Ethel May Hovey (* 7. Mai 1870 in Sheffield, South Yorkshire; † 25. September 1953 in Gorsehill, Colwyn Bay, Denbighshire)Einträge für „Ethel May Hovey“ in 1939 England and Wales Register bzw. England & Wales, National Probate Calendar (Index of Wills and Administrations), 1858–1995. war eine englisch-britische Politikerin und Pionierin der Frauenbildung und Frauenrechte in Nordwales. Sie unterstützte Frauenwahlrecht und soziale Reformen nachdrücklich, insbesondere die soziale Absicherung von Frauen. Sie war Kommunalpolitikerin, Friedensrichterin, Bürgermeisterin von Colwyn Bay, Philanthropin und sehr aktiv in einer Vielzahl lokaler Organisationen.

Leben Hovey war das drittjüngste von elf Kindern in einer nonkonformistischen Familie. Ihr Vater, George Henry Hevey (1830–1897), führte ein ertragreiches Tuch‑ und Kurzwarengeschäft, die Mutter war Frances Hovey, geb. Baldwin (1831–1914). Sie und die anderen jüngeren Schwestern erhielten eine private Ausbildung, unter anderem am Penrhos College, einer kleinen privaten methodistischen Mädchenschule in Colwyn Bay, kehrte anschließend nach Sheffield zurück und arbeitete als Schreibkraft im Geschäft ihres Vaters, wobei sie auch den Umgang mit den Finanzen lernte. Nachdem ihre Schwester Rosa 1895 zur Leiterin des geschäfts wurde, kehrte Hovey nach Colwyn Bay zurück und wurde Lady Matron und Bursar (Administrative Leiterin) des Penrhos College. Hoveys kaufmännisches Geschick führte zur Verlegung der Schule an einen besseren Standort, zu Neubauten und zur Vergrößerung der Schülerinnenzahlen. Sie ermutigten ihre Schülerinnen, Studien auf Hochschulebene an den Universitäten, die Frauen zuließen, in Betracht zu ziehen. Sie bemühte sich, Walisisch zu lernen, und verwendete in ihren späteren Wahlkämpfen sowohl Englisch als auch Walisisch.

Ab 1910 engagierte sich Hovey in der Kommunalpolitik, trat örtlichen Ausschüssen bei, sprach auf öffentlichen Versammlungen und spendete Geld zur Unterstützung von Organisationen. Dazu gehörte der örtliche Zweig der British Women’s Temperance Association sowie ihre Tätigkeit als Schatzmeisterin des Colwyn‑Bay‑Zweigs der National Union of Women’s Suffrage Societies. Sie trat der North Wales Women’s Liberal Federation bei und übernahm später die Präsidentschaft des neuen örtlichen Zweigs des National Council of Women. Sie hatte außerdem berufene Funktionen in kommunalen Ausschüssen inne; insbesondere leitete sie den Ausschuss für das Wohl von Frauen und Mädchen. Im Laufe der Jahre begegnete sie vielen lokal wie national bedeutenden Persönlichkeiten, darunter König Eduard VII. oder David und Margaret Lloyd George. Sie und ihre Schwester wurden Freundinnen der Familie Lloyd George.

1919 ermöglichten Gesetzesänderungen des Sex Disqualification (Removal) Act 1919, dass Frauen zivile oder richterliche Amt übernehmen konnten. Danach wurde Hovey zur Friedensrichterin (Magistrate) ernannt. Sie wurde außerdem zur Stadträtin im Urban District Council von Colwyn Bay gewählt und war Mitglied von zehn Ausschüssen. Sie blieb bis 1951 Ratsmitglied. 1926 wurde sie zur Vorsitzenden des Rates gewählt und war damit die erste Frau, die einen Urban District Council in Wales leitete. Insbesondere setzte sie sich für eine verbesserte Mütterfürsorge und für Renten ein. Sie unternahm Auslandsreisen, 1925 nach Kanada und 1929 nach Neuseeland, als Teil von Delegationen zu Frauenwahlrecht, Bildung und Mutterschaftsrechten. 1928 zogen sie und ihre Schwester sich aus der Leitung des Penrhos College zurück. Sie engagierte sich stark dafür, dass Colwyn Bay den Status eines Municipal Borough erhielt (erreicht September 1934), einschließlich Ansprachen vor parlamentarischen Ausschüssen. 1934 wurde sie zur Lady Mayor des Urban District Council von Colwyn Bay gewählt. Sie war 1945–1946 Bürgermeisterin (Mayor) des Borough Council von Colwyn Bay, als erste Frau in diesem Amt, und im folgenden Jahr stellvertretende Bürgermeisterin. April 1952 wurde ihr die Ehrenbürgerwürde (Freedom of the Borough) verliehen. Ein Porträt von ihr in Bürgermeisterornat wurde 1946 gemalt. Es hing viele Jahre im Ratssaal, wurde jedoch später verlegt. Schließlich wurde es um 2025 in den Archiven des Conwy Museum wiedergefunden.

Hovey richtete Stipendien zum Gedenken an ihre Schwester Rosa († 1932) ein, um Schülerinnen des Penrhos College sowohl während ihrer Schulzeit als auch zur Deckung der Kosten eines Studiums an der University of Wales, Bangor oder am Somerville College, Oxford, zu unterstützen. 1944 förderte sie außerdem Musikstipendien für Denbighshire für das Royal College of Music und die Royal Academy of Music. Sie gründete und finanzierte zudem 1933 den Rosa Hovey Charitable Trust und den Housing Trust, die eine kleine Anzahl von Wohnungen für einkommensschwache Menschen, einschließlich älterer Personen, betrieben.

Durch ihre Bemühungen wurden zwei Gebäude in das Nant y Glyn Maternity Home and Clinic umgewandelt, das 1939 eröffnet wurde. Dies erwies sich als glücklicher Zeitpunkt, da während des Zweiten Weltkriegs viele Ministerien aus London verlegt wurden. Das Ministry of Food wurde nach Colwyn Bay verlegt und erhöhte die lokale Geburtenrate. Sie setzte sich weiterhin für eine Erweiterung und für Inkubatoren ein und stellte dafür teilweise eigene Mittel bereit.

Sie starb unverheiratet am 1953 im Alter von 83 Jahren.

1953 wurde zu ihrem Gedenken im Queen’s Garden der Stadt durch den National Council of Women ein Brunnen errichtet, und ein Sportpokal für County‑Netball nach ihr benannt. Im März 2025 wurde im Nant y Glyn Centre in Colwyn Bay, dem Standort des mit ihrer Arbeit verbundenen Entbindungsheims, eine Purple Plaque (Blue Plaque für Wales) angebracht.

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