Prinzessin Eisenherz ist ein Theaterstück des österreichischen Schriftstellers Franzobel aus dem Jahr 2009.
Inhalt Das Stück erzählt die wahre Geschichte der Krankenschwester Milli Deutsch, einer Frau aus Eisenerz in der Steiermark, die in den letzten eineinhalb Jahren des Zweiten Weltkrieges Widerstandskämpfer in ihrer Wohnung versteckte und auch versorgte. Anfang 1944 nahm die damals schwangere Milli eine Schulfreundin, die von der Gestapo verfolgt wurde, bei sich auf. Dann folgten zwei Partisanen und schlussendlich eine frühere Arbeitskollegin, die schwanger war. Milli Deutsch war mit einem Wehrmachtssoldaten verheiratet, der an der russischen Front diente, und kümmerte sich in dieser Zeit alleine um ihr Baby. Niemand, weder die Nachbarn noch ihr Mann oder ihre hitlertreuen Schwiegereltern, die in ihrer Wohnung ein- und ausgingen, durften von den versteckten Partisanen erfahren. Sie gefährdete durch die Unterstützung der Widerstandskämpfer sowohl sich selbst wie auch ihren Sohn.
Milli Deutsch behielt das Geheimnis fast ihr ganzes Leben lang für sich. Erst in den 1990er-Jahren erzählte sie ihrem Sohn ihre Lebensgeschichte. Dieser nahm später Kontakt mit Franzobel auf.
Theaterstück Das Theaterstück beschreibt die Zerrissenheit der jungen Frau, ihren Mut, sich dem regierenden Regime zu widersetzen, ihre Menschlichkeit und ihre Liebe zu ihrer Familie.
Die Uraufführung fand am 20. März 2009 am Schauspielhaus Graz statt. Regie führte Georg Schmiedleitner. Die Bühne gestaltete Stefan Brandtmayr, die Kostüme Cornelia Kraske. Während der Theateraufführung wurden im Hintergrund auch Videoaufnahmen mit Milli Deutsch abgespielt. Bei der Premiere in Graz saß die damals 88-jährige Widerstandskämpferin im Publikum. Sie wurde mit Standing Ovations bedacht.
Zur Person Emilie Deutsch (auch Milli Deutsch, * in Wiener Neustadt; † 20. Juni 2012 in Graz), besuchte eine Haushaltsschule. 1939 ging sie nach Berlin und absolvierte dort eine Ausbildung zur Krankenschwester. Milli Deutsch kehrte 1943 nach Österreich zurück um ihre Mutter zu pflegen. Im selben Jahr heiratete sie und übersiedelte nach Eisenerz. Ihr Mann wurde zur Wehrmacht eingezogen und fiel 1945 an der Westfront. Während der letzten beiden Kriegsjahre 1944 und 1945 versteckte und versorgte sie Widerstandskämpfer in ihrer kleinen Wohnung in Eisenerz, stets in der Gefahr entdeckt und verraten zu werden. Nach Kriegsende arbeitete Milli Deutsch als Krankenschwester im Lazarett in Eisenerz. 1954 heiratete sie und ging mit ihrem zweiten Mann nach Graz. Sie fand zuerst Arbeit im Sanatorium Hansa und war danach bis zu ihrer Pensionierung 1981 im geriatrischen Krankenhaus der Stadt Graz tätig. 2012 wurde Emilie Deutsch zur Bürgerin der Stadt Graz ernannt.
Literatur Prinzessin Eisenherz, Theaterstück von Franzobel, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-902416-91-9.
Weblinks Prinzessin Eisenherz auf der Website des Verlags Bibliothek der Provinz
Einzelnachweise
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