John „Jack“ Kent Tillar (* 9. Oktober 1930 in Los Angeles, Kalifornien; † 14. April 2021) war ein US-amerikanischer Komponist, Soundeditor und Zauberkünstler.

Leben Jack Kent Tillar wurde 1930 in Los Angeles geboren.Biographical Note. In: Guide to the Jack Kent Tillar Papers. Special Collections and Archives, University Libraries. University of Nevada, Las Vegas (PDF, 73 KB), abgerufen am 18. Februar 2026.John Kent Tillar. In: californiabirthindex.org, abgerufen am 18. Februar 2026. Er studierte an der University of Southern California und erlangte dort Bachelor in Marinewissenschaften und Psychologie und später einen Master in Werbung, Marketing und Fernsehproduktion. Von 1952 bis 1965 diente Tillar als Offizier in der United States Navy.

Seine Karriere in der Musikbranche begann Tillar als Nachwuchsführungskraft bei CBS, wo er zeitweise im CBS-Fernsehstudio Television City unter dem Fernsehproduzenten Bill Larsen arbeitete, der als Zauberkünstler aktiv war und später der erste Leiter der Academy of Magical Arts wurde.

Tillar stieg bei CBS schließlich zum Leiter der Musikabteilung auf. Er verantwortete in dieser Funktion als Musikredakteur oder Supervisor die Musik für Fernsehserien wie Playhouse 90, Climax!, Perry Mason, Route 66 und vielen weiteren Serien. Tillar arbeitete auch für Desilu Productions, für die er unter anderem die Serie Die Unbestechlichen musikalisch untermalte. Ab 1965 war Tiller verantwortlich für die musikalische Untermalung der Dokumentarserie National Geographic Specials. Bis 1991 arbeitete er an mehr als 30 Folgen der Serie als Musikredakteur. Von 1966 bis 1972 war Tillar auch für die Musik der Dokumentarserie Geheimnisse des Meeres von Jacques-Yves Cousteau verantwortlich. Zu dieser Zeit arbeitete Tillar vor allem an Produktionen des Produzenten David L. Wolper.

Parallel arbeitete Tillar ab Mitte der 1960er Jahre auch als Soundeditor bzw. Sound Effects Editor an verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen. Gemeinsam mit dem Film- und Toneditor Lawrence „Larry“ E. Neiman gründete Tillar 1971 in Los Angeles das Tonstudio Neiman-Tillar Associates.Wolf Schneider: Film Sound Effects. In: Mix – The Recording Industry Magazine. Volume 6, Number 9, September 1982, S. 20–25, Digitalisat. Dort entwickelten beide gemeinsam mit dem Konstrukteur William „Bill“ R. Deitrick und dem Programmierer Jim McCann das Automated Computer Controlled Editing System (ACCESS), ein vielseitiges Bearbeitungs- und Synchronisationswerkzeug für Musik, Dialoge und Spezialeffekte.Alan Garrott: ACCESS: A Computerized Sound Effects Editing System. In: American Cinematographer, Vol. 63, No. 7, Juli 1982, S. 667–670, . Der Bau des Systems dauerte zwei Jahre und kostete 1,5 Mio. US-Dollar. Installiert wurde das System im Studio von Neiman-Tillar im Januar 1977.William R. Deitrick: Automated computer controlled editing sound system (ACCESS). In: AFIPS '80: Proceedings of the May 19-22, 1980, National Computer Conference, Mai 1980, ISBN 978-1-450-37923-6, doi:10.1145/1500518.1500532. Weitere fünf Jahre benötigte das Team, um die Software für Soundeffekt-, Musik- und Dialogbearbeitung weiterzuentwickeln. Die Entwicklung von ACCESS brachte Neiman-Tillar Associates und Mini-Micro Systems, Inc. bei der Oscarverleihung 1980 eine gemeinsame Auszeichnung mit einem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung (Scientific or Engineering Award) „für die kreative Entwicklung (Neiman-Tillar Associates) und für die Konstruktion und technische Umsetzung (Mini-Micro Systems, Inc.) eines automatisierten computergesteuerten Tonbearbeitungssystems (ACCESS) für die Filmnachbearbeitung“ ein.Neiman-Tillar Associate. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 18. Februar 2026. Bereits Anfang der 1980er Jahre wurde das Unternehmen verkauft.

Ab Anfang der 1970er Jahre war Tillar auch verstärkt als Komponist für Film- und Fernsehproduktionen tätig. Er komponierte unter anderem die Filmmusik für den Dokumentarfilm The Man Who Saw Tomorrow (1981), den Horrorfilm Alligator II – Die Mutation (1991) oder das Drama Casa Hollywood (1996). Tillar blieb bis Anfang der 2000er Jahre in der Filmbranche als Music Supervisor, Music Consultant und Komponist tätig. Sein Schaffen für Film und Fernsehen umfasst mehrere hundert Produktionen. Tillar veröffentlichte zudem fünf Bühnenmusicals.

Der an Zauberkunst interessierte Tillar hatte die Zauberschule Chavez College of Magic besucht. Er entwickelte zahlreiche Zauber- und Mentalismus-Tricks, die in Zaubertrick-Zeitschriften wie Magick oder Talisman sowie verschiedenen Zaubertrick-Büchern veröffentlicht wurden.Jack Kent Tillar. In: conjuringarchive.com, abgerufen am 18. Februar 2026.

Jack Kent Tillar starb am 14. April 2021 im Alter von 90 Jahren.Paul Draper: Jack Kent Tillar. In: facebook.com vom 15. August 2021. Er hinterließ seine Frau Joyce Tillar, mit der er 66 Jahre verheiratet war.

Weblinks Jack Kent Tillar Papers (MS–01170) in den University Libraries der University of Nevada, Las Vegas

Einzelnachweise

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