mini|hochkant|Erneuerung des Grauen Bundes 1424. In der Mitte Abt Petrus von Pontaningen, links Hans Brun von Rhäzüns, rechts Hans von Sax-Misox Petrus von Pontaningen (* im 14. Jahrhundert; † 17. Dezember 1438) war von 1402 bis 1438 Abt des Klosters Disentis. Er war 1424 Erneuerer des Grauen Bundes und zählt zu den bedeutendsten Disentiser Äbten.

Wirken Petrus von Pontaningen war der Sohn des Ritters Claus von Pontaningen. Er wurde am 11. November 1398 erstmals als Kustos des Klosters Disentis erwähnt und ist als solcher noch 1399 nachgewiesen.

Pontaningen wurde 1402 Abt des Klosters. Die beim Klosterbrand von 1387 beschädigte Marienkirche und die Kapelle St. Agatha liess er erneuern. In der täglichen Liturgie pflegte er benediktinische Spiritualität. Im abendländischen Schisma hatte er keine feste Position. Er besuchte vermutlich das Konzil von Konstanz und liess sich 1418 von Papst Martin V. die Privilegien der Abtei bestätigen. Pontaningen erwirkte von König Ruprecht 1408 die Anerkennung der alten Rechte des Klosters, die er sich 1413 und 1433 von König Sigismund bestätigen liess. Er hatte diesem Gastfreundschaft auf seinen Italienzügen gewährt.

In den Appenzellerkriegen ergriff Pontaningen 1403 Partei für Schwyz. Mit Blenio verhandelte er 1406 gemeinsam mit der Gemeinde Disentis über die Erneuerung des Verkehrsvertrags von 1376. Im folgenden Jahr trat er mit Uri in ein Landrecht ein. Die Verstrickungen in die «Rhäzünser Fehde» belasteten von 1412 bis 1419 Abt und die Abtei.

Bei der Erneuerung und Erweiterung des Grauen Bundes in Trun war Pontaningen 1424 der Erstunterzeichner. In den folgenden Jahren war er im Geiste einer kommunalen Landfriedensbewegung erfolgreich als Vermittler tätig, konnte sich jedoch politischen Machtkämpfen nicht völlig entziehen. Pontaningen unterstützte 1425 mit Truppen von Bund und Abtei einen Zug von Eidgenossen ins Val d’Ossola. Im Gegenzug erwirkten die Innerschweizer auch für die Abtei Zollermässigungen bis Mailand. Pontaningen wird zu den bedeutendsten Disentiser Äbten gezählt, da er wie sein Vorgänger Johannes von Ilanz die kommunale Entwicklung der Cadi förderte und eine nachhaltige Bündnispolitik betrieb.

Literatur Iso Müller, Elsanne Gilomen-Schenkel: Äbte. In: Helvetia Sacra. Band III/1, 1986. S. 496–497. Iso Müller: Die Entstehung des Grauen Bundes 1367–1424. In: ZSG 1941. S. 137–199. Iso Müller: Geschichte der Abtei Disentis von den Anfängen bis zur Gegenwart. 1971. S. 53–56.

Belege

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