Autodesk Inventor ist eine auf Modellierungselementen aufbauende, parametrische 3D-CAD-Software, die von dem Unternehmen Autodesk entwickelt und vertrieben wird. „3D“ bedeutet, dass damit räumliche Modelle erzeugt werden. Dabei werden sämtliche Modellierschritte (Elemente) sowie alle zugehörigen Maße (Parameter) einzeln und zugeordnet gespeichert, das heißt: Modelle sind auch nachträglich durch Veränderung der Eingabewerte gezielt und kontrolliert beeinflussbar. Da dieses Prinzip auch für die Baugruppen gilt, können damit auch mechanische Bewegungsabläufe ohne weitere Hilfsmittel als Videosequenz dargestellt werden.

Die Erstellung der nötigen Zeichnungen von Einzelteilen und Baugruppen ist ein gesonderter Arbeitsschritt, bei dem die vorher erstellten 3D-Modelle lediglich in druckbarer Form dargestellt und mit ergänzenden Kommentaren versehen werden. Die Zeichnungen werden dabei assoziativ mit den Modellen verknüpft, das heißt: Bei allen Änderungen an den Modellen (3D) werden die Zeichnungen (2D) automatisch nachgeführt.

Autodesk-Inventor ist neu entwickelt und basiert nicht auf AutoCAD. Es wird in der Anwendung auch grundsätzlich anders gehandhabt. Als Geometrie-Kern wird der Autodesk-eigene ShapeManager genutzt, der auch in anderen Autodesk-Anwendungen wie beispielsweise AutoCAD verwendet wird. ShapeManager wurde vom ACIS-Geometrie-Kern abgeleitet.

Modelliermethoden mini|Animation bzw. Simulation eines Hexapods mit Inventor

mini|Animation bzw. Simulation eines 4-Takt-Motors mit Inventor Eine Modellierungsmethode besteht darin, sämtliche Einzelteile als eigene Teile zu modellieren. Dann fügt man sie in einer Baugruppe unter Zuhilfenahme sogenannter Abhängigkeiten zusammen. Abhängigkeiten können Flächen, Achsen, Punkte und Linien miteinander verknüpfen und somit Bewegung und Position zueinander einschränken oder fixieren. Ändert sich die Geometrie eines Teiles der Baugruppe, so ändern sich auch alle von diesem Teil abhängig gemachten Teile. Neben Position und Bewegung eines Bauteils kann dabei auch seine Geometrie von einem anderen Teil beeinflusst werden. Zudem ist es auch möglich, Bauteile direkt in einer Baugruppe zu modellieren.Handbuch Autodesk Inventor

Eine andere Methode, die Bauraum-Methode, geht zuerst von einer vereinfachten Grundform aus. Diese Grundform kann eine 2D-Skizze oder ein 3D-Modell sein, in das Platzhalter für die zu verbauenden Teile eingetragen sind. Aus der Grundform werden dann mittels Datenverknüpfung die einzelnen Bauteilmodelle passend herausgeschnitten oder aufmodelliert und mit den erforderlichen Details ergänzt. Man erhält so automatisch zueinander passende Bauteilmodelle, die als Abkömmlinge des gemeinsamen Mastermodells alle an diesem vorgenommenen Maßänderungen an ihren eigenen entsprechenden Stellen übernehmen.

Eine weitere Möglichkeit bietet die sogenannte Multi-Body-Modellierung. Hier werden in einem Entwurfs- oder auch Masterbauteil mehrere Volumenkörper innerhalb einer Bauteildatei (.ipt) erzeugt. Aus diesem Master-Bauteil lassen sich per Befehl Einzelteile oder komplette Baugruppen (.iam) ableiten, die wiederum mit dem Master-Bauteil assoziativ verbunden sind. Vorteil hierbei ist, dass sich parametrische Änderungen auf mehrere Volumenkörper auswirken und somit der Aktualisierungs bzw. Nachbearbeitungsaufwand im Vergleich zur Bottom-Up-Methodik erheblich reduziert.

Einsatzgebiete Autodesk Inventor wurde speziell für die mechanische Konstruktion konzipiert und findet insbesondere Verwendung in Maschinenbau, Werkzeugbau, Blechverarbeitung und Anlagenbau.

