mini|Grabmal von Franziska Jahns Franziska Jahns (* 8. Juli 1850 in Hamburg; † 24. Februar 1907 ebenda) war ein deutsches Kindermädchen der jüdischen Bankierfamilie Warburg.
Leben Franziska Jahns wurde am 8. Juli 1850 in Hamburg geboren. Sie wuchs in einem Waisenhaus auf und im Jahr 1869, als sie 19 Jahre alt war, wurde sie Kindermädchen im Haus des Hamburger Paares Moritz M. Warburg und Charlotte Warburg. Als sie mit ihrer Arbeit in der Familie anfing, waren die Söhne Aby (1866), Max (1867) und Paul (1868) Warburg bereits geboren. Die Kinder Felix (1871), Olga (1873) und die Zwillinge Fritz und Louise (1879) wurden im Laufe ihrer Anstellung geboren. Als Kindermädchen widmete sich Franziska Jahns umfänglich den Kindern, umgab sie mit Zuneigung und Aufmerksamkeit. Sie war dabei ein Gegenpol zu Charlotte Warburg, deren Strenge und Leistungsdruck dazu führte, dass sich bei den lebhaften Kindern ein großes Maß an inneren Spannungen aufbaute. Franziska Jahns war den Kindern gegenüber warmherzig und gefühlvoll. Sie räumte hinter den Kindern auf und war die einzige in der Familie, die die Wutausbrüche und Launen von Aby Warburg handhaben konnte.Franziska Jahns. In: Hamburg-Frauenbiografien, abgerufen am 19. Februar 2026.
Obwohl Franziska Jahns nicht Jüdin war, lernte sie Hebräisch, damit sie mit den Kindern ihre Gebete sprechen konnte. Fast vierzig Jahre prägte sie die Familie und war ein Teil dieser geworden. Im Winter 1906/07 erkrankte Franziska Jahns an der Influenza. Sie wurde durch die Krankheit stark geschwächt und am 24. Februar 1907 starb sie nach einem Schlaganfall.
Grabmal für Franziska Jahns In der Familie wurde ihr Tod sehr betrauert, in einer Traueranzeige schrieb Moritz Warburg über Franziska Jahns „die treue Freundin unseres Hauses, die wir schmerzlich vermissen werden“. Er schrieb in privaten Aufzeichnungen, dass Franziska Jahns, „38 Jahre mit uns Freud und Leid geteilt hatte und durch ihr feines, taktvolles Wesen die Vertraute aller geworden war“. Sie wurde in einer Grabstelle auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet, die Moritz Warburg ursprünglich für sich, seine Frau und seine Kinder sowie Franziska Jahns auf Friedhofsdauer erworben hatte. Nach der Beisetzung von Franziska Jahns verfügte er aber, dass nach ihr niemand mehr dort bestattet werden sollte. Durch den Bildhauer und Professor an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, Richard Luksch, ließ er ein Grabmal schaffen.
Das Grabmal zeigt zwei kniende Frauenskulpturen, die „Trauer“ und die „Hoffnung“. Diese sitzen einander in einem Abstand von etwa 1,5 m gegenüber. Zwischen ihnen befindet sich ein Steinrahmen. Ihr Sarg wurde so bestattet, dass die Skulpturen sich an ihrem Kopfende befanden. Glasierte Keramiksterne wurden in den Steinrahmen eingelassen und zwischen den Handflächen der auf dem Steinrahmen ruhenden Hände der „Trauernden“ liegt ein einziger Stern. Hingegen sind zwischen den Händen der „Hoffenden“, deren Handflächen geöffnet sind, drei Sterne angeordnet. Vor dem Steinrahmen befindet sich eine große Steinplatte, in der ihr Name eingraviert ist, auf der Rückseite sind ihre Lebensdaten 1850–1907 eingraviert.
Das Grabdenkmal wurde im Garten der Frauen wieder aufgebaut.
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