Die Johann-Baptista-Grube, nach 1945: KWK Słupiec war ein Steinkohlebergwerk im Neuroder Revier in Słupiec (Schlegel) in Niederschlesien in Polen.
Geschichte
In dem Bergwerk wurde mindestens seit 1742 Kohle abgebaut. Im Jahr 1858 produzierte die Johann-Baptista-Grube über 10.000 t Kohle.
Die Entwässerung des Grubenfeldes erfolgte ab 1859 über den Alexanderstollen. Bis zur Inbetriebnahme der Eulengebirgsbahn mit einer Anschlussbahn zum Bergwerk gab es von 1879 bis 1902 eine fünf Kilometer lange Seilbahn zum Bahnhof Mittelsteine an der Bahnstrecke Dittersbach–Glatz, die von Adolf Bleichert & Co. aus Leipzig errichtet worden war.
Im Jahr 1912 hatte das Bergwerk sechs Schächte, eine Förderteufe von 233 m, zwei Dampfmaschinen mit 70 PS und einen Elektromotor mit 5 PS. Weiter lag die Kohleproduktion bei 160.135 t, 977 Beschäftigten und Förderkosten von 7,27 Reichsmark pro Tonne. Das Jahresnettogehalt eines Grubenarbeiters betrug 869 RM.
Im Jahr 1929 wurden 163.584 t Kohle abgebaut, und es gab 702 Bergleute. 1937 wurden 194.880 t Kohle abgebaut und es gab 639 Bergleute. Außerdem gab es unter Tage 3,5 km Förderstrecken mit Lokomotivbetrieb.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Grube unter polnischer Verwaltung als Steinkohlenwerk (KWK) Słupiec weiterbetrieben. Das Steinkohlenwerk Słupiec wurde 1971 mit dem Bergwerk Nowa Ruda zum Kopalnia Węgla Kamiennego Nowa Ruda (KWK Nowa Ruda) zusammengelegt und ein neuer Förderschacht abgeteuft.
Die Kohleförderung in Słupiec und damit im gesamten Neuroder Revier endete am 8. Februar 2000.
Schächte
Bianka-Schacht (Förderschacht, 394 m) Oskar-Schacht (Tagesschacht, 131 m) Szyb Nowy I Szyb Nowy II
Literatur
Zygfryd Piątek: Der Steinkohlenbergbau im Neuroder Land von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1914. in: Der Anschnitt, Nr. 57 (2005), H. 2–3, S. 80–89. Digitalisat:
Einzelnachweise
Kategorie:Kohlebergwerk in Polen Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Polen Kategorie:Nowa Ruda