Das Paket besteht aus mehreren Komponenten. Die eigentliche Autodesk-Inventor-Software ist ein 3D-Modellierpaket mit der Möglichkeit, parametrische 3D-Modelle und -Baugruppen zu erstellen. Davon können 2D-Zeichnungen abgeleitet und Animationen erstellt werden. Erweiterungen stellen für spezielle Anwendungen und Branchen leistungsfähige Extra-Funktionen zur Verfügung. Mit Inventor Studio lassen sich fotorealistische 3D-Darstellungen ableiten.

Umfang mini|Gerenderter Wellenstumpf in Inventor Studio Bundling in Suiten Autodesk Inventor wurde zwar lange alleine angeboten, aber meist in Paketen (engl.: Bundles) zusammen mit anderen Autodesk Lösungen verkauft. Ein solches Paket wurde von Autodesk als „Suite“ bezeichnet. Diese Suiten wurden bis ca. Version 2016 meist in drei Ausbaustufen angeboten (im Umfang ansteigend): Standard, Premium und Ultimate. Die Vielzahl von angebotenen Suiten und deren bis zu drei Ausbaustufen waren aber in Summe dadurch nicht sehr übersichtlich. Das frühere Paket „Inventor Professional“ wurde einfach nur in „Inventor“ umbenannt und kann für sich alleine oder zusammen im Paket „Product Design & Manufacturing Collection“ gemietet werden. Das in der Funktionalität auf Einzelteile reduzierte „Inventor LT“ rundet nach unten ab.

Inventor umfasst Autodesk Vault, ein PDM-System (Dokumenten- und Versionsverwaltung) Erstellen von Einzelteilen (engl.: Parts), Zusammenbau (engl.: Assembly) und Explosionsdarstellungen (eng.: Presentation) Komplettes Sortiment an Modellierfunktionen, optimiert für den allgemeinen Maschinenbau Eine umfangreiche, lokale Normteilebibliothek (DIN, ISO, ANSI etc.) (am PC oder im Firmennetz) Integrierter Zugriff auf umfangreiche, internetbasierte Kauf- und Normteilesammlung (Cadenas) Berechnungs- und Dimensionierungsfunktionen für Maschinenteile (Zahnräder, Lager, Federn, Schweißnähte etc.) Erstellen von 2D-Ableitungen (Zeichnungen) aus 3D-Einzelteilen, -Baugruppen und Explosionsdarstellungen Sämtliche verfügbaren Zeichnungs- und Bemaßungsfunktionen Leistungsfähiges Stücklistenmodul für bidirektional assioziative, strukturierte Stück- und Teilelisten Blechmodul, mit vielen speziellen Blechbearbeitungsbefehlen und einer Abwicklungsfunktion. Es können Bleche abgewickelt werden, die auf einer Kantbank, Biegemaschine oder Rollbiegemaschine herstellbar sind. Schweißmodul mit Nahtvorbereitung, Nahterzeugung und -nachbereitung und Mengenermittlung Gestellgenerator (für Stahlbau wie z. B. Maschinengestelle und Arbeitsplattformen) Inventor Studio, einen Renderer, um fotorealistische Bilder und vor allem auch komplexe Videosequenzen erstellen zu können

Folgende Module wurden früher als „Professional“ vermarkt und extra beworben: Ein (Finite-Elemente-Methode)-Modul für Festigkeits- und Verformungsberechnungen (bis IV2009: Einzelteile mit Ansys-FEM, seit IV2010 basierend auf der PlassoTech-Software auch auf Baugruppen) Berechnungsmodul für Durchbiegung- und Knickkräfte in Stahlbaukonstruktionen (aus Gestell- bzw. früher Rahmengenerator) Dynamische kinematische Simulation, erlaubt die Simulation dynamisch bewegter mechanischer Systeme mit Kräfte- und Beschleunigungsberechnungen. Kabel- und Leitungsmodul, für die automatisierte, auf Komponentenbibliotheken gestützte Modellerstellung für Rohr- und Schlauchleitungen sowie Kabel und Kabelbäume anhand von Verbindungslisten und räumlichen Routingvorgaben Ein Modul zum Konstruieren und Bearbeiten von Kunststoffspritzgussteilen (seit IV 2010) Der Zugriff auf die Moldflow-Datenbank (Moldflow), der weltweit größten Materialdatenbank für Spritzgussverfahren Das Modul Inventor Mold Design, mit dem vollständige Spritzgusswerkzeuge (Formen) incl. Angusskanälen, -stegen und Kühlkanälen erzeugt werden können

