mini|hochkant|Jan Zieliewski, ca. 1965 Jan Michał Zieleniewski (* 8. Februar 1901 in Krakau; † 1. Oktober 1973 in Warschau) war ein polnischer Wirtschaftswissenschaftler, Spezialist für Praxeologie und Pionier der Wissenschaftsforschung.
Leben Familie und Ausbildung Zieleniewski wurde am 8. Februar 1901 in Krakau als Sohn von Edmund und Jadwiga, geb. Ciechanowska, geboren. Nach Besuch des Jan-Sobieski-Gymnasiums in Krakau studierte er anschließend an der Philosophische Fakultät der Jagiellonen-Universität. 1920 nahm er am Polnisch-Sowjetischen Krieg und 1921 am Dritten Schlesischen Aufstand teil. mini|hochkant|Logo des Zieleniewski-Fitzner-Gampner-Konzerns
Berufstätigkeit im Familienbetrieb Seine berufliche Laufbahn begann er 1924 bei den von seinen Vorfahren Antoni Zieleniewski bereits 1810 gegründeten "Vereinigten Maschinen-, Kessel- und Wagenfabriken Krakau", eines der ältesten Maschinenbaugesellschaften Polens. Sie fusionierte 1928 mit der deutschen Fa. Fitzner-Gampner S.A. zum Konzern L. Zieleniewski-Fitzner-Gampner S.A. Ab 1933 war er in der gerichtlichen Aufsicht über verschiedene Unternehmen tätig.
Militärische Laufbahn Am 19. November 1930 beförderte ihn der Präsident der Republik Polen zum Leutnant mit Dienstalter vom 1. Januar 1930 und zum 24. Rang im Offinzierscorps der Reservekavallerie. Der Militärminister gliederte ihn in das 8. Ulanenregiment in Krakau ein.Dz. Pers. MSWojsk. Nr 17 z 19 grudnia 1930, S. 354, 380.Rocznik Oficerski Rezerw 1934 S. 127, 592. Er wurde zum Oberleutnant mit Dienstalter vom 1. Januar 1936 und zum 40. Rang im Reservekavallerieoffizierskorps befördert. 1939 nahm er am Septemberfeldzug teil und geriet dabei in Gefangenschaft. Nacheinander war er in den Lagern Arnswalde (Oflag II B), Groß Born (Oflag II D), Osterode und Dössel Oflag VI B inhaftiert. Aus Dössel gelang ihm 1943 die Flucht. Er trat der Polnische Heimatarmee und beteiligte sich am Warschauer Aufstand.
Wissenschaftliche Tätigkeit nach 1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Zieleniewski von 1945 bis 1948 die Außenhandelsabteilung von „Społem“ und war Generaldirektor des Polnischen Außenhandelsverbandes „Varimex“. Er war Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei (PPS), weigerte sich jedoch, der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) beizutreten, als diese mit der Polnischen Arbeiterpartei (PPR) fusionierte. Infolgedessen musste er seine wirtschaftlichen Aktivitäten einstellen. Er nahm eine Forschungsstelle an der Wirtschaftshochschule in Sopot an, wo er Vorlesungen über Außenhandelsökonomie hielt und gleichzeitig ein Lehrbuch zu diesem Thema verfasste. Er leitete das von Tadeusz Kotarbiński gegründete Labor für Allgemeine Probleme der Arbeitsorganisation zur Entwicklung der Praxeologiezu dem auch die Professoren Tadeusz Kotarbiński, Stanisław Kowalewski, Marian Mazur, Klemens Szaniawski und Wojciech Gasparski gehörten. Das Labor wurde später in die Abteilung für Praxeologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften umgewandelt, die unter anderem Promotionsstudiengänge anbot. Unter seiner Betreuung promovierte Bolesław Rafał Kuc 1974. Er kooperierte außerdem mit der Universität Łódź und leitete dort den Lehrstuhl für Organisationstheorie.
Zieleniewski starb in Warschau und ist auf dem Powązki-Friedhof (Grabstelle 229-4-20,21) begraben.
Mitgliedschaften 1937–1973: Wissenschaftliche Gesellschaft für Organisation und Management 1959 bis zu seinem Tod: Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
Publikationen Die Nützlichkeit praxeologischer Begriffsapparate für spezifische wissenschaftliche Disziplinen (1964) Die Effektivität wissenschaftlicher Forschung (1966) Über Organisationsprobleme (1970) Die Organisation von Teams: Einführung in die Theorie der Organisation und des Managements (1975) Zur Organisation wissenschaftlicher Forschung (1975) Organisation und Management (1981)
Orden und Auszeichnungen Goldenes Verdienstkreuz (9. November 1931)Zarządzenie o nadaniu Złotego Krzyża Zasługi. Der Präsident der Republik Polen, 9. November 1931. Unabhängigkeitsmedaille (13. September 1933)Zarządzenie o nadaniu Krzyża Niepodległości z Mieczami, Krzyża Niepodległości oraz Medalu Niepodległości. Der Präsident der Republik Polen, 13. September 1933. Ritterkreuz des Ordens Polonia Restituta (25. November 1947)Postanowienie o odznaczeniu z dnia 25 listopada 1947 r. za zasługi położone w dziedzinie spółdzielczości. Der Präsident der Republik Polen, 25. November 1947.
Literatur Wojciech Gasparski: Jan Zieleniewski 1901–1973. In: „Fragen der Wissenschaft.“ Heft 3, 1973. (polnisch) Jerzy Kurnal: Im Gedenken an Professor Jan Zieleniewski. „Przegląd Organizacji.“ 1, S. 310, 1974. (polnisch) Witold Kieżun: Jan Zieleniewski (1901–1973), Pädagoge und Organisationstheoretiker. In: Przegląd Organizacji. S. 5, 1974. (polnisch) Alojzy Czech: Jan Zieleniewski (1901–1973) – die Krakauer Zeit, frühe Werke. In: Barbara Kożuch, Łukasz Sułkowski (wissenschaftliche Herausgeber): Nachdenken über zeitgenössisches Management. Krakau: Institut für öffentliche Angelegenheiten, Jagiellonen-Universität, 2016, S. 23–24. Rzeczpospolita: Wie polnische Offiziere den Deutschen entkamen, Warschau 9.11.2017 Ryszard Rybka, Kamil Stepan: Offiziersbeförderungen in der polnischen Armee 1935–1939. 2., erweiterte Auflage. Warschau: Tetragon Publishing House, 2021. ISBN 978-83-66687-09-7. Witold Kieżun: Tadeusz Kotarbiński, Schöpfer der Idee der guten Arbeit. (PDF) S. 8. (polnisch) Wojciech Gasparski: Jan Zieleniewski (1901–1973) und das Thema nachhaltige Entwicklung. „Prakseologie.“ 144, S. 9–20, 2004. Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen * * Akademie der Wissenschaften / Leon-Kozminski-Akademie. Ryszard Banajski: 150 Bände „Prakseologie“. In: „Prakseologie.“ 150, S. 11–24, 2010. Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften / Leon-Kozminski-Akademie.
Weblinks Dziennik Personalny. In: Personaljournal des Militärministeriums. (polnisch) Jahrbuch der Reserveoffiziere 1934. Personalabteilung des Militärministeriums, 1934. (polnisch) Zieleniewski Jan. In: Encyklopedia PWN Zieleniewski Jan. In: Encyclopedia zapytaj.onet.pl. (polnisch) In: Oflag IIB - Archiv, 12. Juli 2007.
Einzelnachweise
Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1973 Kategorie:Mann