Julia Gasterstädt (* 1987 in Friedrichroda) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Hochschullehrerin an der Universität Münster.
Leben Von 2005 bis 2012 studierte Julia Gasterstädt an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Pädagogik, Psychologie und Geschichte.
Mit der Arbeit „Der Komplexität begegnen – Inklusion steuern? Eine Situationsanalyse zur Umsetzung von Artikel 24 der UN-BRK in zwei Bundesländern in Deutschland“ wurde sie 2018 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main promoviert. Im Rahmen der Promotion war sie assoziiertes Mitglied im Graduiertenkolleg „Inklusion-Bildung-Schule“ an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Von 2013 bis 2022 war sie Mitarbeiterin am Institut für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von 2022 bis 2024 hatte sie die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt auf Inklusion und Schulentwicklung an der Universität Kassel inne. Im Jahr 2024 übernahm sie an der Universität Münster die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Grundlagen der inklusiven Bildung und Sonderpädagogik. Sie ist Mitglied im Vorstand der Sektion Sonderpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften.
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte Zu Gasterstädts Forschungsinteressen gehören unter anderem die Steuerung von Inklusion, die Konstruktion und Diagnose von Behinderung sowie Formen der multiprofessionellen Kooperation.
Im Rahmen des Verbundprojekts „Professionalisierung durch Fallarbeit für die inklusive Schule (ProFiS)“ wurde der Einsatz von Schulbegleitungen mit einem triangulativen, qualitativen Design analysiert. Dabei zeigte sich, dass sich die historisch gewachsene Verantwortungsdelegation zwischen Sonder- und Regelschulpädagogik auch in sich inklusiv verstehenden Schulen fortsetzt und für Eltern dabei Formen doppelter Elternarbeit entstehen.
Im Rahmen des vom BMBF geförderten Verbundprojekts „Inklusive Diagnostik in Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs? Zwischen angemessener Förderung und institutioneller Diskriminierung (InDiVers)“ (Laufzeit 2021–2025) wurden Feststellungsverfahren zum sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich „Lernen“ analysiert. Dabei lag der Fokus auf Aushandlungsprozessen im Spannungsfeld von Kategorisierung und Dekategorisierung.
Gasterstädt arbeitet vorrangig mit qualitativen Methoden der Sozialforschung in Anlehnung an die Grounded-Theory-Methodologie. Für die Analyse der Daten greift sie häufig auf die Situationsanalyse nach Clarke zurück.
Schriften (Auswahl) Gasterstädt, Julia (2019): Der Komplexität begegnen und Inklusion steuern: Eine Situationsanalyse zur Umsetzung von Artikel 24 der UN-BRK in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Gasterstädt, Julia & Urban, M. (2016): Einstellung zu Inklusion? Implikationen aus Sicht qualitativer Forschung im Kontext der Entwicklung inklusiver Schulen. Empirische Sonderpädagogik(1), 54–66. Blasse, N., Budde, N., Demmer, C., Gasterstädt, Julia, Heinrich, M., Lübeck, A., Rißler, G., Rohrmann, A., Strecker, A., Urban, M. & Weinbach, H. (2019): Zwischen De/Kategorisierung und De/Professionalisierung – Komplexe Spannungen professionellen Handelns in der schulischen Inklusion. Qualifizierung für Inklusion 1.
Weblinks Vita Universität Münster
Einzelnachweise
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