mini|Stammwappen der Gugelberg (Siegel des Hans Gugelberg, 1471) mini|Wappen der Gugelberg von Moos auf einem Exlibris: Vereinigtes Wappen aus Bär und Sternen (ähnlich von Moos), Gämse und Lilie mini|hochkant|Johann Luzi Gugelberg von Moos mini|hochkant|Hortensia Gugelberg von Moos mini|hochkant|Maria Barbara Gugelberg von Moos Die Familie Gugelberg von Moos (früher auch von Moos genannt Gugelberg) war eine Bündner Adelsfamilie, ein Häuptergeschlecht der Freistaaten Graubünden.Almanach généalogique suisse, Band 3, Basel 1910, S. 194. Ihre Angehörigen waren in Chur, Maienfeld und Malans ansässig.
Geschichte Die Familie von Moos genannt Gugelberg stammte möglicherweise aus Lachen und verzweigte sich im 15. Jahrhundert nach Graubünden. Im frühen 16. Jahrhundert stiegen Angehörige der Familie in die Führungsschicht der drei Bünde auf. Dies gelang durch Bekleiden von städtischen und bischöflichen Ämtern, den Erwerb von Herrschaften sowie durch Heiratsverbindungen. Der Ritter und Bürgermeister Hans Luzi von Moos genannt Gugelberg führte 1512 die Churer Truppen bei der Eroberung des Veltlins an und kam drei Jahre später bei der Schlacht von Marignano ums Leben. Joachim und Johann von Moos genannt Gugelberg wurden 1522 als Inhaber der Herrschaft Marschlins erwähnt. Johann von Moos genannt Gugelberg erschien mehrfach urkundlich als Churer Stadtarzt, er starb 1556.
Die Maienfelder Linie wurde 1533 durch den Hauptmann in französischen Diensten Hans von Moos genannt Gugelberg begründet. Er amtierte von 1551 bis 1553 als Landvogt der Herrschaft Maienfeld und starb 1554. Sein Sohn Luzius von Moos genannt Gugelberg (1579) war Stadtvogt von Maienfeld und von 1559 bis 1561 Podestà in Morbegno. Ein weiterer 1546 geborener Sohn Ambrosius war von 1563 bis 1565 Vicari in Sondrio und baute nach 1575 das von den Beeli erworbene Schloss Bothmar in Malans aus. Luzius’ Sohn Johann Luzi war Podestà in Tirano. Schloss Salenegg gelangte 1654 in den Besitz der Maienfelder Gugelberg. mini|Allianzwappen der Gugelberg von Moos und derer von Salis über dem Torbogen an Schloss Salenegg Ab dem beginnenden 17. Jahrhundert nannten sich die Angehörigen Gugelberg von Moos. Zwischen 1615 und 1785 bekleideten Familienmitglieder noch weitere fünf Mal Ämter im Veltlin. Die Churer Gugelberg von Moos standen im 17. Jahrhundert mehrheitlich Spanien nahe, dagegen gehörten die Maienfelder zumeist der französischen Partei an, jedoch standen einige von ihnen auch als Offiziere auch in holländischen und englischen Diensten.
Die Bündner Gugelberg von Moos erschienen im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach in Schul- und Universitätsmatrikeln. Hans Luzi und Johann Albert von Moos genannt Gugelberg studierten um 1578 bzw. 1590 in Zürich, Johann Anton und Ludwig Gugelberg von Moos 1609 bzw. 1636 in Basel sowie Johann Anton und Karl Gugelberg von Moos 1610 bzw. 1679 an der Fakultät der Rechte in Padua.
Hortensia Gugelberg von Moos, aus der verschwägerten Familie der Salis sowie Maria Barbara Gugelberg von Moos und ihre jüngere Schwester Laura wurden auf autodidaktischem Weg zu geachteten Wissenschaftlerinnen. Im 20. Jahrhundert starb das Geschlecht im Mannesstamm aus.
Wappen Blasonierung: Das Stammwappen der Gugelberg zeigt 1471 eine Gämse, schreitend auf einem Felsen.Dietrich Jecklin: Die Burgen und Schlösser in „alt fry Rätia“, deren Abbildungen und kultur-historisch-topographische Beschreibung, Teil 2, Chur 1870, „Wappen- und Sigill-Tafel“, S. 71. (Wappensiegel des Hans Gugelberg von Moos „Sigilum Hans Gugelbergi“, 1471).
