mini|John T. McCutcheon 245px|Unterschrift von McCutcheon mini|McCutcheons mit dem Pulitzer-Preis preisgekrönte Karikatur A Wise Economist Asks a Question (zu Deutsch: Ein weiser Ökonom stellt eine Frage)Ein Eichhörnchen fragt einen heruntergekommenen Mann, warum er nicht in guten Zeiten gespart habe. Der Mann – ein Opfer des Bankenkrachs – antwortet, dass er das getan habe. John Tinney McCutcheon (* 6. Mai 1870 im Tippecanoe County; † 10. Juni 1949 in Lake Forest) war ein US-amerikanischer Karikaturist.
Leben John, der Sohn von John Barr McCutcheon (1828–1888) und Clara McCutcheon, geborene Glick (1841–1916), wurde auf der väterlichen Farm in der Nähe von Lafayette geboren. Er hatte drei Geschwister: George Barr McCutcheon (1866–1928), Jessie McCutcheon Nelson († 1964) und Benjamin Frederick McCutcheon (1875–1934). Sein ältester Bruder George, der sich später als Schriftsteller einen Namen machen sollte, hatte ihm früh das Zeichnen beigebracht. Sein erster Cartoon erschien bereits 1884 in der Elston News. Mit 16 Jahren begann er sein Studium an der Purdue University, wo er der Sigma Chi beitrat, einer männlichen Studentenverbindung. 1889 erhielt er seinen Bachelor of Science.
Nach seinem Abschluss ging er als Journalist zur Chicago Daily News, wo er als Illustrator tätig war. Er arbeitete eng mit seinem ehemaligen Kommilitonen George Ade zusammen und verfasste mit ihm unter anderem What a Man Sees Who Goes Away from Home, ein Pamphlet über ihre gemeinsame Europareise. 1898 wurde McCutcheon Augenzeuge der Schlacht in der Bucht von Manila. Sein Bericht über diesen Bestandteil des Spanisch-Amerikanischen Kriegs machte ihn berühmt. In den folgenden zwei Jahren reiste und berichtete er von weiteren – für amerikanische Leser – exotischen Orten: Borneo, Bombay, Samarkand, Sansibar und Südafrika, von wo er auch über den Burenkrieg korrespondierte. 1903 wechselte er zur Chicago Tribune, für die er als Zeichner und Auslandskorrespondent tätig war. Dabei berichtete er unter anderem 1909/10 aus Afrika von Großwildjagden, 1914 von der Mexikanischen Revolution und Pancho Villa, 1914/15 vom Ersten Weltkrieg und 1919 von der Pariser Friedenskonferenz. Bei seinen Reisen umrundete er mehrfach die Welt.
Mitte der 1890er Jahre fing er mit der Unterstützung Ades an, humoristische Karikaturen für die Zeitung anzufertigen. Zum Höhepunkt seiner Karriere galt er als der „dean of American cartoonists“ (zu Deutsch etwa: „Oberhaupt der Amerikanischen Karikaturisten“). Seine Satire war meist weniger bissig und mehr wohlwollend-gutmütig. Sein Ziel war es, seine Leserschaft zu ermuntern, nicht, sie traurig oder gar wütend zu machen. Allerdings sind auch ernsthafte Zeichnungen in seinem Werk zu finden. Beispielhaft für sein Werk sind Karikaturen wie Mysterious Stranger (zu Deutsch: Der mysteriöse Fremde) über die Präsidentschaftswahl 1904 und den Solid South und The Colors (zu Deutsch: Die Farben) über die Schrecken des Ersten Weltkriegs. Teils gingen seine Karikaturen in das Sentimentale, wie zum Beispiel Mail Call (zu Deutsch: Postausgabe). Dargestellt wird ein amerikanischer Soldat des Zweiten Weltkriegs, der als einziger von seinen Kameraden keine Feldpost erhielt. Mit dem Pulitzer-Preis für Karikatur wurde 1932 seine Karikatur A Wise Economist Asks a Question (zu Deutsch: Ein weiser Ökonom stellt eine Frage) über die Weltwirtschaftskrise ausgezeichnet.
Neben politischen Karikaturen bot er seinen Lesern auch ein heiteres und optimistisches Bild ihres Alltagsleben, von den Streichen kleiner Jungs in den „Boy“-Cartoons hin zum idyllischen Kleinstadtleben in den „Bird-Center“-Cartoons. Seine Werke reflektierten dabei das Weltbild des ländlichen Amerikas und bediente damit die Nostalgiegefühle seiner meist großstädtischen Leserschaft. McCutcheon zeigte hier nach eigener Aussage einen Ort voller Großzügigkeit und Freundlichkeit (). Eines seiner beliebtesten Werke war Injun Summer (zu Deutsch etwa: Indianischer Sommer), das einen kleinen Jungen darstellt, der sich auf den Feldern seiner Heimat eine Ansammlung Tipis vorstellt.
1917 heiratete McCutcheon die 25 Jahre jüngere Evelyn Shaw, die er von ihrer Geburt an kannte. Das Paar hatte vier gemeinsame Kinder.
Er verstarb 1949.
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