Magda Szpecht (* 1990 in Jelenia Góra) ist eine polnische Theater- und Opernregisseurin. Seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine 2022 erweitert sie ihre künstlerische Arbeit um digitalen Aktivismus gegen Desinformation.
Leben Szpecht studierte zunächst Journalismus mit einem Schwerpunkt auf kreativem Schreiben an der Universität Breslau und schloss anschließend ein Regiestudium an der Ludwik-Solski-Staatstheaterschule in Krakau ab. Ihre Arbeiten enthalten darstellendes Spiel, filmische Elemente und zeitgenössische Musik.
Wirken Als „Cyber Elf“ unterstützt Szpecht die Ukraine an der digitalen Front, etwa durch Geolokalisierung, die Verifizierung von Nachrichten, Fotos und Videos sowie die Archivierung digitaler Zeugnisse von Kriegsverbrechen. Diese Tätigkeit brachte sie als Lecture-Performance Cyber Elf auf die Bühne und präsentierte sie im Umfeld des Berliner Theatertreffens. Für Spy Girls erarbeitete sie im Auftrag eines Theaters im estnischen Narva an der Grenze zu Russland zur Kontaktaufnahme zu russischen Soldaten und Gewinnung von Informationen mit anonym auftretenden Darstellern Fake-Datingprofile. Dafür wurden auch auf der russischen Plattform VKontakte fingierte Profile eingesetzt. In She stands in the Middle of the Battlefield montiert sie Text- und Sprachnachrichten einer ukrainischen Freundin, die unter einem Pseudonym als Soldatin an der Front dient, zu einer Chronologie des Kriegsalltags und zeigte die Arbeit 2026 am Berliner HAU2. Die Performance bindet persönliches Material, quelloffene Recherchen und eine Klangkomposition ein und stellt dabei die Frage nach dem Zugriff auf den Körper der Soldatin. Im Jahr 2025 erhielt Szpecht für die Verbindung von Theaterarbeit mit cyberaktivistischen und dokumentarischen Praktiken zugunsten der Ukraine den Preis Kamyk Puzyny.
Einzelnachweise
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