Paul Heimbach (* 25. Dezember 1946 in Euskirchen; † 29. November 2013 in Köln) war ein deutscher Maler, Zeichner, Objekt-, Klang- und Buchkünstler und Vertreter der Copy Art.

Leben und Wirken Paul Heimbach war in seiner künstlerischen Tätigkeit Autodidakt, seit 1956 lebte er in Köln. Mit 21 Jahren begann er, abstrakte Tuschebilder, Künstlerbücher und Buchobjekte zu entwickeln. Die aus mehreren einzeln aufgetragenen Schichten aufgebauten Tuschearbeiten entstanden durch das Ausgießen der drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb auf eine Wasseroberfläche, von der sie dann auf Papier abgezogen wurden (15 Tuscheblätter mit jeweils 15 Farbschichten, 1977).

Bei seinen Künstlerbüchern arbeitete Heimbach meist mit Transparentpapier. Die Darstellung war so auf Vorder- und Rückseite sichtbar und bildet eine durchgängige motivische Verbindung mit den folgenden Seiten (Buch 15, Filzstift auf Transparentpapier, 50 Blatt, 1970).

In den 1980er Jahren entstanden u. a. aus der Beschäftigung mit musikalischen Phänomenen abgeleitete serielle Farbpartituren und Arbeiten mit Tageszeichnungen. In seinem Klangbuch Joy von 1989 integrierte Heimbach auch Töne und Geräusche in die Gestaltung seiner Buchobjekte. Mit Tusche verteilte Heimbach 1001 Buchstaben aus James Joyce Roman Finnigans Wake auf 40 Seiten Transparentpapier. Das Buch, in Metalldeckblättern gefasst, wurde fest auf einem Sockel montiert. Die Geräusche des Umblätterns der Seiten wurden elektronisch verstärkt (Hall-Vorverstärker und Stereo-Verstärker gehören zum Werk) und über Kopfhörer an den blätternden Betrachter übertragen.

Ab 1992 beschäftigte sich Paul Heimbach mit magischen Quadraten, mathematischen Zahlenproportionen und Permutationen, die in konzeptueller Weise in die nun zum Teil auch computerunterstützte künstlerische Praxis integriert wurden (z. B. nach Zahlen, Computer-Zeichnungen nach magischen Quadraten, Künstlerbuch, Köln 1997; Jupiterquadrate, 21 Zeichnungen nach magischen Quadraten, 1995).

2014 wurde Paul Heimbach in das Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds aufgenommen. Ein Teil seiner Werke ging in die ehemalige Benediktiner-Abtei Brauweiler in Pulheim. Seinen Nachlass verwalten seit 2018 die Stiftung Kunstfonds und die Künstlerin Nicole Morello.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Künstlerbücher

würfelwürfe. 28 Fotokopien und 28 Collagen auf Transparentpapier, schwarzer Leineneinband, 15 × 21 cm, 1995. Albrecht Dürer/Paul Heimbach – 1525/1990. Das Viertbüchlein, 34 Seiten, Fotokopie, DIN A4, roter Einband mit Goldschrift, 1990. Alphabet. Die in Zeitungspapier gebundene Mappe enthält: 26 Titelblätter, (um einen Buchstaben reduziert, der auf der Rückseite erscheint) ein Heft mit den ausgefilterten Buchstaben, eine Zusammenstellung und ein Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter geänderten Größenverhältnissen zusammentreffen, 32 × 23 cm, 1989.

Werke in öffentlichen Sammlungen und Museen (Auswahl) Künstlerbücher, Mappenwerke und Editionen von Paul Heimbach finden sich außer in Privatsammlungen u. a. in folgenden Institutionen:

Ampersand Foundation, Johannesburg Bayerische Staatsbibliothek, München Bibliothèque Nationale de France, Paris Bibliothèque nationale du Luxembourg, Luxemburg Boston Public Library, Boston Centre Georges-Pompidou, Paris Klingspor-Museum, Offenbach Kunstbibliothek Berlin Manchester Metropolitan University, Manchester Museum für Angewandte Kunst, Wien Museum für Gestaltung, Zürich Museum Ludwig, Köln Museum van het Boek, Den Haag Neues Museum Weserburg, Bremen Sackner Archive of Concrete and Visual Poetry, Miami Städtisches Museum Gelsenkirchen Sterling Memorial Library, Yale University Museum of Modern Art, New York Tate Gallery, London Victoria & Albert Museum, London Van Abbemuseum, Eindhoven

Auszeichnungen

1981: Förderstipendium der Stadt Köln

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellung (e)

2013: Bestbooks. Kunstbibliothek, Berlin 2011: Sequences. Johan Deumens Gallery, Amsterdam 2010: Borrowing from Sources, Art Amsterdam/Johan Deumens editions & artists’ books 2010: Künstlerbücher. Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf 2009: Library Exhibition. Van Abbemuseum, Eindhoven 2008: In Serie. Johan Deumens Gallery, Haarlem 2006: On both sides of the road. De Bewaerschole, Burgh-Haamstede 2005: Books from the Art Books Press Collection, Seattle 2004: Joyce in Art. Royal Hibernian Academy, Dublin. 2004: Künstlerbuchmesse Seoul, Korea, Galerie Druck&Buch 2003: Basisfarben und Bücher. ArtCube im artotel Potsdam (e) – : Schloss Honhardt, art in residence, Frankenhardt (e) – : Buchgalerie Mergemeier, Düsseldorf (e) 2002: Basisfarben. ArtCube Berlin (e) – : Accrochage zum 20sten. Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn 2000: Gutenberg 2000, Nicht ans Wort gebunden. Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig 1998: El Arte de los Libros de Artista, Instituto de Artes Graficas de Oaxaca – : Biblioteca Mexico, Mexiko-Stadt 1998: Buchvorstellung: Die Farbe und nichts als die Farbe. Studio der Galerie Schüppenhauer, Köln 1997: lectura analógica, lectura digital, arte en CD-ROM. Galerie Druck&Buch im Goethe Institut, Madrid – : Neue Arbeiten. Buchgalerie Mergemeier, Düsseldorf 1996: Artist makes Headlines, Kunstzeitung Zeitungskunst. Neues Museum Weserburg Bremen – : Buchkunst Galerie Druck&Buch in der Staatsbibliothek Berlin 1994: Kunstsammlung Tumulka, München, (e) – : Kunst, wie sie im Buche steht. Für Hartmut Honzera (1953–1994), Museum für Kunsthandwerk, Frankfurt 1993: Summer of Artist's Books. Galerie Henn, Maastricht 1991: Bücher und Klangobjekte. Galerie Druck&Buch, Tübingen – : Köln-Kunst. Kunsthalle Köln 1990: Klangskulpturen. Kunstraum Fuhrwerkswaage, Köln 1989: Klang-Reihen. Städtische Galerie, Würzburg 1988: Gesellschaft für Kunst und Gestaltung e.V., Bonn (e) – : Hommage à Morton Feldman. Kölnischer Kunstverein, Köln (e) 1986: Altes Rathaus, Euskirchen (e) 1981: Junge Graphiker. Oldenburger Kunstverein, Oldenburg 1980: Transparentbücher und Bildgeschichten. Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Köln (e) 1979: Tuschebilder und Transparentbücher. Kölnischer Kunstverein, Köln (e) 1978: The Art of Artists Books. Teheran Museum of Contemporary Art, Teheran 1970: Bilder und Bücher. Galerie Chronos, Leverkusen (e) 1968: Galerie Kümmel, Köln (e)

Weblinks

Website Paul Heimbach

Einzelnachweise

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