Die Kastaniendrossel (Turdus rubrocanus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel brütet im Westen des Himalayas und im südwestlichen und zentralen China, er überwintert im östlichen Himalaya und nördlichen Südostasien.
Der Lebensraum umfasst im Brutgebiet Nadel- und Mischwald, Eichenwälder mit schattigem Unterwuchs von 2100 bis 3200 m, im Überwinterungsgebiet von 1200 bis 3050 m. ü. M., seltener in Südostasien auch bis 200 m hinab.R. Grimmett, T. Inskipp: Birds of Northern India. Helm Field Guides, 2017, ISBN 978-0-7136-5167-6N. Collar: Chestnut Thrush (Turdus rubrocanus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus rubrocanus
Der Artzusatz kommt von und .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel misst 25–28 cm und wiegt 85–100 g. Das Männchen ist orange bis kastanienbraun mit schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz, auch die Unterseite ist kastanienbraun. Die scharf abgegrenzte Kopfkappe ist weißlich und geht an den Nackenseiten in aschgrau über als blasses Nackenband. Der Steiß ist schwärzlich mit weißer Berandung. Der Augenring, der Schnabel und die Beine sind gelb. Das Weibchen ist gleichmäßiger bräunlich, am Kopf etwas dunkler, Flügel und Schwanz brauner. Jungvögel haben einen dunklen Kopf mit matt rotbraunem Rücken, orange gefleckten Schulterfedern, sind an Kinn und Kehle weißlich mit dunkel geflecktem Kinnstreif und sind an der gelbbraunen Unterseite kräftig gefleckt.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. r. rubrocanus & , 1847, Nominatform – Himalaya von der Afghanistan–Pakistanischen Grenze bis Uttarakhand, Überwinterung in niedrigeren Lagen sowie in Nepal, Nord- und Nordostindien und Myanmar T. r. gouldii , 1871J. P. Verreaux: Merula Gouldi. In: Nouvelles Archives du Muséum d'Histoire Naturelle de Paris, Bulletin 6, Heft 4, S. 34, 1871, Biodiversity Library – China vom östlichen und nordöstlichen Hochland von Tibet bis Yunnan, Sichuan, Hubei und Henan, nördlich bis Gansu, Überwinterung in Nordostindien, Myanmar, Südchina und Nordwestthailand, dunkelgraue Kopfkappe
Stimme Der Gesang des Männchens wird meist während der Morgen- und Abenddämmerung von einer Singwarte aus vorgetragen, er wird als angenehme Folge lauter klingender Phrasen beschrieben „yii-bre yii-bre yii-bre… diddyit diddyit… yip-bru yip-bru yip-bru…“ und erinnert an eine Amsel (Turdus merula) oder Singdrossel (Turdus philomelos). Rufe sind ein tiefes „chuck-chuck-chuck“ und schnelles hohes „kwik-kwik, kwik-kwik“ als Warnruf.
Lebensweise Die Art ist ein Zugvogel mit Höhenwanderung im Himalaya, auch Kurzzieher nach Nepal. In China nur Teilzieher. Irrgäste wurden in Thailand, Laos und Nordvietnam beobachtet.
Der Vogel ist monogam, allerdings mit Ausnahmen.H. Liu, Y. Fang, Y. Yingqiang, Y. Sun: A high level of extra-pair paternity in the Chestnut Thrush (Turdus rubrocanus). In: Avian Research, Band 14, 100135, 2023, doi:10.1016/j.avrs.2023.100135
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, Schnecken und Beerenobst, besonders im Winter. Gesucht wird hauptsächlich am Erdboden im Wald und im Dickicht. Die Art tritt oft in kleinen Gruppen auf, auch zusammen mit anderen Drosseln während des Winters.
Die Brutzeit liegt zwischen April und August. Das Nest ist eine dünne Schale auf Zweigen, Gräsern, Wurzeln und Moos auf dem Erdboden freiliegend unter Baumwurzeln oder in wenigen Metern Höhe in einem kleinen Baum oder einer Baumhöhle. Das Gelege besteht aus 2–4 grünlichen Eiern mit bräunlichen Flecken.
Gefährdungssituation Die Kastaniendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur J. E. Gray und G. R. Gray: Turdus rubrocanus. In: Catalogue of the specimens and drawings of mammalia and birds of Nepal and Thibet. Presented by B. H. Hodgson, Esq. to the British Museum, S. 81, 1847, Biodiversity Library E.C. Dickinson & M. Walters: Systematic notes on Asian birds. 56. The authorship and date of Turdus rubrocanus. In: Zoologische Mededelingen, Band, 80, Heft 5, S. 179–184, 2006, PDF
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln