mini|Der Manessebrunnen (2019) Der Manessebrunnen (im Volksmund auch Rösslibrunnen) ist ein von 1931 bis 1932 erbauter Monumentalbrunnen am Hirschengraben in Zürich, der an das Rittergeschlecht der Manesse erinnert. Die darauf thronende Pferdeskulptur ist nach einem Modell von Arnold Hünerwadel geschaffen.

Geschichte Im Jahr 1910 wurde in Zürich ein Wettbewerb zur Erstellung eines Manessebrunnens durchgeführt. Die Idee wurde vorerst nicht realisiertManessebrunnen. In: Neue Zürcher Zeitung. Mittagausgabe. Nr. 523, 20. März 1930, S. 2 (online). und erst weiterverfolgt, nachdem der Stadtrat am 16. Juni 1928 einem Bauprogramm zugestimmt hatte, das die Erstellung von zehn teilweise monumentalen Brunnen durch direkte Aufträge vorsah. Als sechstes Projekt legte er am 1. Februar 1930 das von Arnold Hünerwadel entworfene Modell für einen Manessebrunnen vor, dessen Erstellungskosten auf 88'500 Franken veranschlagt waren.Aus den Stadtratsverhandlungen. In: Neue Zürcher Zeitung. Mittagausgabe. Nr. 213, 3. Februar 1930, S. 2 (online).Ein Manessebrunnen in Zürich. In: Der Bund. Abend-Ausgabe. Band 81, Nr. 81, 18. Februar 1930, S. 2 (online). Am 19. März 1930 genehmigte das Stadtparlament den Kredit diskussionslos.Der Manessebrunnen. In: Neue Zürcher Nachrichten. 2. Blatt. Band 26, Nr. 78, 20. März 1930, S. 2 (online).

Im Juli 1931 wurde in den Steinbrüchen der Firma Tozzi in Bodio der 25 Tonnen schwere Granitblock ausgehauen, aus dem die Pferdeskulptur geschaffen werden sollte. Für den Transport zum Bahnhof mussten die Strassenbrücken verstärkt werden.Ein schwieriger Transport. In: Berner Tagwacht. Band 39, Nr. 174, 30. Juli 1931, S. 3 (online). Sodann wurde der Stein mit der Gotthardbahn nach Zürich verfrachtet, wo ihn der Steinmetz Johann Rigendinger in Wollishofen behaute. Im Dezember 1931 begannen die Arbeiten an den Brunnenbecken, ehe am 22. Dezember die Pferdefigur auf dem Sockel platziert wurde. Sie wurde auf einem Metallwagen der Kibag herbeigefahren und dann mithilfe einer etwa 15 Meter langen Brücke horizontal auf den Sockel gezogen.Das steinerne Pferd. In: Neue Zürcher Zeitung. Morgenausgabe. Nr. 2478, 23. Dezember 1931, S. 5 (online). Die Bauarbeiten waren im Mai 1932 beendet.Vollendung des Manessebrunnens. In: Neue Zürcher Nachrichten. Morgenblatt. Band 28, Nr. 125, 9. Mai 1932, S. 3 (online).

Beschreibung mini|Die Pferdeskulptur Der Manessebrunnen steht auf einem steil ansteigenden Platz, wo die Obere und Untere Zäune und die Kirchgasse in den Hirschengraben münden. In unmittelbarer Nähe, an der Kirchgasse 33, befindet sich das «Steinhaus», das im 13. Jahrhundert der Ritterfamilie Manesse als Wohnturm gedient hatte. Der Brunnen soll an dieses bedeutende Zürcher Geschlecht, insbesondere an Rüdiger Manesse den Älteren, erinnern.Rund um den Manesse-Brunnen. In: Neue Zürcher Zeitung. Morgenausgabe. Nr. 3024, 11. Dezember 1953, S. 17 (online).Von der Kirchgasse in alter Zeit. In: Neue Zürcher Nachrichten. 5. Blatt. Nr. 141, 19. Juni 1957, S. 1 (online).

Die Neuen Zürcher Nachrichten schilderten den Brunnen folgendermassen:

Das untere Becken trägt an der Vorderseite die Inschrift: «MANESSEBRUNNEN 1932». Die Pferdeskulptur besteht aus feingranuliertem schwarzem Segheria-Granit aus Bodio.

Rezeption Seiner ambitionierten Monumentalität wegen erntete der Manessebrunnen in den 1930er Jahren auch Kritik. Peter Meyer bezeichnete ihn 1936 als «brutal-abscheulich».Peter Meyer: Neuer Monumentalbrunnen in Zürich. In: Das Werk. Band 23, 1936, , S. 58. Die Thurgauer Zeitung spottete 1933:

Nikolaus Wyss, der an der nahen Winkelwiese aufgewachsen ist, schrieb über den Brunnen:

Siehe auch Liste von Denkmälern in Zürich

Weblinks

Manessebrunnen im Kunstbestand der Stadt Zürich

Einzelnachweise

Kategorie:Brunnen in Zürich Kategorie:Bauwerk in Zürich Kategorie:Erbaut 1931 Kategorie:Skulptur (1931)