mini|Katholische Pfarrkirche St. Josef in Stuttgart-Feuerbach Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Josef steht in Feuerbach, einem Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart von Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehört zum Stadtdekanat Stuttgart der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Kirchenpatron ist der heilige Josef.

Geschichte

Erster Kirchenbau 1895 Im Zuge der Industrialisierung und dem damit verbundenen Zuzug von katholischer Bevölkerung nach Stuttgart-Feuerbach wurde 1895 eine erste katholische Kirche nach Plänen des Regierungsbaumeisters Ulrich Pohlhammer errichtet und geweiht. Aufgrund ihrer geringen Größe wurde sie als Oratorium, also als Hauskapelle, bezeichnet. Dieses Oratorium diente für die Seelsorge für die wachsende Gemeinde in Feuerbach, die 1902 bereits 252 Katholiken zählte, sowie bis 1902 auch für die katholische Gemeinde in Zuffenhausen. Die Seelsorgestelle wurde zunächst als Expositurvikariat geführt und am 15. April 1898 zur Pfarrverweserei erhoben. Erst 1912 erfolgte die Erhebung zur ordentlichen Stadtpfarrei. Im Jahr 1933 wurde die Stadtpfarrei dem Stadtdekanat Stuttgart zugeteilt, nachdem sie zuvor zu Neuhausen auf den Fildern gehört hatte.

Zweiter Kirchenbau 1933 Mit dem starken Anwachsen der Gemeinde, die 1930 bereits etwa 2300 Katholiken umfasste, genügte das kleine Oratorium nicht mehr den Anforderungen der Seelsorge. Daher wurde der Bau einer größeren Kirche beschlossen. Der Neubau wurde nach Plänen des Architekten Hans Herkommer ausgeführt. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. September 1933, die Grundsteinlegung am 17. November 1933. Die Kirchweihe fand am 4. November 1934 durch Weihbischof Franz Joseph Fischer statt, der zuvor als zweiter Expositurvikar in der Gemeinde tätig gewesen war.

Am 16. Juli 1944 zerstörte eine Sprengbombe das Oratorium vollständig und beschädigte das Pfarrhaus schwer. Bei einem Luftangriff am 21. September 1944 wurden außerdem die katholische Schule und das Schwesternheim zerstört, die etwa zehn Jahre alte Kirche St. Josef blieb hingegen weitgehend unbehelligt und erlitt nur kleinere Schäden.

Die Aufbauarbeiten nach dem Krieg konnten erst 1961 mit der Einweihung eines neuen Gemeindezentrums abgeschlossen werden. Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte 1965 unter der Leitung des Architekten Hans Werner Merkle. Sie stand im Zeichen der liturgischen Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der Hochaltar wurde als Volksaltar näher zu den Gläubigen gerückt, zwei Ambonen betonten die Wortverkündigung. Die Apsisfresken wurden überputzt, die Raumwirkung durch eingezogene Balken verändert und der Boden zum Eingang hin angehoben, um die aktive Teilnahme der Gemeinde zu fördern. Die Renovierungskosten betrugen 365.000 DM und wurden durch Rücklagen, Darlehen und Spenden finanziert. Die Kirche erhielt zudem eine Fußbodenheizung und eine neue Belüftung.

Eine weitere Renovierung im Jahr 1980 unter Architekt Alois Gauß umfasste einen neuen Anstrich, eine neue Beleuchtung und die Versetzung des Taufsteins.

Architektur und Ausstattung Der Neubau von 1933/34 ist ein neuromanischer Hallenkirchenbau, der aufgrund der Grundstückslage nicht nach Osten ausgerichtet ist. Der stützenlose Innenraum war für etwa 600 Personen konzipiert und ordnet die Gläubigen konsequent auf den erhöhten Altarbereich mit Hochaltar, Tabernakel und großem Apsisfresko aus. Die ursprüngliche Ausmalung stellte die göttliche Familie der Ewigkeit mit Vater, Heiligem Geist und dem gekreuzigten Christus dar, gefolgt von der Heiligen Familie von Nazareth sowie der Gemeinschaft männlicher und weiblicher Heiliger. Diese Ausmalung wurde bei der Renovierung von 1965 überputzt, da sie als Ausdruck einer vergangenen Epoche empfunden wurde. mini|Barocke Madonna (18. Jahrhundert) Auch die übrige künstlerische Ausstattung wurde im Zuge der Renovierung 1965 grundlegend neu gestaltet. Altar, zwei Ambonen und Taufstein entwarf Hans Werner Merkle. Altarkreuz, sechs Altarleuchter, Kreuzweg und eine Statue des heiligen Antonius schuf Gisela Bär. Der Tabernakel mit Rückwand wurde von Hans K. Schlegel gestaltet. Eine Madonna süddeutscher Herkunft aus dem 18. Jahrhundert wurde 1980 aufgestellt.

Glasfenster Die Glasfenster stammen von dem Kunstmaler Emil Kiess und bilden einen theologischen Bilderzyklus, der zentrale Heilsgeschichten darstellt. Die sieben Fenster behandeln die Themen Erschaffung der Welt, Sündenfall, Verkündigung Mariens, Dornenkrönung Christi, Ostermorgen, Pfingstereignis und das Endzeitliche Zeichen des Menschensohnes.

Orgel mini|Spieltisch der Orgel 1968 wurde eine Orgel der Firma Orgelbau Vleugels (Opus 79) mit 28 Registern auf drei Manualen und Pedal eingeweiht.

Glocken 1951 wurden drei neue Glocken gegossen und am 7. Oktober desselben Jahres durch Weihbischof Franz Josef Fischer geweiht und mit der erhaltenen Schutzengelglocke zu einem vierstimmigen Geläut vereint.

Am 9. Dezember 1934 wurden vier neue Glocken geweiht, die von der Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher gegossen worden waren. Ihr Geläut entsprach dem Salve Regina-Motiv.

1942 wurden drei der Glocken für die Rüstungsindustrie abgenommen, lediglich die kleine Schutzengelglocke verblieb. Am 16. Januar 1943 zog die Wehrmacht zudem die beiden Glöcklein des alten Oratoriums ein.

Nach Kriegsende bemühte sich die Gemeinde um eine Wiederherstellung des vorherigen Klangbildes. 1951 konnten drei neue Glocken beschafft werden, die von Karl Czudnochowsky in Erding gegossen wurden und zusammen mit der erhalten gebliebenen Schutzengelglocke ein neues vierstimmiges Geläut bildeten. Die Weihe dieser Glocken erfolgte am 7. Oktober 1951 durch Weihbischof Franz Josef Fischer. Bei der Neuschöpfung wurde bewusst an die frühere klangliche Konzeption angeknüpft, sodass auch das neue Geläut wieder auf die Melodie des Salve Regina abgestimmt wurde und damit eine Kontinuität zur Vorkriegszeit herstellte. NameSchlagtonGewichtGlockengießerGussjahrDreifaltigkeitsglockeh°2600 kgKarl Czudnochowsky1951Marienglockedis′1200 kgJosefsglocke fis′800 kgSchutzengelglockegis′550 kgPetit & Gebr. Edelbrock1934

Weblinks

Website der Kirchengemeinde Informationen zur Orgel auf OrganIndex

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