Inventor LT Eine preislich günstigere, in der Funktionalität eingeschränkte Version, ist die „Autodesk Inventor LT“ -Version: Sie ist als ergänzender Arbeitsplatz in einem Konstruktionsteam konzipiert und auf das Erstellen von nur Einzelteilen und deren 2D-Ableitungen beschränkt. Baugruppen können nicht bearbeitet werden. Die Inventor-Funktionalität „Volumenkörper“ als Organisationshilfe ist möglich.

Lösungen zur Datenverwaltung (EDM) Autodesk Vault dient der automatischen Verwaltung der vielen bei 3D-Konstruktionen anfallenden Daten und unterstützt den einzelnen Konstrukteur bis zum gesamten Konstruktionsteam. Es ist ein skalierbares, auf MS-SQL- und MS-IIS, Client-Server basierendes Verwaltungssystem in den Ausbaustufen ‚Vault Basic‘, ‚Vault Workgroup‘ und ‚Vault Professional‘. Vault kommuniziert sehr eng über das „Autodesk Inventor API Object Model“ mit der CAD-Umgebung.autodesk.com: ‚Vault Basic‘ wird im Standard-Lieferumfang zusammen mit dem kostenlosen „Microsoft SQL-Express Server“ bereits mitgeliefert, ist sehr leistungsfähig, bietet aber keine Einschränkung der Benutzerrechte auf z. B. Ordner oder Projekte. Ab der Ausbaustufe ‚Professional‘ können mehrere entfernte Standorte mit einem gemeinsamen Datenbestand und replizierten lokalen Daten synchronisiert werden („Standortübergreifende Replikation“). Vault wurde in der modernen .NET-Umgebung entwickelt und bietet eine sehr umfangreiche Anpassbarkeit mit z. B. Visual Studio, Visual Basic oder C#. Nahezu alle kundenspezifische Anpassungen können von einem Programmierer über diese API-Schnittstellen erstellt werden. Reicht der Leistungsumfang der MS-SQL-Express Datenbank nicht aus, so kann nach oben skaliert werden. Autodesk Productstream (bis Version 2009) wurde im Rahmen der Vereinheitlichung eingestellt und deren Funktionalität in ‚Vault Professional‘ übernommen. Autodesk Productstream Professional („PSP“), das frühere Compass der von Autodesk übernommenen AIM Systems, war eine PDM-Lösung für umfassende und angepasste Implementierungen wurde ab der Softwaregeneration 2011/2012 von „Vault Professional“ abgelöst. Die Funktionalitäten von ‚PSP‘ wurden in die Nachfolgeprodukte ‚Vault Collaboration und -Professional‘ übernommen.Produktübersicht des Herstellers (PDF, 8 Seiten, deutsch; 361 kB) „Compass“ und dessen Nachfolgeprodukt „PSP“ hatten eine proprietäre API, die bei den Softwareentwicklern für Anpassungen lange Zeit gerne genutzt wurde. Da die Compass- bzw. PSP-Produktfamilie in vielen großen Firmen erfolgreich implementiert war, wurde die Umstellung nicht schlagartig, sondern langsam über mehrere Softwaregenerationen durchgeführt.

Versionen Aktuell ist die Version Autodesk Inventor 2024, die zusammen mit AutoCAD 2024 und den AutoCAD Toolsets 2024 im Februar 2023 erschienen ist. Autodesk vergibt im Frühjahr eines Jahres die Versionsnummer des Folgejahres.

Ersterscheinung der InventorversionenKevin Schneider: Inventor release historymcadforums.com: (englisch)Bei den Versionen 1 bis 10 standen bekannte Autonamen Pate für die interne Bezeichnung.Ab der Version 11 (Faraday) sind es berühmte Pioniere, deren Namen mit der internen Bezeichnung geehrt wird.