Die schmalspurigen Dampflokomotiven Rastenburger Kleinbahnen 9 und 10 wurden von der Arnold Jung Lokomotivfabrik in Jungenthal 1914 gebaut und bei den Rastenburger Kleinbahnen eingesetzt.

Eine Lokomotive kam nach dem Zweiten Weltkrieg in den Bestand der PKP und wurde als Py3-1522 bezeichnet. Über die Weiterverwendung der Lokomotive sind keine Informationen bekannt.

Geschichte

Die Lokomotiven waren ein Gelegenheitskauf der Rastenburger Kleinbahnen bei der Lokomotivfabrik Jung. Ursprünglich waren sie von dem Lokhändler Rudolf Maissner in Sankt Petersburg bestellt, konnten aber auf Grund des Ersten Weltkrieges nicht ausgeliefert werden.Ingo Neidhardt, Jörg Petzold: Schmalspur-Album Ostpreußen. Verlag SSB Medien, SOEG Zittau, ISBN 978-3-9826224-2-2, Zittau 2024 So übernahmen kurzfristig die Rastenburger Kleinbahnen die beiden Lokomotiven, die offensichtlich für den Betrieb mit Holzfeuerung vorgesehen war.

Die Lokomotive Nummer 9, Jung 2116, wurde um 1945 ausgemustert. Die Lok mit der Nummer 10 soll hingegen nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Polskie Koleje Państwowe gekommen sein, wo sie die Nummer PKP Py3-1522 erhielt.Stefan Lauscher/Gerhard Moll: Jung-Lokomotiven, EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-798-5. Weitere Daten sind nicht bekannt.

Technische Merkmale

Die Lokomotiven waren C-gekuppelte Lokomotiven mit einer Spurweite von 750 mm, ohne Laufachse und mit einem kleinen zweiachsigen Tender in einfacher Bauausführung. Sie waren für den Betrieb mit Holzfeuerung vorgesehen, dafür besaß der Tender den geländerförmigen Aufsatz und der Schornstein war mit einem Funkenfänger versehen. Sie besaßen einen einfachen Blechrahmen, in ihm waren die drei Achsen fest gelagert, wobei die zweite entweder seitenverschiebbar war oder keine Spurkränze besaß. Erste und zweite Achse wurden durch oben liegende Blattfedern, die einen Ausgleich besaßen, abgefedert, die dritte Achse besaß unten liegende Blattfedern.

Der Kessel bestand aus zwei Schüssen, auf dem ersten saß der Dampfdom, auf dem zweiten der runde Sandkasten, von dem pro Lokseite zwei Sandfallrohre herabführten. Es wurden die erste Achse von hinten und die dritte Achse von vorn gesandet. Der Kessel konnte von zwei Strahlpumpen mit einer Leistung von 80 l/min gespeist werden.

Die Zylinder waren leicht geneigt angeordnet und besaßen Flachschieber. Interessant war die zusätzliche Führung der Schieberschubstange. Angetrieben wurde die dritte Achse. Es wurde eine Heusinger-Steuerung verwendet, der Kreuzkopf wurde beidseitig auf der Gleitbahn geführt. Die Loks waren nur mit der Handbremse versehen, Lok und Tender besaßen je eine Bedienung. Es wurden pro Lok und Tender nur jeweils eine Achse abgebremst.

Literatur

Stefan Lauscher/Gerhard Moll: Jung-Lokomotiven, EK-Verlag, Freiburg 2014, ISBN 978-3-88255-798-5, Seite 202–203 Ingo Neidhardt, Jörg Petzold: Schmalspur-Album Ostpreußen. Verlag SSB Medien, SOEG Zittau, ISBN 978-3-9826224-2-2, Zittau 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge C Kategorie:Triebfahrzeug (Rastenburger Kleinbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (Jung)