mini|hochkant=1.33|Die Schleuse Prösen Prösen ist die größte Ortschaft der Gemeinde Röderland im Landkreis Elbe-Elster im Süden des Landes Brandenburg.
Die Ortschaft Prösen hat 1.650 Einwohner (Stand Dezember 2024). Sie liegt unmittelbar an der Bahnstrecke Zeithain–Elsterwerda und nahe der Bahnstrecke Berlin–Dresden, sowie den Bundesstraßen 101 und 169. Der Ort liegt am Elsterwerda-Grödel-Floßkanal.
Geschichte mini|Prösen auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|Prösen Bereits im 3./4. Jahrhundert existierte eine größere germanische Siedlung im Bereich der heutigen Prösener Eigenheimsiedlung „Am Fuchsberg“. Während mehrmonatiger archäologischer Ausgrabungen in den Jahren 1999 und 2000 wurden Reste von Lang- und Grubenhäusern, Pfostenreihen, von Brunnen und Abfallgruben freigelegt. Das Fundmaterial umfasst Keramik, darunter Drehscheibenware sowie die Nachbildung eines römischen Glasgefäßes, bronzene Fibeln, eine römische Münze und Eisenschlacke.Rainer Mülling: Parzelle für Parzelle erforscht : neues von der spätgermanischen Siedlung in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2000. Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Brandenburgischen Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte und dem Archäologischen Landesamt Berlin. Stuttgart 1999, S. 80–81.Dirk Westendorf: Eine kaiserliche Siedlung von Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 1999. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2000, .Dirk Westendorf: Die Kleinfunde der Rettungsgrabung 1999 auf der germanischen Siedlung am "Fuchsberg" in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2000. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2001, ISBN 3-910011-22-5.Susanne Hanik: Tierknochen der germanischen Siedlung in Prösen, Landkreis Elbe-Elster. In: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2000. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Wünsdorf 2001, ISBN 3-910011-22-5.
Prösen wurde im Jahre 1140 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name ist vermutlich abgeleitet aus dem slawischen „Brasa“ (die Birke).Emilia Crome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968, . Die Bewohner betrieben im Wesentlichen Ackerbau.
1835 wurde der Ort von einem Feuer zum größten Teil zerstört. Zu dieser Zeit zählte das Dorf 62 Wohnhäuser mit 134 Einwohnern. An Vieh wurden 39 Pferde, 333 Stück Rindvieh, 2 Ziegen und 52 Schweine gezählt.Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835. In: Die Schwarze Elster - Unsere Heimat in Wort und Bild. Bad Liebenwerda Nr. 596, 1985, S. 8–10.
Die Prösener Schule ist die älteste in der Parochie Stolzenhain. Mit Beginn der Industrialisierung arbeiten viele Einwohner in den Fabriken von Elsterwerda und im Eisenwerk Gröditz. Der Ort liegt am linken Ufer des Floßkanals und an den Bahnstrecken Elsterwerda–Dresden und Riesa–Elsterwerda, an deren Verlauf ein Haltepunkt mit Stückgutverkehr eingerichtet wurde. Deshalb konnte sich auch in Prösen eine Metallgießerei, eine Schlosserei, eine Fabrik zur Herstellung von Landmaschinen sowie eine elektrische Mühle etablieren.
Die Kirche in der Mitte des langgestreckten Ortes wurde 1751 erbaut. 1539 wird eine Kapelle erwähnt. 1903 bekam Prösen einen eigenen Pfarrer und bildete eine eigene Parochie.O. Bornschein, O. F. Gandert: Heimatkunde für den Kreis Liebenwerda. Verlag C. Ziehlke, 1929, . 1912 wurde die erste Hochspannungsleitung Europas entlang dem Elsterwerda-Grödel-Floßkanal erbaut und in Betrieb genommen.
Am 26. Oktober 2003 schloss sich Prösen mit fünf weiteren bis dahin eigenständigen Gemeinden des Amts Röderland zur neuen Gemeinde Röderland zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands Prösen ist heute der größte Ortsteil der Gemeinde und zugleich deren Verwaltungssitz.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung von Prösen ab 1875 bis 2002Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg Online als PDF-Datei Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1875 800 1946 3.304 1989 2.510 1995 2.353 2001 2.271 1890 800 1950 3.126 1990 2.475 1996 2.374 2002 2.257 1910 1.000 1964 2.777 1991 2.395 1997 2.350 1925 1.656 1971 2.846 1992 2.351 1998 2.334 1933 2.204 1981 2.595 1993 2.371 1999 2.307 1939 2.650 1985 2.578 1994 2.365 2000 2.299
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Prösen Das gesellschaftliche Leben der Ortschaft wird in erster Linie von den ortsansässigen Vereinen (Heimatverein Großenhainer Straße e. V., Ortsfeuerwehrverein Prösen, Sportverein 1919 Prösen,Vereins-Homepage des Sportvereins 1919 Kleintierzüchterverein) geprägt. Alljährlich werden sowohl ein Dorffest als auch ein Sportfest veranstaltet.
Wirtschaft Im Ort haben sich einige Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt. Prösen ist Sitz der ALGATEC Solar AG, einem mittelständischen Unternehmen, das Solarmodule aus kristallinen Zellen fertigt. Für das Jahr 2009 ist eine erhebliche Erweiterung der Produktionskapazität auf 175 MW geplant; außerdem ist die Schaffung von weiteren 190 Arbeitsplätzen angekündigt. Am 1. Oktober 2009 übernahm die AG die Aktienmehrheit der börsennotierten Sunline Solar AG im bayrischen Fürth. Das 1985 gegründete Unternehmen, welches Insolvenz anmeldete, gilt als einer der Pioniere der deutschen Solarbranche.Lausitzer Rundschau. 7. Oktober 2009, S. 9.
Persönlichkeiten Reinhard Höppner (1948–2014), Politiker und Autor, Sohn des Dorfpfarrers Franz Höppner mini|hochkant|Ralf Minge (Bildmitte) in einem Spiel gegen Hansa Rostock 1989 Ralf Minge (* 1960), Fußballspieler, -trainer und -funktionär, ist in Prösen aufgewachsen.
Weblinks
Ortsteilseite auf der Gemeinde-Homepage
Fußnoten und Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Geographie (Röderland) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ersterwähnung 1140 Kategorie:Gemeindeauflösung 2003 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)