Benedict David Joachim Schott (bis 1808 Baruch Bendet Schottländer; geboren am 11. März 1763 in Alt-Schottland, Polnisch-Preußen, Königreich Polen; gestorben am 31. Juli 1846 in Seesen, Herzogtum Braunschweig) war ein jüdischer Gelehrter, Schulleiter und Hofrat in Seesen.

Leben und Wirken Er stammte aus jüdischen sephardischen Familien, die in Alt-Schottland bei Danzig lebten. Sein Vater David Joachim (um 1735–nach 1772) war Goldhändler, sein Bruder Jacob David war ebenfalls Händler und wurde Stammvater eines verbreiteten Zweigs der Familie Schottländer.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 4–5, mit detaillierten genealogischen und biographischen Angaben Karola Birkle, Leben und Werk des Zementpioniers Friedrich Schott. Heidelberg 2021, S. 9–10 [11–12] (PDF); mit einigen Informationen über die Vorfahren, teilweise nach Lars Menk Baruch Bendet zog nach der deutschpreußischen Besetzung seiner Heimat mittellos durch das benachbarte Polen, wo er auch Talmudunterricht erhielt. Um 1897 war er in Glogau im preußischen Schlesien und 1898 in Breslau, wo er zum Rabbiner ausgebildet wurde. Ab 1899 unterrichtete er in Berlin bei dem Bankier Jacob Herz Beer wahrscheinlich dessen Sohn, den späteren Komponisten Giacomo Meyerbeer.

Seit 1801 war Baruch Bendet Schottländer in Braunschweig bei dem Hofbankier Israel Jacobson als Hauslehrer und unterrichtete bald danach auch in dessen neu gegründeter Schule im benachbarten Seesen.Ernst August Sörgel, Allgemeine Chronik, Gera 1804, S. 779; erwähnte die Tätigkeit von Benedict Schottländer in Seesen, der zu dieser Zeit schon Direktor war Er wurde dort Direktor und 1805 auch zum Hofrat durch den Landgrafen Ludwig von Hessen-Darmstadt ernannt. 1806 war er in Paris, um bei einer Versammlung jüdischer Vertreter, die durch Napoleon einberufen worden war, eine Denkschrift von Jacobson über eine verbesserte Bildung für jüdische Kinder zu überreichen, um deren soziale Lage zu verbessern.Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde, 23, 1890, S. 206, Artikel über Israel Jacobson 1808 änderte er seinen Namen in Benedict David Joachim Schott. Er blieb viele Jahre Direktor der Schule in Seesen, die auch christliche Kinder unterrichtete. 1838 ging er in den Ruhestand.

Benedict Schott soll 14 Sprachen beherrscht haben.Bürger, APB, 1984, S. 1490 Er verfasste einige Schriften in deutscher und hebräischer Sprache und übersetzte antike Texte von Horaz und anderen Autoren in das Hebräische.Wininger, 1931, S. 261, mit ausführlicher Bibliographie Gustav Karpeles, Geschichte der jüdischen Literatur, 2, Berlin 1886, S. 1094, mit kurzer Erwähnung Jacob R. Marcus, The love letters of Benedict Schottländer, in Hebrew Union College Annual, Cincinnati, Ohio, VII, 1930, p. 254

Ehe und Nachkommen Benedict Schottländer war mit Therese Franck (1790–1860), einer Tochter des jüdischen Pariser Hofjuweliers Simon Franck und von Charlotte Trenelle, seit 1807 verheiratet. Sie hatten sechs Kinder, die sich alle zwischen 1821 und 1842 taufen ließen.The Origins of the Families Schottländer Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 5–6, mit detaillierten Angaben zu den Nachkommen; auch geni.com Eduard (Carl Samuel Philipp) Schott (1808–1895), Oberhütteninspektor und Eisenhüttendirektor in Ilsenburg , dessen Sohn Walter Schott (1861–1938) wurde Bildhauer und Professor Theodor (Ferdinand Sylvester Bernhard) Schott (1809–1858), Medizinstudent Emil (August Samuel) Schott (1812–1885), Förster, Landesökomie-Kondukteur, dessen Sohn Friedrich Schott (1850–1931) wurde Generaldirektor der Zementwerke in Heidelberg und Ehrenbürger von Heidelberg und Leimen (August Julius) Constans Schott (1814–1892), Gutspächter, Zuckerrüben-Verarbeitung, dessen Sohn Richard Schott (1860–1921) wurde Schriftsteller und Schauspieler Sophie Philippine Therese Schottländer (1815–1837), heiratete ihren Cousin Julius Gustav Adam Schottländer, der Unternehmer in St. Petersburg wurde, mehrere Kinder Louise Charlotte Therese Stutzer (* 1818), heiratete den Förster Stutzer

Literatur Klaus Bürger: Schott, Benedict David Joachim. In: Altpreußische Biographie. Band 4. 1964. S. 1490 (PDF), mit detaillierten biographischen Angaben Salomon Wininger: Grosse Jüdische National-Biographie. Band 5. Cernăuți 1931. S. 461 Karola Birkle: Leben und Werk des Zementpioniers Friedrich Schott. Heidelberg 2021. S. 9–12 [11–14] (PDF), mit Gemälde von Benedict Schott

Weblinks The Origins of the Schottländer Families Lars Menk (PDF; 0,5 MB), S. 4–6, mit detaillierten biographischen Angaben

Einzelnachweise

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