja keine Produkte aus Österreich-Ungarn einführen wollten, möglicherweise gab es ein österreichisches Gegenangebot, wonach auch deutsche Spirituosen ohne Gebühren dort eingeführt werden könnten) 1882 unterschrieb er eine Denkschrift von Spritfabrikanten aus den Provinzen Schlesien und Posen über die Senkung der Eisenbahntarife für ihre Produkte beim Preußischen Landtag.Anlagen zu den Stenographischen Berichten über die Verhandlungen des Hauses der Abgeordneten, Zweiter Band, Nr. 24, 1885, S. 711–715 Spätestens seit 1892 war Bruno Schottländer auch Teilhaber der lukrativen Karlsbader Mineralwasser-Versendung Löbel Schottländer seiner Familie, die exklusiv Karlsbader Heilwasser und weitere Produkte in alle Welt exportieren durfte.Alexander Dorn: Die Protokollirten Firmen von Oesterreich-Ungarn, Bosnien und Hercegowina, III. Band, Wien 1892, S. 141; die Leitung hatte sein älterer Bruder Julius Schottländer 1899 war er in Breslau am Tauentzienplatz 14 in seinem Elternhaus gemeldet, wahrscheinlich als Eigentümer.Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Breslau, 1899 und weitere Jahre.
mini|Grabmal Sein Grabmal im Maurischen Stil ist eines der größten auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Breslau.Amalie Reisentheil, Orientalismus als Mittel zur Identitätsfindung. Sepulkralarchitektur auf dem Jüdischen Friedhof in Breslau, 2014, S. 217–222, mit detaillierter Beschreibung des Grabmals, mit Fotos und Zeichnungen
Ehe und Nachkommen mini|Schloss Nieder-Kunzendorf, Gut von Felix Schottländer Bruno Schottländer war mit Bertha Haussmann (1846–1899) verheiratet.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 36, 42–43, mit detaillierten Angaben zu den Kindern und Enkeln Ihre Söhne Kurt und Felix Schottländer besaßen 1911 ein Vermögen von jeweils drei bis vier Millionen Reichsmark. Kurt und seine Schwestern Matha und Margarete starben später im Konzentrationslager.
Martha Aegidi (1870–1943), starb im Konzentrationslager Theresienstadt Margarete Graetzer (1873–1942), starb im Konzentrationslager Theresienstadt Dr. Kurt Schottländer (1875–1943), Erbe der Rittergüter Münchhof und Schützendorf, Millionär, starb im Konzentrationslager TheresienstadtRudolf Mattin, Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen, Berlin 1911, Teil 1, S. 236, mit Vermögensverhältnissen der beiden Brüder Curt und Felix Schottländer, siehe auch Anhang S. L (Namensregister), mit mehreren weiteren SchottländernKurt Schottländer Opferdatenbank; es gibt auch eine Seite über seine Schwester Martha Aegidi; seine Tochter Hortense Louise Schottländer (1907–1995) emigrierte nach Kenia, prozessierte um Wiedergutmachung gegen Deutschland, spendete 250.000 Dollar für wohltätige Einrichtungen in Jerusalem., über den Prozess Fritz Schottländer (1879–nach 1919), seit 1902 Gutsbesitzer von Nieder-Kunzendorf, Millionär; dessen Söhne emigrierten nach Buenos Aires. Richard Schottländer, emigrierte nach Rio de Janeiro.
Weblinks
The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 35f.
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Breslau) Kategorie:Person (Schlesien) Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann