mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Westlichen Zwergspitzmaus Die Westliche Zwergspitzmaus (Sorex nanus) ist ein westlich der Great Plains in den Vereinigten Staaten endemisches Säugetier in der Gattung der Rotzahnspitzmäuse. Sie ist sehr eng mit der weiter westlich verbreiteten Inyo-Spitzmaus (Sorex tenellus) verwandt. Die morphologischen Unterschiede sind gering. Jedoch unterscheiden sich die im Körper gebildeten Allozyme deutlich. Vermutlich erfolgte die Trennung zwischen beiden Arten in entwicklungsgeschichtlich jüngerer Zeit. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von Estes Park in Colorado.
Merkmale Wie aus dem Namen erkenntlich ist das Tier mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 60 mm, einer Schwanzlänge von 27 bis 40 mm und einem Gewicht von 2 bis 4 g eine sehr kleine Spitzmaus. Es sind etwas über 10 mm lange Hinterfüße vorhanden. Die Inyo-Spitzmaus ist leicht größer und ihr Schwanz ist im Verhältnis zum Körper länger. Typisch ist hellgraues Fell auf der Oberseite mit braunen Schattierungen und silbergraues Fell unterseits. Im Winter hat das Fell eine noch hellere Färbung. Der Schwanz ist in eine hellbraune Oberseite und eine noch hellere Unterseite aufgeteilt. Am Ende bilden dunkle Haare eine kleine Quaste. Kennzeichnend ist das dunkelrote Zahnschmelz der Zähne. Im Oberkiefer liegen neben den Schneidezähnen je fünf einspitzige Zähne. Davon ist der Fünfte winzig und der Dritte ist kleiner als die restlichen Drei.
Verbreitung und Lebensweise Das Verbreitungsgebiet reicht vom nördlichen Montana bis in den Süden von Arizona und New Mexico. Im Osten werden das westliche South Dakota und Zentral-Colorado erreicht. Die westliche Grenze liegt im Osten von Idaho und im zentralen Utah. Das Habitat variiert zwischen Bergsteppen, offenen Wäldern mit Kiefern und Eiben, den westlichen Bereichen der Prärie und Gebieten mit Sauergrasgewächsen, die Marschland ähneln. Diese Landschaften liegen im hohen Hügelland oder auf Hochebenen.
Die Spitzmaus kann zu allen Tageszeiten aktiv sein und sie hält keinen Winterschlaf. Außerhalb der Paarungszeit lebt jedes Exemplar für sich. Das Tier jagt vorwiegend Wirbellose wie Regenwürmer, Schnecken, Insekten, Tausendfüßer und Spinnentiere. Gelegentlich werden Kadaver von Mäusen, anderen Spitzmäusen und Salamandern gefressen. Manchmal wird die Nahrung mit Pflanzenteilen ergänzt. In höheren Lagen beginnen die Paarungen im Juni, so dass im späten Juli oder August die Nachkommen geboren werden. In den Tälern beginnt die Paarungszeit früher. Dort können bei einem warmen Herbst bis zu drei Würfe pro Jahr erfolgen. Ein Wurf enthält 4 bis 8 Neugeborene, wobei 5 oder 6 am häufigsten vorkommen.
Kulturelle Bedeutung Im Jahr 1967 wurden im Mesa-Verde-Nationalpark in Colorado die Überreste von fünf Individuen der Westlichen Zwergspitzmaus zusammen mit Skeletten von anderen Spitzmäusen in einem Tongefäß entdeckt. Es wird angenommen, dass die Tiere von den indianischen Ureinwohnern gefangen wurden und im Topf hinterlegt wurden. Laut einer Theorie galten die Spitzmäuse als Schutzgott, der Körnervorräte vor Nagetieren schützt.
Gefährdung Für den Bestand liegen keine Bedrohungen vor. Die Gesamtpopulation gilt als groß. Die IUCN listet die Westliche Zwergspitzmaus als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rotzahnspitzmäuse Kategorie:Endemisches Tier der Vereinigten Staaten