Daniela Weinbacher (* 1968 in Strobl) ist eine österreichische Verkehrspilotin. Sie wurde im Jahr 1998 zur Flugkapitänin ernannt und gilt damit als erste Österreicherin, die in dieser Position ein Jetflugzeug im Liniendienst steuerte.

Biografie Weinbacher stammt aus Strobl, wo ihre Eltern einen gastwirtschaftlichen Betrieb am Wolfgangsee unterhielten. Nach der Volks- und Hauptschule besuchte sie die Hauswirtschaftsschule in Salzburg, um Köchin zu werden. Während der Berufsschulzeit wohnte sie in der Nähe des Flughafens in Salzburg. So entstand das Interesse an der Fliegerei. Zunächst wollte sie Flugbegleiterin werden, beendete aber zunächst ihre Köchinnenlehre. Im Anschluss flog sie mit 19 Jahren in die Vereinigten Staaten, wo sie in Kalifornien eine Pilotenschule besuchte. Sie erwarb während ihrer Ausbildung mehrere Fluglizenzen. Die Ausbildung finanzierte sie durch Babysitting und als Serviererin. Nach eineinhalb Jahren absolvierte sie die Abschlussprüfung und begann in San José als Fluglehrerin zu arbeiten. Anschließend ging sie nach Las Vegas, wo sie VIP-Flüge mit einer zweimotorigen Turbopropeller anbot. 1992 beschloss sie nach Österreich zurückzukehren.

In Österreich absolvierte sie die für den Linienflug erforderliche fliegerische Ausbildung und erwarb die Verkehrspilotenlizenz (ATPL). Sie stand dabei im Dienst der Fluggesellschaft Lauda Air und wurde die zweite weibliche Pilotin in Österreich. Eva Jobst war vier Jahre vor ihr angetreten.1998 wurde sie nach ihrer Tätigkeit als Kopilotin zur Flugkapitänin ernannt und übernahm damit als erste Frau in Österreich die Verantwortung als Aircraft Commander im Linienflug. Sie flog dort Maschinen der Baureihe Bombardier Canadair Regional Jet. 2001 wechselte sie zur Fluggesellschaft Cargolux in Luxemburg.

Bedeutung und Würdigung Die Ernennung Daniela Weinbachers zur Flugkapitänin wurde in mehreren österreichischen Zeitungen als Durchbruch in einer bis dahin männlich dominierten Branche dargestellt und gilt als Meilenstein für Frauen in der österreichischen Luftfahrt.

Im Buch Pionierinnen in Wien, zusammengestellt 2002 von der Kulturhistorikerin Lisa Fischer im Auftrag des Wiener Frauenbüros (Magistrat der Stadt Wien), wird Weinbacher als eine von 19 Pionierinnen, die wichtige Vorbilder für Mädchen und junge Frauen seien, portraitiert. Weitere Portraits stellen unter anderem Emmy Werner, Kathrin Zechner und Johanna Dohnal dar. Die Oberösterreichischen Nachrichten listen 2016 in einem Artikel über Hannah Zeitlhofer weitere „Pionierinnen in Männerdomänen“ auf und stellen Weinbacher in eine Reihe mit unter anderem Zenzi Hölzl, Tanja Hausott und Irmgard Griss.

Literatur

Einzelnachweise

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