Leni Menge (geb. Helene Löber, vormals Löber-Schamal; * 6. Mai 1937 in Ahrenshoop) ist eine deutsche Keramikerin.

Leben und Werk Leni Menge ist eines von acht Kindern der Malerin und Keramikerin Frida Löber und des Keramikers Wilhelm Löber. Sie studierte von 1956 bis 1963 bei Rudolf Kaiser und Wolfgang Henze im Fachbereich Keramik der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und arbeitete nach dem Diplom ab 1965 in Berlin freischaffend als Keramikerin. 1969 richtete sie sich im Prenzlauer Berg in einer verlassenen Fleischerei in der Schönfließer Straße 21 ihre Werkstatt ein. Sie beschaffte sich einen gebrauchten Brennofen und aus Meißen eine Töpferscheibe und fertigte neben Gefäßkeramik auch baugebundene Arbeiten, u. a. für das Meereskundliche Museum Stralsund. Leni Menges jüngere Schwester Wilfriede Maaß arbeitete in der Zeit ihres Abendstudiums auch in der Werkstatt. Es gab hin und wieder Atelierfeste, an denen Künstler und Schriftsteller teilnahmen, u. a. Wolf Biermann, Rainer Kirsch und Achim Kühn.

Leni Menge machte außer ihrer freien keramischen Arbeit baugebundene Arbeiten und war u. a. in Eisenhüttenstadt an der künstlerischen Gestaltung des Wohngebietszentrums des Wohnkomplexes V beteiligt.Deutsche Architektur, Berlin, 9/1967, S. 546

Sie zog später aus Berlin zu ihrer Familie nach Mecklenburg-Vorpommern. 1983 erwarb sie das Diplom als Baukeramikerin.

Leni Menge war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR, hatte Einzelausstellungen in Ahrenshoop und Schwedt und war 1976 in Berlin auf der Bezirkskunstausstellung sowie 1977/1978 in Dresden auf der VIII. Kunstausstellung der DDR vertreten.

Rezeption mini|hochkant|Berlin, Hasselwerderstr 22a, Mosaik mini|hochkant|Berlin-Köpenick, Brunnenanlage

„… verleugnet in den Glasurbesonderheiten und im graphischen Dekor den Fischlandursprung nicht; ihre Arbeiten sind von großer Eindringlichkeit. Auf der Suche nach neuen Formen gehört sie zum Kreis derer, die asymmetrische Lösungen bei Vasen und Gefäßen freier Funktion vorstellen.“In: Die Weltbühne, Berlin, 1974, S. 14; keine genaueren Angaben bekannt

Werkbeispiele

Vorschulpädagogik (1965, Gestaltung einer Gebäudewand, Keramik, strukturiert und glasiert, 3,00 × 5,00 m; Schwedt, Hanns-Eisler-Weg, Kindergarten/Kinderkrippe)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 190/1991 Wandgestaltung (1968, Berlin, Eingang einer Kinderkrippe in der Hasselwerder Straße 22a)https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-weiterbildung-und-kultur/kultur/artikel.983930.php#ohne Bewegung (1975, dekorative Wandgestaltung, Terrakotta-Relief, 2,00 × 7,00 m; Berlin-Schmöckwitz) Berlin-Köpenick, Brunnenanlage mit Holzskulpturen im Allende-Viertel (mit ihrem Bruder Ernst Löber)

Ausstellung nach der deutschen Wiedervereinigung

2020: Frankfurt/Oder, Rathaushalle, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst („Ich Du Wir – Bildnisse in der DDR. Malerei und moderne Kunst aus der Sammlung des BLMK“)

Literatur

Weblinks

easydb.archive Keramische Arbeiten – Bildhauerei in Berlin

Einzelnachweise

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