Johann Luzi von Moos genannt Gugelberg erhielt 1607 vom französischen König Heinrich IV. einen Ritterbrief mit Wappenbesserung. Danach nannte er sich Gugelberg von Moos.Dietrich Jecklin: Die Burgen und Schlösser in „alt fry Rätia“, deren Abbildungen und kultur-historisch-topographische Beschreibung, Teil 2, Chur 1870, „Salenegg“, S. 99 Das vermehrte Wappen: Geviert, 1 und 4 in Rot auf grünem Dreiberg zugewendeter schreitender silberner (oder natürlicher) Bär überhöht von drei sechsstrahligen goldenen Sternen (ähnlich von Moos), 2 und 3 in Silber auf grünem Dreiberg zugewendete aufgerichtete natürliche Gämse. Herzschild in Blau goldene Lilie. Auf dem gekrönten Helm als Helmzier die Gämse wachsend.Anton Herkules Sprecher von Bernegg: Sammlung rhätischer Geschlechter, Band 1, Chur 1847, S. 65. Ungeachtet der Wappenbesserung mit der Lilie Frankreichs 1607, ist diese am Allianzwappen von Johann Luzis gleichnamigem Enkel Johann (Hans) Luzius (1633–1672) und seiner Gemahlin Margaretha Catharina von Salis-Zizers (1633–1688)Anton Herkules Sprecher von Bernegg: Sammlung rhätischer Geschlechter, Band 1, Chur 1847, S. 66 f. über dem Torbogen von Salenegg nicht dargestellt. Auf späteren Darstellungen (Exlibris des 19. Jahrhunderts) ist noch ein weiterer gekrönter Helm dargestellt, mit wachsendem Bären als Helmzier.
Bekannte Familienangehörige Hans Luzi von Moos genannt Gugelberg († 1515), Ritter, 1512 Bürgermeister und Anführer der Churer Truppen Gregor Gugelberg von Moos (vor 1560–1622), Gesandter und Bürgermeister der Stadt Chur Hans/Johann Luzi Gugelberg von Moos (1562–1616), Hauptmann, Stadtvogt, Podestà und Gesandter Hortensia Gugelberg von Moos (1659–1715), Ärztin und Schriftstellerin Ulysses Rudolf Gugelberg von Moos (1809–1875), Bauingenieur Maria Barbara Gugelberg von Moos (1836–1918), Botanikerin und Malerin Laura Gugelberg von Moos, verh. Albertini (1853–1909), Graphologin und Gründerin der «Deutschen Graphologischen Gesellschaft»
Bilder von Besitzungen
Literatur Anton Herkules Sprecher von Bernegg: Sammlung rhätischer Geschlechter, Band 1, Chur 1847, S. 65–69. Dietrich Jecklin: Die Burgen und Schlösser in „alt fry Rätia“, deren Abbildungen und kultur-historisch-topographische Beschreibung, Teil 2, Chur 1870, „Salenegg“, S. 97–99, besonders S. 99 bzgl. der Gugelberg von Moos, und „Wappen- und Sigill-Tafel“, S. 71. (Wappensiegel des Hans Gugelberg von Moos „Sigilum Hans Gugelbergi“, 1471). Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, herausgegeben vom Historischen Verein des Kantons Schwyz, Band 4, Einsiedeln 1885, S. 94 f. (bzgl. den Gugelberg bzw. Gugelberg von Moos). Schweizerisches Geschlechterbuch. Band 1, 1905. S. 174–176; Band 5, 1933, S. 289–291. Almanach généalogique suisse, Band 3, Basel 1910, S. 194. Marie Gugelberg von Moos, Anton von Sprecher: Stammbaum u[nd] Familienchronik der von Moos u[nd] Gugelberg von Moos, 1933. Paul Eugen Grimm: Die Anfänge der Bündner Aristokratie im 15. und 16. Jahrhundert. 1981, S. 224. Adolf Collenberg: Die Bündner Amtsleute in der Herrschaft Maienfeld 1509–1799 und in den Untertanenlanden Veltlin, Bormio und Chiavenna 1512–1797. In: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft von Graubünden. Band 129 (1999), S. 1–118.
Weblinks
Silvio Färber: Gugelberg von Moos. In: Lexicon Istoric Retic (LIR)
Belege
Kategorie:Schweizer Adelsgeschlecht Kategorie:Geschichte (Kanton Graubünden) Kategorie:Geschichte (Kanton Tessin) Kategorie:Person (Kanton Tessin) Kategorie:Person (Chur) Kategorie:Person (Malans GR) Kategorie:Maienfeld