Anna Clasina van Hattem (* 14. Februar 1924 in Breda; † 24. Januar 1984 in Amsterdam) war eine niederländische Architektin und Mitglied im Bund Niederländischer Architekten.
Leben Sie war die Tochter des (Bezirks-)Vorsitzenden der Gewerkschaft Algemene Nederlandse Metaalbedrijfsbond, Dirk Willem van Hattem (Ritter im Orden von Oranien-Nassau), und Johanna Beeks. Angesichts ihrer Todesanzeige blieb sie vermutlich unverheiratet. Ihre Urne wurde auf dem Friedhof Westgaarde beigesetzt.
Zunächst deutete nichts darauf hin, dass sie eine Karriere als Architektin einschlagen würde. Ihre Ausbildung erfuhr durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine Unterbrechung, die jedoch auch durch die eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen in der Architektur behindert wurde. Ihr Vater bestand daher darauf, dass sie die HBS in Arnheim besuchte, um „einen Beruf zu erlernen“, nämlich den der Lehrerin. Deshalb besuchte sie die Kweekschool voor onderwijzers (Lehrerbildungsanstalt) und erlangte eine Ausbildung als Grundschullehrerin. Seit ihrer Kindheit hatte sie jedoch künstlerische Ambitionen in Richtung Bildhauerei und Zeichnen, was sie während ihrer Ausbildung betonte. Sie empfand diese Kunstformen als zu persönlich und begann daher an der (MTS) (Middelbare technische school, vergleichbar Fachhochschule) eine Ausbildung in Architektur. Anschließend folgte eine Kombination aus Praxis (Arbeit in einem Architekturbüro) und einer Ausbildung bei der Vereinigung für weiterführende und höhere Architekturlehre. Nach diesem Studium folgte noch bis 1958 eine zweijährige Ausbildung in höherer Architekturlehre (HBO).
Obwohl sie sich gelegentlich abwertende Äußerungen anhören musste, („warum sie sich in den Kopf gesetzt hatte, Bauzeichnerin werden zu wollen“) bekam sie eine Stelle bei der Stadt Amsterdam. Damals gab es dort eine fünfjährige Ausbildungsregelung. Im letzten Jahr durfte sie private Aufträge annehmen, entschied sich jedoch am 1. April 1963 dafür, für den städtischen Dienst der Publieke Werken (Öffentliche Bauplanung, Brücken, Infrastruktur, Stadtentwicklung, Tiefbauamt) zu arbeiten. Sie musste sich in ihrer Karriere gegen eine Männerwelt behaupten. Laut Erfgoed van de Week im März 2025 waren 1952 nur 83 Frauen bei den Dienst der Publieke Werken beschäftigt, bei einer Gesamtbelegschaft von 2600 Mitarbeitern.
Dort konnte sie sich mit der Planung von Sozialwohnungen in den Neubaugebieten im Rahmen des Stadterweiterungsplans (Algemeen Uitbreidingsplan AUP) von Cornelis van Eesteren befassen. Bereits vor 1963 entstanden in Osdorp Wohnblocks mit 648 bzw. 310 kleinen Wohnungen nach ihren Entwürfen. Auch in Nieuwendam und Buiksloot sind Spuren ihrer Arbeit zu finden. Die Qualität unterlag noch der Standardisierung im damaligen Wohnungsbau. Von ihr sind vier größere Komplexe aus späterer Zeit bekannt: ein Freizeitzentrum in Buitenveldert (Van Leijenberghlaan, Ecke Van Nijenrodeweg), eine Polizeistation an der Lijnbaansgracht 219, die Sporthallen Zuid im Wert von 18 Millionen Gulden und die Sporthalle De Pijp. Die Eröffnung der letztgenannten Sporthalle erlebte sie noch, kaum ein Jahr später verstarb sie.
Werk Markengouw und Ganzeveldstraat mit Gartengestaltung von Mien Ruys, Amsterdam-Noord Aakstraat, Koopvaarderplantoen und Beurtschipperstraat, Banne Buiksloot Buitenvelderts Ontmoetingscentrum, Buitenveldert (Gartenstadt)/Buitenveldert Bouman Academie; eine Pädagogische Akademie, die gegenüber der Gerrit Rietveld Academie stand und von dem Architekten Arne Jacobsen inspiriert war. Sporthallen Zuid mit einer Fassadenmalerei von Marte Röling (2023 abgerissen) Ihr letzter Entwurf war die Polizei- und Feuerwehrwache Flierbosdreef; sie durfte die Eröffnung nicht mehr miterleben.
Frauen des AUP (Stadterweiterungsplan) Im Frühjahr 2024 (von März bis Juli mit einer Verlängerung) widmete das Van Eesteren Museum vier Architektinnen, die für den Dienst der Publieke Werken (Dienststelle für öffentliche Arbeiten) tätig waren eine Ausstellung. Sie waren maßgeblich am Stadterweiterungsplan (Niederländisch Algemeen Uitbreidingsplan (AUP)) von Cornelis van Eesteren und Ko Mulder beteiligt. Dabei wurde nicht nur das Werk von Ko Mulder selbst beleuchtet, sondern auch die Arbeiten von Manon Peyrot, Koos Pot-Keegstra und Anna van Hattem. In diesem Zusammenhang wurde ihr Werk untersucht und eine etwas vollständigere und detailliertere Liste erstellt, die 2025 von der Stadt Amsterdam in der Rubrik „Erfgoed van de week“ veröffentlicht wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
:Kategorie:Geboren 1924 :Kategorie:Gestorben 1984
Kategorie:Architekt (Niederlande) Kategorie:Person (Amsterdam) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 1984 Kategorie:Frau